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175 Athletinnen und Athleten und viele Medaillenträume

Andy

Olympische Winterspiele – das heisst «Sport total» für alle Fans. Aus Schweizer Sicht interessieren natürlich besonders die 175 Schweizer Athletinnen und Athleten, die in Mailand und Cortina auf Medaillenjagd gehen. Und da sind die Aussichten auf Erfolgserlebnisse gut.

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Marco Odermatt gehört in der Abfahrt, im Super-G und im Riesenslalom zu den heissen Goldfavoriten. © KEYSTONE/Jean-Christophe Bott

Vor vier Jahren in Peking wurden wir mit Erfolgen verwöhnt. Mit 15 Medaillen – siebenmal Gold, zweimal Silber und sechsmal Bronze – waren die Winterspiele 2022 die bislang erfolgreichsten aus Schweizer Sicht. Zwar gab es auch 2018 in Pyeongchang und 1988 in Calgary jeweils 15 Mal Edelmetall, aber nur je fünfmal Gold. Und sieben Olympiasiege wurden auch 2014 in Sotschi gefeiert, aber insgesamt gewann die Schweiz da nur elf Medaillen.

Auch in den kommenden Tagen sind die Chancen auf Schweizer Edelmetall gross. Ralph Stöckli, Chef de Mission bei Swiss Olympic, wollte nun im Vorfeld keine konkrete Zahl als Zielvorgabe nennen, sondern sagte: «In der heutigen Zeit ist die Gesamtzielsetzung nur gemessen an Medaillengewinnen nicht mehr opportun. Die Spitze ist so eng zusammen, es muss extrem viel zusammenkommen, damit es am Tag X mit der Medaille klappt. Wir orientieren uns an den 15 Medaillen von Peking. Aber ich bin überzeugt, dass noch die eine oder andere Sportart dazukommt, in der wir unser Potenzial ausschöpfen können.» Wagen wir also einen Blick auf ein paar Sportarten, bei denen wir hoffen können.

Ski-Männer als Medaillen-Hamsterer?

Wer bei Olympischen Winterspielen an Medaillen denkt, denkt fast unweigerlich an Ski alpin. Und da sind die Schweizer Männer heiss. Allen voran Marco Odermatt, der in dieser Saison drei Abfahrten, drei Riesenslaloms und zwei Super-Gs für sich entschieden hat. Er ist der Mann, den es zu schlagen gilt – und deshalb auch unter Druck. Doch dass er mit diesem umgehen kann, hat er bereits mehrfach bewiesen.

Gefordert wird der Nidwaldner im Speed von den starken Italienern – sowie von Landsleuten. Franjo von Allmen hat die Abfahrten in Val Gardena und Crans-Montana gewonnen und ist auch im Super-G schnell, Alexis Monney hat im letzten Winter in Bormio triumphiert und kann jederzeit in beiden Disziplinen zuschlagen. Loïc Meillard ist einer der grössten Herausforderer Odermatts im Riesenslalom und gehört als Weltmeister im Slalom zu den Favoriten, wo auch Tanguy Nef gute Medaillenchancen besitzt. Dazu kommt die Team-Kombination, bei der die Schweiz an der WM in Saalbach dank von Allmen/Meillard, Monney/Nef und Rogentin/Rochat einen Dreifachsieg feierte.

Weniger rosig sieht es bei den Ski-Frauen aus, doch auch sind Medaillenträume erlaubt. Camille Rast ist im Slalom und im Riesenslalom viel zuzutrauen und auch Wendy Holdener kann im Slalom aufs Podest fahren. In der Abfahrt und im Super-G ist am ehesten Titelverteidiger Corinne Suter und Shootingstar Malorie Blanc ein Coup zuzutrauen, dazu kommt die Team-Kombi, in der Rast und Holdener zumindest die technische Basis legen können.

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Mathilde Gremaud wurde vor vier Jahren Olympiasiegerin im Slopestlye und Dritte im Big Air.

Gold-Erfahrung im Freestyle

Vielversprechend sind auch weitere Sportarten mit Ski an den Füssen. Im Freestyle haben Mathilde Gremaud und Sarah Höfflin beide schon Olympia-Gold gewonnen, zudem triumphierte Gremaud zuletzt an den X-Games. Und bei den Männern ist Andri Ragettli alles zuzutrauen – auch der Olympiasieg. Im Ski-Cross reist die Schweiz mit drei Podestfahrern dieser Saison an: Tobias Baur, Titelverteidiger Ryan Regez und Alex Fiva, dem Zweiten von 2022. Eine Medaillenkandidatin ist auch Fanny Smith, die in dieser Saison im Weltcup vier Podestplätze einfuhr und in deren Olympia-Palmarès bereits die Bronzemedaillen von 2018 und 2022 stehen. Und auch bei den Aerials-Wettkämpfen sind Träume erlaubt: Pirmin Werner und Noé Roth sprangen in diesem Winter bereits aufs Weltcup-Podest und gewannen an der WM 2025 in St. Moritz Gold (Roth) und Bronze (Wenger).

Im Skispringen ist die Konkurrenz gross und wäre ein Medaillengewinn eine grosse Überraschung, aber wer weiss, vielleicht springt ja Gregor Deschwanden oder Sandro Hauswirth so auf den Olympia, wie es einst Simon Ammann tat. Besser sind die Perspektiven im Langlauf dank Langlauf, wo im Sprint Nadine Fähndrich zu den Favoritinnen gehört und bei Valerio Grond, Janik Riebli und Anja Weber ein Exploit zumindest nicht utopisch ist.

Skibergsteigen – neue Disziplin mit Potenzial

Mit dem Skibergsteigen ist eine Sportart ins Programm gekommen, die für Schweizer Medaillenhoffnungen sorgt. Mit Weltmeisterin Marianne Fatton, Caroline Ulrich sowie den Sprint-Spezialisten Jon Kistler und Arno Lietha sind vier Athleten mit internationaler Podesterfahrung am Start. Im Sprint ist vor allem bei den Frauen eine Medaille realistisch, in der Mixed-Staffel gehört die Schweiz zu den Favoriten. Und auch im Biathlon könnte es im Idealfall Edelmetall geben – vor allem dank Amy Baserga, Lena Häcki-Gross und Niklas Hartweg, wobei gerade beim Schiessen die Nerven jederzeit einen Streich spielen und Träume platzen lassen können.

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Yannick Schwaller strebt mit seinem Team und zusammen mit seiner Frau Briar Schwaller-Hürlimann im Mixed-Double Edelmetall an.

Bleibt der Wechsel aufs Eis. Nach zwei WM-Silbermedaillen in Serie gehören die Schweizer Eishockey-Männer automatisch an jedem Turnier zu den Favoriten. Zudem kann Nationalcoach Patrick Fischer auf die Dienste seiner NHL-Stars, angeführt von Roman Josi, Nico Hischier und Kevin Fiala zählen. Doch auch die anderen Nationen treten mit ihren besten Kräften an und sorgen für das wohl bestbesetzte Eishockeyturnier aller Zeiten. So gesehen muss wie auch bei den Frauen alles stimmen, damit am Ende etwas um den Hals hängt – aber ausgeschlossen ist es nicht.

Während auch im Bob leise Medaillenhoffnungen mitfahren, sind diese im Curling laut. Sowohl das Frauen-Team mit den Vierfach-Weltmeisterinnen um Skip Silvana Tirinzoni als auch die Männer um Yannick Schwaller gehören zu den besten Equipen der Welt. Beide sind Vize-Weltmeister und überzeugten diese Saison. Die Medaillenaussichten sich definitiv vielversprechend, zumal Yannick Schwaller in der ersten Woche mit seiner Frau Briar Schwaller-Hürlimann bereits das Mixed-Doubles-Turnier bestreitet. Das Ehepaar Schwaller steht bereits heute im Einsatz und trifft am Abend auf Estland. Jedes Team bestreitet in der Round Robin neun Partien – die besten vier qualifizieren sich für die Halbfinals vom 9. Februar. «Wir wollen in erster Linie mit uns zufrieden sein. Wenn wir das sein können, gehe ich davon aus, dass wir sehr nah an einer Medaille sein werden», sagte Yannick Schwaller im Vorfeld. Nun müssen den Worten nur noch die Taten folgen.

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