Christian Horner wurde im Juli 2025 als Teamchef von Red Bull entlassen. Der 52-jährige Brite sagt aber, er habe in der Formel 1 "noch eine Rechnung offen".
Mercedes-Chef Toto Wolff hat bestritten, Christian Horner an einer Rückkehr in die Formel 1 hindern zu wollen, sagt jedoch, sein ehemaliger Rivale müsse mit "Konsequenzen" rechnen, da er während seiner Zeit als Red-Bull-Chef "ziemlich viel Unheil angerichtet" habe.
Horner wurde im Juli vergangenen Jahres von seinem Posten als Teamchef und Geschäftsführer bei Red Bull entlassen. Er bekundete jedoch Interesse an einer Rückkehr, um "unerledigte Angelegenheiten" zu regeln.
Horner & Wolff an Alpine-Kauf interessiert
Ein möglicher Weg zurück ins Fahrerlager schien sich für Horner zu eröffnen, als im Januar sein Interesse an einem Anteilskauf bei Alpine bestätigt wurde. Inzwischen wurde jedoch ebenso bestätigt, dass auch Wolff und Mercedes daran interessiert sind, den zum Verkauf stehenden Anteil an Alpine zu erwerben.
Wolff sagte gegenüber der Press Association bezüglich Horner: "Er hat ziemlich viel Unruhe gestiftet und diese Dinge haben Auswirkungen auf unseren Mikrokosmos. Wenn man Dinge sagt - aber das ist es, was er sein ganzes Leben lang getan hat, und das ist es, was er am besten kann."
Zum gemeinsamen Interesse an den Alpine-Anteilen äusserte er sich: "Dass wir uns diesen Anteil ansehen, hat nichts mit Christian zu tun. Die Vorstellung, dass es zwischen Christian und mir eine Rivalität darum gibt, wer einen Anteil an Alpine kauft ist aus der Luft gegriffen. Es wäre ziemlich traurig, wenn das ein Kriterium für solch eine Investition wäre. Wir betrachten das aus verschiedenen Blickwinkeln und sind noch zu keinem Ergebnis gekommen. Wir wollen wissen, ob es Sinn macht."
Zwei grosse Rivalen in der F1
Wolff und Horner wurden zu zwei der grössten Namen im Sport, als die Rivalität zwischen ihren Teams - insbesondere beim Kampf zwischen Lewis Hamilton und Max Verstappen um den Titel 2021 - die Fantasie der Fans beflügelte.
Horner feierte Erfolge als Verstappen von 2021 bis 2024 vier Titel in Folge gewann. Die letzten 18 Monate seiner Amtszeit wurden jedoch von Vorwürfen wegen vermeintlich unangemessenen Verhaltens gegenüber einer Kollegin überschattet. Horner wurde allerdings zweimal von den Vorwürfen freigesprochen.
Aston Martin scheint Jonathan Wheatley, der zuvor unter Horner bei Red Bull gearbeitet hat, als ihren nächsten Teamchef zu favorisieren. Demnach gibt es aktuell keinen Weg zurück in die Position, die sich Horner wünschen würde.
Wolff findet positive Worte
Wolff fuhr bezüglich einer möglichen Horner-Rückkehr in die F1 fort: "Ich bin mir darüber nicht ganz im Klaren. Dem Sport fehlen Persönlichkeiten. Und seine Persönlichkeit war eindeutig sehr umstritten und das ist gut für den Sport. Ich sagte zu Fred Vasseur (Ferrari-Teamchef, Anm. d. Red.), dass es das Gute, das Schlechte und das Hässliche braucht. Und jetzt sind nur noch das Gute und das Hässliche übrig. Das Schlechte ist weg."
Ob Wolff und Horner jemals in einem Team zusammenarbeiten könnten? "Ich glaube nicht. Aber selbst als ich die grösste Frustration und Wut auf ihn hatte, musste ich mich daran erinnern, dass selbst der schlimmste Feind einen besten Freund hat, also muss es auch etwas Gutes geben. Gäbe es diese jahrelange Rivalität nicht und wäre die Zeit schon weiter fortgeschritten, hätte ich sicher mit ihm zu Abend gegessen und zusammen gelacht."
Wolff erzählte, dass die jahrelange Beziehung zu intensiv und zu heftig abliefen. Ausserdem hätte Horner Dinge getan, bei denen der Mercedes-Chef bis heute nicht begreifen könne, warum der ehemalige Team-Chef sie getan hat.
"Ich weiss nicht, ob er seinen Weg zurückfindet und wenn in welcher Funktion. Ich wünsche ihm jedenfalls nichts Böses" sagte Wolff. Zudem zollte er dem Ex-Red-Bull-Chef trotz Allem Respekt: "Wir müssen einander Anerkennung zollen. Es gibt nicht viele Teamchefs, die das geschafft haben, was er geschafft hat."
"Ich sehe die Situation so, dass ich egal was passiert ist, wie die Ergebnisse ausfallen und ob er nun in die Formel 1 zurückkehrt oder nicht, damit im Reinen bin."