skysport.ch
Sky Sport

Live-Sport ansehen auf

Sky Sport
Analysen Fussball

Das Wiedersehen nach 241 Tagen

Andy

Heute Abend folgt die zweite Tranche der Achtelfinal-Hinspiele in der Champions League. Dabei sind viele Augen auf das Duell zwischen Titelverteidiger Paris Saint-Germain und Klubweltmeister Chelsea gerichtet, zumal die Vorgeschichte Emotionen verspricht.

imago1064164456
Im Final der Klub-WM 2025 lagen bei PSG-Trainer Luis Enrique die Nerven blank. © IMAGO / Icon Sportswire

Die Leichtigkeit des Siegens, die Paris Saint-Germain im Champions League-Final 2025 gegen Inter Mailand so ausgezeichnet hatte, als die Franzosen die Italiener mit 5:0 aus der Münchner Allianz ballerten, scheint aktuell weit weg. Am vergangenen Freitag verlor das Starensemble in der Ligue 1 daheim gegen Monaco mit 1:3, es war die erste Heimniederlage in der Meisterschaft seit über zehn Monaten. Der Titelkampf ist offen, der Serienmeister liegt nur ein Pünktchen vor dem Aussenseiter Lens.

Und auch in der Champions League war PSG bislang nicht wirklich überzeugend: Die Ligaphase beendete das Team von Luis Enrique nach Niederlagen gegen die Bayern und Sporting Lissabon und Unentschieden gegen Athletic Bilbao und Newcastle nur auf Rang 11 und musste die Zusatzschlaufe Playoffs antreten. Dort reichte es dann gegen Monaco zu einem nicht wirklich überzeugenden 5:4-Gesamtsieg. «Wir haben offensichtlich Schwierigkeiten», sagte nun Coach Luis Enrique. Er sehe bei den Spielern ein Kopfproblem, Selbstvertrauen könne man nicht einfach kaufen.

Provokationen und Handgemenge

Und nun stehen also die beiden Achtelfinalspiele gegen Chelsea an. Ein Gegner, an den die Pariser keine guten Erinnerungen haben. Letztmals standen sich die beiden Teams am 13. Juli 2025 im Final der Klub-WM gegenüber. Die Engländer siegten dank Toren von Cole Palmer (2) und João Pedro 3:0, was offenbar zuviel war für die Pariser und ihren Coach. Diverse PSG-Akteure fühlten sich nach dem Match von Chelsea-Spielern provoziert und lösten noch auf dem Platz ein Handgemenge aus. 

Mittendrin war auch Luis Enrique. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie der PSG-Trainer zu einem Schlag gegen den Nacken von Chelsea-Stürmer Joao Pedro ausholte und ihn an Hals und Kinn traf. Der Brasilianer ging daraufhin zu Boden, worauf die Situation zusätzlich eskalierte. Nach dem Spiel betonte Luis Enrique, er habe lediglich «die Spieler voneinander trennen wollen, damit die Situation nicht noch schlimmer wird». Der spanische Erfolgscoach gab aber zu: «Es war eine Situation, die für alle Beteiligten vermeidbar gewesen wäre.»

Der Flirt mit den Blues

Zwei Jahre zuvor stand Enrique übrigens kurz davor, Coach der Blues zu werden. Nach der Entlassung von Trainer Graham Potter im April 2023 suchte der Klub einen neuen Coach. Dabei gehörte Luis Enrique zu den wichtigsten Kandidaten und reiste gemäss Medienberichten sogar nach London, um mit Klubbesitzer Todd Boehly Gespräche zu führen. Doch zu einer Einigung kam es nicht, statt Enrique übernahm Frank Lampard als Interimstrainer, ehe Mauricio Pochettino für eine Saison Chelsea-Trainer wurde.

Der Fussballjournalist Graham Hunter verriet später, Enrique habe bei seinem Besuch im Trainingszentrum von Chelsea in Cobham mehrere Probleme im Klub erkannt. Bevor der Spanier zu Paris Saint-Germain ging, habe er ein sehr erfolgreiches Interview mit Chelsea-Mehrheitsaktionär Clearlake gehabt, den Job später aber abgelehnt. Er habe genau das gesehen, womit der Italiener Enzo Maresca, von Juli 2024 bis zum 1. Januar 2026 bei Chelsea an der Linie, später zu kämpfen hatte – sich einmischende Besitzer und gefühlt unzählige Sportdirektoren.

So weit, so gut. Nun kommt es heute Abend, 241 Tage nach dem Final in der Klub-WM, in Paris zum zehnten Duell zwischen PSG und Chelsea und zum dritten Aufeinandertreffen in der K.o.-Phase der Königsklasse. 2014 gewann Chelsea im Viertelfinal dank den Auswärtstoren, ein Jahr später überstand PSG den Achtelfinal auf dieselbe Art und Weise. Und 2016 gewannen die Pariser das Hin- und das Rückspiel jeweils mit 2:1.

Ob es auch in diesem Jahr so kommt? Zu erwarten ist ein enges Duell, zumal Chelsea in der Champions League zwar direkt in die Achtelfinals eingezogen ist, auswärts aber einige Schwächen offenbarte und in der Liga-Phase gegen die Bayern (1:3) und Atalanta (1:2) verlor, gegen Karabach nur 2:2 spielte und einzig gegen Napoli gewann (3:2). Und so geben sich nun beide Coaches einigermassen optimistisch und zeigen Vorfreude. 

«Jeder weiss, dass wir diese Champions League gewinnen können, aber dafür müssen wir unsere Leistung verbessern. Das ist uns bewusst. Es wird interessant sein, gegen eine der besten englischen Mannschaften zu spielen, die wir gut kennen», sagt Luis Enrique. Sein Chelsea-Gegenüber Liam Rosenior erklärt derweil: «PSG ist eine fantastische Mannschaft. Ich habe bereits in Frankreich gegen sie gespielt und habe sie immer bewundert. Ich finde, Luis Enrique hat dort unglaubliche Arbeit geleistet. Das sind die Spiele, für die man lebt und wegen denen man Fussball spielt. Es wird ein grossartiges Duell zwischen zwei fantastischen Mannschaften. Ich freue mich wirklich sehr darauf.» 

Es bleibt abzuwarten, wie lange diese Freude anhält und wer nach dem Hin- und Rückspiel lacht.

Bewerte den Artikel
0 Bewertungen
Ihre Stimme wird gezählt.

News-Feed

Lesen Sie auch

Mehr anzeigen

Live-Sport ansehen auf

Sky Sport
Copyright Sky Schweiz SA © 2001-2026. Erstellt von EWM.swiss