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Der heisse Kampf um die Olympia-Tickets

Andy

Noch fünf Weltcuprennen, dann ist der Kampf um die Schweizer Olympia-Tickets für die alpinen Ski-Wettbewerbe entschieden. Und gerade bei den Männern ist die Spannung hoch, während bei den Frauen noch viel Freiraum besteht.

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Speed-Spezialist Franjo von Allmen ist nach starken Leistungen für Olympia gesetzt, andere müssen noch zittern. © Franjo von Allmen ist nach starken Leistungen für Olympia gesetzt, andere müssen noch zittern.

Die Ausgangslage ist klar. Insgesamt 22 Skifahrerinnen und Skifahrer darf Swiss-Ski mit an die Olympischen Spiele nehmen, maximal elf pro Geschlecht. Es ist das Maximum, keine Nation darf mit mehr Athletinnen und Athleten anreisen; die Quote wird aus sämtlichen Weltcupresultaten von Männern und Frauen errechnet.

Dass die deutlich stärkeren Männer gleich viele Fahrer mitnehmen dürfen wie das mit Verletzungssorgen kämpfende und generell schwächelnde Frauenteam, sorgt für Kopfzerbrechen. Es ist eine Vorgabe. Eine andere sind die Selektionskriterien, die in der Schweiz beheissen: Es braucht einen Platz in den Top 7 oder zwei Rangierungen in den Top 15, um die Selektionskriterien der Schweiz zu erfüllen. Zudem dürfen pro Disziplin an Olympia maximal vier Athleten pro Nation starten.

Murisier, Yule und Zenhäusern mit dem Rücken zur Wand

Das sorgt bei Swiss-Ski wohl für rauchende Köpfe, gerade bei den Speed-Assen. Marco Odermatt, Franjo von Allmen und auch Alexis Monney sind heiss auf Olympia-Gold und werden wohl die Abfahrt bestreiten vielleicht auch für den Super-G gesetzt sein. Stefan Rogentin hat die Vorgaben für beide Disziplinen erfüllt, Niels Hintermann, Alessio Miggiano und Marco Kohler in der Abfahrt, dazu kommt Loïc Meillard im Super-G. Schlechte Karten hat dagegen aktuell Justin Murisier, der an diesem Wochenende in Kitzbühel mit dem Rücken zur Wand steht und einen Platz in den Top 7 braucht, denn summa summarum haben in der Abfahrt und im Super-G fünf Fahrer die Kriterien bereits erfüllt.

Und auch bei den Technikern sind die Plätze bereits belegt. Im Riesenslalom sind Odermatt, Meillard, Aerni und Tumler gesetzt, im Slalom haben Meillard, Tanguy Nef und Matthias Iten ihr Soll erfüllt. Daniel Yule und Ramon Zenhäusern brauchen am Sonntag im Slalom von Kitzbühel je noch einen Platz in den Top 15, während Marc Rochat bezüglich Selektionskriterien noch ohne zählbares Resultat da steht.

Die Qual der Wahl

Zwölf Schweizer haben die Vorgaben erfüllt, nur elf Skirennfahrer dürfen nach Italien reisen – schon vor den letzten Rennen, die für die Selektion zählen, ist klar, dass mindestens ein Athlet trotz geschaffter Kriterien daheim bleiben muss. «Der Konkurrenzkampf ist heftig, ab jetzt werden die Ellbogen ausgefahren», erklärte Niels Hintermann zuletzt in Wengen. Cheftrainer Tom Stauffer ist gefordert, wenn er seine Italien-Fahrer nominieren muss, er hat die Qual der Wahl. Und so sagte nun Superstar Marco Odermatt, der in der Abfahrt, im Super-G und im Riesenslalom zu den Top-Favoriten auf Gold gehört: «Ich möchte nicht in seiner Haut stecken und entscheiden müssen, wer zu den Olympischen Spielen reisen darf.»

Anders sieht es bei den Frauen aus, die unter den Abwesenheiten von Lara Gut-Behrami und Michelle Gisin leiden. Theoretisch sind noch mehr als die Hälfte der elf zur Verfügung stehenden Plätze frei. Janine Schmitt (Abfahrt) und Malorie Blanc (Super-G) haben im Speed das Soll erreicht, bei den Technikerinnen haben Teamleaderin Camille Rast (Slalom, Riesenslalom), Wendy Holdener (Slalom) und Eliane Christen (Slalom) ihr Olympia-Ticket bereits gelöst. Corinne Suter und Jasmine Flury haben in der Abfahrt und Joana Hählen im Super-G die Norm zur Hälfte geschafft. Titelverteidigerin Suter und Flury kommen gerade erst von Verletzungen zurück und dürften deshalb und aufgrund ihrer erfolgreichen Vergangenheit und ihres Potenzials an den Spielen ebenfalls dabei sein.

Genderwahn und Politik

Bei den Technikerinnen stehen am kommenden Wochenende in Spindermühle noch ein Riesenslalom und ein Slalom auf dem Programm – es ist die grosse Chance für Mélanie Meillard und Anuk Brändli (beide im Slalom) und Vanessa Kasper (Riesenslalom), in die Top 15 zu fahren und so für klare Verhältnisse zu sorgen. Sollten bis Sonntag nicht elf Fahrerinnen die Selektionskriterien erfüllt haben, würde vielleicht noch die eine oder andere junge Athletin im Hinblick auf die Zukunft ihre Chance erhalten.

Klar ist, in den fünf Wettkämpfen dieser Woche geht es um die Olympia-Wurst. Es gibt Rennen in den Rennen – und damit auch viel Spannung und Brisanz. Und anschliessend rauchende Köpfe. Männer-Cheftrainer Tom Stauffer sprach bezüglich der Regel des Internationalen Olympischen Komitees schon von «Genderwahn» und erklärte nun gegenüber dem «Tages-Anzeiger» über die hälftige Aufteilung der Plätze: «Das hat nichts mehr mit Spitzensport zu tun. Die Gender-Thematik führt hier zu weit und ist nicht zielführend. Da geht es zu sehr um Politik.»

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