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Aufgefallen: Fünf Erkenntnisse nach den Nati-Tests gegen GER und NOR

Patrick

Ein Torfestival gegen Deutschland, ein Holper-Kick in Oslo und vor allem keine Verletzten: So lautet das Kurzfazit der beiden Länderspiele der vergangenen Tage. Und natürlich wurde dabei auch fleissig getestet. Unsere Erkenntnisse knapp zweieinhalb Monate vor dem Beginn der FIFA-WM in Nordamerika.

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Sahen im Test gegen Deutschland nicht immer gut aus: Keeper Gregor Kobel (in gelb) und Verteidiger Manuel Akanji © Keystone / Claudio Thoma

Wechselkönige

Zehn Wechsel gegen Deutschland (davon vier zur Pause) und noch einmal zehn Wechsel gegen Norwegen (sieben zur Pause) – keine Frage, die Schweiz nutzte die seit diesem Jahr geltenden Lockerungen der Wechselregelung bei Freundschaftsspielen nahezu maximal aus. Natürlich ganz im Sinn von Nationaltrainer Murat Yakin, der so die Möglichkeit erhielt, diverse Spieler im Einsatz zu sehen, sie dabei z.T. mit neuen Aufgaben zu betrauen und gleichzeitig ein alternatives System (3-4-3) zu testen. „Der Plan für diese Testspiele war immer, für die WM möglichst viele Optionen zu haben“, erklärte der Basler bereits nach dem Duell mit Deutschland.  Eine Sichtweise, die auch Norwegens Stale Solbakken (gestern elf Wechsel) nicht fremd sein dürfte.

 

Die Nr. 2 war die bessere Nr. 1

Nein, Stand jetzt sind wir in der Schweiz noch ziemlich weit weg von einer Torhüter-Diskussion. Und trotzdem gilt es festzuhalten: Yvon Mvogo hinterliess im Spiel gegen Norwegen den besseren Eindruck als Stammkeeper Gregor Kobel vier Tage zuvor gegen Deutschland. Und das lag nicht alleine daran, dass Kobel gegen Florian Wirtz & Co. vier Gegentore kassierte, während Mvogo in seinem 12. Länderspiel zum sechsten Mal zu Null spielte. Nein, es lag vor allem daran, dass der BVB-Keeper gegen unseren nördlichen Nachbarn beim 1:1 durch Jonathan Tah ein Tor kassierte, dass er nicht kassieren darf und dann auch beim 2:2 unmittelbar vor er Pause nicht gut aus sah, weil die Abstimmung mit Manuel Akanji nicht stimmte. Zwei Fehler, wie sie passieren können, im Hinblick auf die WM aber besser nicht noch einmal passieren. Denn nichts lässt das Momentum in einem Spiel so abrupt die Seite wechseln, wie geschenkte Gegentore.

 

Gestatten: Denis Zakaria, Rechtsverteidiger

Vielleicht funktioniert er so, der Weg von Monaco-Captain Denis Zakaria in die Nati-Startelf. Als spielstarker Rechtsverteidiger in der Dreierkette, der so seinen Mitspielern speziell in Momenten, in denen die Ballverteiler Xhaka und Freuler zugestellt sind, eine zusätzliche ballsichere Anspielstation präsentiert. Denn dass der Genfer Abwehr kann, zeigte er zwar weniger im Duell gegen das hoch angreifende Deutschland, dafür aber in den Wochen zuvor bei der AS Monaco, wo er zuletzt in sieben von acht Partien in der Verteidigung zum Einsatz kam. Und auch gegen Norwegen gestern gab es durchaus Momente, in den Zakaria positive Argumente für diese Variante lieferte. Insbesondere mit Blick auf Partien gegen WM-Gegner wie Katar oder Kanada, in denen erwartet werden kann, dass der spielstarke Umgang mit dem eigenen Ballbesitz den Schweizern das Leben erleichtern könnte.

 

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Versteckte sich nicht und versuchte, Akzente zu setzen: Ardon Jashari (l.), designierter Xhaka-Nachfolger im Mittelfeld (Keystone / Cyril Zingaro)

Der neue Chef ist schon da

Den Wert von Granit Xhaka? Erkennt man u.a. auch dann, wenn der Captain mal nicht auf dem Platz steht. So wie in der zweiten Hälfte des Tests gegen Deutschland oder gestern Abend in Oslo, wo er im zentralen Mittelfeld zweimal von Ardon Jashari ersetzt wurde - mit ermutigendem Ergebnis. Natürlich verfügt der 23-Jährige Zentralschweizer noch nicht über die Dominanz, Erfahrung und Spielstärke des Schweizer Rekordnationalspielers, aber die Art wie Jashari in seinen Länderspielen Nr. 5 und 6 Auftrat, wie er den Ball forderte, seine Mitspieler dirigierte und sich Dinge getraute, zeigt auf, dass der Übergang von Xhaka zu Jashari dereinst ein Natürlicher werden könnte. Insbesondere dann, wenn sich der ex-FCL-Crack auch bei seinem Klub in Mailand weitere Spielpraxis und Selbstvertrauen holen kann. Nach seinem Wadenbeinbruch im Sommer hat er diesbezüglich definitiv noch (verständlichen) Nachholbedarf.

 

Mehr davon bitte

Von was genau? Spielpraxis natürlich. Genauer: Von Spielpraxis auf hohem internationalen Niveau. Genau so, wie sie Fabian Rieder und Alvyn Sanches bislang aus unterschiedlichen Gründen zu wenig sammeln konnten. Rieder, weil er sich seinen Stammplatz in Augsburg zuletzt zwar zurückerobern konnte, in der Nati „seine“ Position aber noch nicht wirklich gefunden hat. Und Sanches, weil er auf diesem Niveau eigentlich noch komplett ohne Erfahrung ist. Vor diesem Hintergrund ist auch zu verstehen, weshalb die beiden talentierten Offensivspieler bei Yakin weiterhin regelmässig zum Einsatz kommen werden, auch wenn sie in den beiden jüngsten Tests nicht wirklich überzeugen konnten. Spielminuten wären im Übrigen auch für Noah Okafor und dessen Anspruch wertvoll gewesen, sich pünktlich zur WM wieder positiv in der Nationalmannschaft zu integrieren. Dieses Mal machten dem Leeds-Legionär jedoch gesundheitliche Bedenken einen Strich durch die Rechnung.

 

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