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Aufgefallen: Der 21. Spieltag in der Brack Super League

Patrick

Was für ein Sonntag in der Brack Super League: Da gab es grosse Kleine und kleine Grosse, die vielleicht unerwarteste Wende der bisherigen Saison und natürlich XXL-XS. Und ja, Lugano, Winti, GC, Lausanne, Sion und Luzern spielten auch noch. Unser Rückblick auf den 18-Tore-Sonntag und den Rest des Schweizer Fussball-Wochenendes.

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Immerhin dieses Kopfball-Duell konnte YB für sich entscheiden. Bei Leader Thun unterlagen die Stadtberner zum vierten Mal in Folge. © Keystone / Peter Schneider

Gegensätzlich

Zwei Vollgas-Trainer an der Seitenlinie. Zwei der grössten Super-League-Talente auf dem Rasen und dann ein Kick, bei dem wohl so mancher der 5‘345 Zuschauer:innen bereute, sich für Lausanne gegen GC während 90 Minuten der Waadtländer Kälte ausgesetzt zu haben. Immerhin: Gaoussou Diakité (51.) und Jonathan Asp Jensen (75.) sorgten mit ihren Treffern dafür, dass dem Publikum wenigstens ein torloses Unentschieden erspart blieb, welches aufgrund der gezeigten Leistungen auf dem Platz durchaus möglich gewesen wäre. Am Ende dürften die Zürcher mit dem gewonnen Punkt eher zufrieden gewesen sein, als das Heimteam, dass mit einem Sieg in die Top 6 hätte vorstossen können. So verbleiben die Lausannois (21/28) vorderhand unter dem Strich und werden sich irgendwann in diesem Halbjahr vielleicht noch darüber ärgern, gegen dieses GC (21/18) zwei Punkte verspielt zu haben.

 

Pflichtaufgabe

Es gab Zeiten, da konnte man sich als Winterthurer Underdog Hoffnungen machen, den FC Lugano möglicherweise auf dem falschen Fuss zu erwischen. Dieser Samstagabend gehörte jedoch nicht dazu. Denn bereits zur Pause hatte das beste SL-Team seit dem 6. Spieltag (35 Punkte) der Partie jegliche Spannung genommen und führte gegen den Tabellenletzten nach Toren von Anto Grgic (13.), Kevin Behrens (42.) und Mattia Zanotti (44.) entscheidend mit 3:0. Hälfte zwei hätte man sich demnach schenken können, auch wenn dem FCW durch Andrin Hunziker (67.) immerhin noch der Anschlusstreffer gelang. An der 14. Saisonniederlage änderte das freilich nichts mehr, auch, weil Hadj Mahmoud in der Schlussphase (79.) den alten Dreitore-Abstand wieder herstellte. Bitterer für die Eulachstädter dürften aber die Neuigkeiten gewesen sein, die aus der Westschweiz ihren Weg ins Tessin fanden. Dank dem Punktgewinn von GC in Lausanne beträgt der Abstand Winterthurs (20/10) auf Rang 11 neu acht Punkte.

 

Zwei von drei

Viel effizienter hätten der FC Sion und der FC Luzern am Samstagabend nicht agieren können. Insgesamt dreimal schossen die beiden Teams aufs Tor, zweimal zappelte der Ball danach im gegnerischen Kasten. Fairerweise gleichmässig aufgeteilt, so dass sowohl die Walliser (Donat Rrudhani, 35.) als auch die Zentralschweizer (Adrian Grbic, 20.) je einmal jubeln konnten. Wobei die Luzerner in der zweiten Hälfte haarscharf am Sieg vorbeischrammten, als Matteo Di Giustos vermeintliches 1:2 nach einem vorangegangenen Rencontre zwischen Grbic und Hajrizi die Gültigkeit versagt blieb (74.). Nichtsdestotrotz wird der FCL den einen Punkt schlussendlich gerne mit nach Hause genommen haben. Dank dem Zähler bleibt man im Tabellenkeller auf Distanz (21/22), während die Walliser unverändert auf Rang 5 (21/32) verbleiben.

 

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Nicht zu stoppen: Xherdan Shaqiri war bei Basels 4:3 in Zürich die entscheidende Figur (Keystone / Claudio Thoma)

17

17 Punkte. So gross ist nach dem 4:1 vom Sonntagnachmittag die Differenz zwischen dem FC Thun und den Berner Young Boys in der Super-League-Tabelle. Eine halbe Weltreise, eine Sensation und vor allem: ein Statement. Ganze 45 Minuten benötigte der Oberländer Emporkömmling im zweiten Berner Derby dieser Saison, um sämtliche Fragen hinsichtlich der Nr. 1 im Kanton zumindest für diese Spielzeit ad acta zu legen. Von YB-Leihgabe Kastriot Imeris 1:0 (46.), über Mattias Käits Saisonpremiere (56.), bis hin zu Elmin Rastoders zweiter Doublette (62., 84.) innert Wochenfrist vergingen nicht einmal 40 Minuten, kurz unterbrochen einzig von Alan Virginius’ gelb-schwarzem Ehrentreffer (64.). Und mittlerweile muss man sich eine Frage nicht mehr stellen: Nämlich die nach einer etwaigen Stadtberner Rückkehr in das Meisterschaftsrennen. Dieses ist für YB (Rang 6 mit 29 Punkten) in dieser Saison nämlich derart eindeutig zu schnell, dass es möglicherweise in der Relegation Group besser aufgehoben ist. Die Berner Ehre im Meisterschaftskampf wird während dessen vom FC Thun vertreten, der das angesichts von mindestens sechs (Verlust)Punkten Vorsprung auf den ersten Verfolger nicht besser machen könnte.

 

Ausgerechnet

Siebeneinhalb Jahre spielt das ehemalige Barca-Talent Jérémy Guillemenot inzwischen wieder in der Super League. In dieser Zeit hat er genau einmal (am 12.2.2022 in einer Partie zwischen…St. Gallen und Servette) zwei Tore und einen Assist in einer Partie erzielt. Bis gestern. Da zog er – seit Sommer 2023 in den Diensten der Grenats – bei der Rückkehr nach St. Gallen wieder einmal so richtig vom Leder, schoss die Romands nach frühem Rückstand (Lukas Görtler und Jozo Stanic hatten in der Startviertelstunde getroffen) erst zum Ausgleich (46. und 80.) und legte dann pfannenfertig für Miroslav Stevanovics Siegtor (83.) auf. Mit David Doulines 2:4 (92.) machten die Genfer schliesslich einen Punkt hinter ihren vierten Auswärtssieg dieser Saison, den ersten Dreier nach 0:2-Rückstand in 15 Jahren! Und der ermöglicht es Servette (Rang 9 mit 24 Punkten) vielleicht doch, noch einmal in den Kampf um einen Platz in den Top 6 einzugreifen. Auf der anderen Seite verpasste Grün-Weiss eine goldene Gelegenheit, um an der Tabellenspitze mit Leader Thun Schritt zu halten und musste sich von Lugano vom zweiten Tabellenplatz verdrängen lassen. Neu trennen die Ostschweizer (20/37) sechs Verlustpunkte vom Super-League-Thron.

 

XXL

Das unterhaltendste Spiel der Saison? Ohne Zweifel das gestrige 3:4 zwischen dem FC Zürich und dem FC Basel. Mit total sieben Toren, Chancen für sicher ein Dutzend, katastrophalen Fehlern und einem Shaqiri, der den Bebbi und Trainer Magnin mit seiner Gala-Vorstellung im vielleicht letztmöglichen Moment neues Leben einhauchte. Denn ohne ihren XXL-Spielmacher wären die Basler auch gestern ohne Punkte nach Hause gefahren, derart grob waren ihre Unzulänglichkeiten vorne (Jeremy Agbonifo und Flavius Daniliuc lassen grüssen) und hinten (zweimal Hitz, einmal Daniliuc). Für Letztere bedankten sich die Zürcher Phaëton (1.), Keny (43., per Elfer) und Reverson (64.) herzlich, mussten am Ende aber dennoch als Verlierer vom Platz. Weil Shaq Yanick Brecher düpierte (11.), von mangelnder Abstimmung zwischen Nils Reichmuth und Brecher profitierte (43.), Philip Otele genial lancierte (51.) und den FCZ schliesslich mit seiner letzten grossen Aktion (94.) Schachmatt setzte. (Über)lebenswichtig für den FCB  (Rang 4 mit 36 Punkten) vor dem Direktduell mit Leader Thun. Ultrabitter für die Stadtzürcher (Rang 8 mit 25 Punkten), die eine Chance verpassten, näher an die Top 6 und YB heranzurücken. Auch hier kommt es nächstes Wochenende zum Direktduell.

 

 

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