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Analysen Fussball

Aufgefallen: Der 29. Spieltag in der Brack Super League

Patrick

Vielleicht ist es in einer Woche soweit. Vielleicht haben die drei Zürcher Fussballklubs FCZ, GC und Winterthur (aktuell 71 Zähler) dann tatsächlich genau so viele Punkte auf dem Konto, wie der FC Thun (aktuell 68), mit dem Unterschied, dass dieser diese natürlich ganz alleine gesammelt hat. Auch an diesem Wochenende waren die Berner Oberländer gefühlt grösster Sieger, während YB, Basel und natürlich der Fussball-Kanton Zürich zu den grossen Verlierern gehörten.

Keystone_Alessandro Della Valle_ Schon wieder zappelt der Ball im Stadtberner Netz
Schon wieder zappelt der Ball im stadtberner Netz: Der FC Thun siegt neuerdings auch bei YB mit 2:1 © Keystone / Alessandro Della Valle

Junior-Time

Auch in Hollands zweiter Liga können sie kicken. Zumindest im Fall von Junior Kadile, der Mitte Februar von Almere City nach Genf wechselte und den Grenats am Samstag den ersten Sieg seit dem 4:2 zum Rückrundenauftakt in St. Gallen bescherte. Der 23-jährige Franzose erzielte im Krisen-Duell mit dem FC Zürich nämlich beide Servette-Treffer, erst nach 65 Sekunden und dann zur Entscheidung in der 88. Minute. Es war dies bereits das 19. FCZ-Gegentor nach der 80 Spielminute und sorgte schlussendlich dafür, dass die Stadtzürcher ihre bereits siebte Niederlage in dieser Rückrunde bezogen. Als Konsequenz findet sich die Mannschaft von Trainer Dennis Hediger neu auf Rang 10 (31 Punkte) wieder, sieben Punkte vor Stadtrivale GC auf Rang 11. Daran änderte auch Philippe Kénys zwischenzeitlicher Ausgleich per Elfmeter (74.) nichts, während die Grenats (33 Punkte) mit neu neun Punkten Vorsprung durchatmen können. Mit dem Abstieg dürften sie vorderhand nichts mehr zu tun haben.

 

Neues Jahr, andere Geschichte

Knapp elf Monate ist es her, dass der FC Winterthur als schwer angeschlagener Tabellenletzter ins Tourbillon reiste, und mit einem 2:1-Sieg in letzter Minute eine kaum noch für möglich gehaltene Aufholjagd lancierte.  Nun waren die Eulachstädter am Samstagabend abermals im Wallis zu Gast, es stand 1:1 (Tore durch Andrin Hunziker und Winsley Boteli) und das Tabellenschlusslicht schnupperte tief in der Nachspielzeit abermals am Siegtreffer. Doch die dezimierten Sittener (Gelb-Rot gegen Jan Kronig in 89.) wankten nur – und fielen nicht. Mit vereinten Kräften verwehrten sie Winti in den Schlussminuten den so wichtigen Treffer, der den FCW (Rang 12 mit 16 Punkten) wieder bis auf sechs Punkte an den Barrageplatz herangebracht hätte. Stattdessen beträgt der Rückstand neun Spieltag vor Saisonende happige acht Punkte. Auf der anderen Seite verpassten die Walliser eine gute Gelegenheit, sich am Strich weiter abzusetzen (Rang 5 mit 42 Punkten). Luzern und Lausanne auf den Rängen 7 und 8 liegen neu nur noch sechs Längen zurück.

 

Cool und Clever

Abgeklärt. Effizient. Opportunistisch. So agierte der FC Luzern am späten Samstagabend beim Gastspiel im Tessin und bezwang den FC Lugano am Ende verdient mit 3:1. Dank Toren von Newcomer Andrej Vasovic (44.), Neo-Torgarant Oscar Kabwit (63.) sowie Wirbelwind Matteo Di Giusto (94.). Dem hatten die Bianconeri (29/49) schlussendlich nur Hannes Delcroix’ zwischenzeitlichen Ausgleich (50.) entgegen zu setzen, zu wenig, um im Kampf um die Plätze zwei bis vier vorzulegen. Auf der anderen Seite sicherten sich die Zentralschweizer (29/36) drei überlebenswichtige Punkte im Kampf am Strich, der neu nur noch sechs Zähler entfernt ist. Und mit Heimspielen gegen Winterthur und Lausanne vor der Brust, ist das letzte Wort im Rennen um einen Platz in der Championship Group möglicherweise doch noch nicht gesprochen.

 

Keystone_Georgios Kefalas_ In entgegensgesetze Richtungen_ Basel (hier Andrej Bacanin) unterliegt dem FCSG und Hugo Vandermersch mit 0zu3
In entgegengesetzte Richtungen: Basel (hier Andrej Bacanin) unterliegt St. Gallen und Hugo Vandermersch (r.) mit 0:3 (Keystone / Georgios Kefalas)

Halbe Arbeit, doppelter Lohn

Eins, zwei, drei – vorbei. So oder ähnlich lautet das Fazit des gestrigen Auftritts des FC Basel, der beim Gastspiel in St. Gallen insbesondere in Halbzeit eins auf verlorenem Posten stand. Denn dort dauerte es gerade einmal 29. Minuten, ehe die Ostschweizer dank Jubilar Chima Okoroji (zwei Tore beim 100. Spiel für Grün-Weiss) und Carlo Boukhalfa sämtliche Zweifel über den Ausgang dieses Spiels beseitigt hatten. Ein toller Lohn für den FCSG (29/54), der dank den drei gewonnenen Zählern den zweiten Tabellenplatz nicht nur verteidigen, sondern kräftig untermauern konnte. Auf der anderen Seite erlebte das zarte Basler Pflänzchen nach den zwei jüngsten Erfolgserlebnissen einen herben Rückschlag. Nicht unbedingt tabellarisch, wo man auf Rang 4 verblieb (46 Punkte), aber sicherlich psychologisch. Denn dort, wo nach den zwei jüngsten Siegen gegen Lausanne und GC wieder etwas Hoffnung auf einen anhaltenden Aufwärtstrend aufkam, wurde diese von resoluten Ostschweizern unerwartet schnell wieder gedämpft.

 

Nicht gut genug

Wie viele Male GC-Fans diesen Film schon gesehen haben? Unzählige, alleine in der letzten und dieser Saison. Denn jedes Mal wenn die Grasshoppers einen überraschenden, emotionalen oder vielleicht auch besonders wichtigen Sieg feiern können (insgesamt 14 Mal seit Juli 2024), schaffen sie es im Anschluss nicht, dieses Ergebnis zu bestätigen. Und so folgten dem 1:0-Erfolg gegen Lugano vor Wochenfrist ein vermeidbares 0:1 unter der Woche in Basel und schliesslich ein 2:3 gestern Sonntag gegen Lausanne (Tore von Dirk Abels und Luke Plange bei GC; von Kevin Mouanga, Olivier Custodio und Seydou Traoré bei den Lausannois). Vorbei die Chance, den Abstiegskampf noch einmal neu zu lancieren und vorbei das kleine bisschen Momentum, dass der Sieg gegen die Bianconeri in der Vorwoche gebracht hatte. Statt dessen bleibt die Erkenntnis: Wer seine Chance so oft nicht packt, ist wohl einfach nicht gut genug. Auf der anderen Seite haben sich Waadtländer (Rang 8) innerhalb einer Woche sämtlicher Abstiegssorgen entledigt – vielen Dank, Stadtzürcher Klubs - und dürfen mit neu 36 Punkten noch einmal auf die Championship Group hoffen. Im Direktduell mit YB winkt am nächsten Sonntag sogar die Chance, den Rückstand auf drei Punkte zu reduzieren.

 

Klare Sache

Gibt es noch Zweifler, die dem FC Thun (Rang 1, 68 Punkte) nicht zutrauen, diesen Meistertitel bereits in den kommenden Wochen unter Dach und Fach zu bringen? Nach dieser Woche mit den Direktduellen gegen den FC St. Gallen (Rang 2) und die Berner Young Boys, aus der die Berner Oberländer 14 Punkte Vorsprung in die finalen neuen Meisterschaftsrunden nehmen? Wenn, dann berufen sich diese Pessimisten mit ihrer Einschätzung wohl einzig und allein darauf, dass der FC Thun als Aufsteiger doch eigentlich gar nicht Schweizer Meister werden kann. Denn auf dem Platz zeigt die Mannschaft von Mauro Lustrinelli Woche für Woche eindrücklich, was ein Spitzenteam auszeichnet: Nehmerqualitäten, Selbstvertrauen, Kampfgeist, Effizienz und natürlich auch eine Prise Glück (gell, Marco Bürki) – alles auch gestern beim 2:1-Auswärtssieg bei YB zu bestaunen. In der Bundesstadt erlebten die Oberländer nämlich eine erste Halbzeit zum Vergessen, lagen verdient mit 0:1 (7., Alvyn Sanches) hinten, nur um dann einen Rückstand zum bereits zwölften Mal in dieser Spielzeit noch ihn ein positives Ergebnis umzuwandeln. Erst durch Valmir Matoshi (50.), der fünf Minuten nach seiner Einwechslung zum 1:1 traf. Dann durch Nils Reichmuth, der zwölf Minuten nach seiner Einwechslung den 1:2-Siegtreffer erzielte. Game over für die Young Boys (Rang 6, 42 Punkte), die sich als «Belohnung» abermals im Strichkampf wiederfinden. Vier Runden vor der Ligatrennung beträgt der Vorsprung auf Luzern und Lausanne sechs Punkte.

 

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