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Analysen Eishockey

Die Goalies als Erfolgsfaktor

Andy

Mit dem Beginn der Playoffs stehen auch die Torhüter noch stärker als sonst schon im Fokus. Denn grundsätzlich ist klar: Nur wer über einen starken Goalie verfügt, kann im Eishockey am Ende die Trophäe in die Höhe stemmen.

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Simon Hrubec ist bei den ZSC Lions die defensive Lebensversicherung. © KEYSTONE/Marcel Bieri

Ein kurzer Blick zurück unterstreicht die Gültigkeit dieser These. In den letzten zwei Saisons wurden die ZSC Lions Meister. Ihr grosser Rückhalt war dabei der Tscheche Simon Hrubec, der zuvor auch schon in der tschechischen Meisterschaft und in der KHL den Titel gewonnen und schier unzählige persönliche Auszeichnungen erhalten hat. Sein Vorgänger in der Saison 2022/23 war Robert Mayer, dessen damalige Werte bei Servette in den Playoffs beeindruckend waren: 93,43 Prozent gehaltene Schüsse, nur 1,67 Gegentore pro Spiel – und ein erzieltes Tor. Seine starken Leistungen brachten ihn bis an die WM – allerdings ohne Happy End. Für den Viertelfinal gegen Deutschland setzte Coach Patrick Fischer auf Mayer statt Genoni als Goalie und der Genfer Mayer stand mit einem Patzer am Anfang der bitteren Niederlage. Vor Mayer war die Reihe an Leonardo Genoni, der 2021 und 2022 mit dem EVZ Meister wurde, nachdem er zuvor schon mit dem SCB (2017 und 2019) und dem HC Davos (2009, 2011 und 2015) den Titel gewonnen hatte. Sieben Mal Champion – das ist Rekord.

Wenn ein Goalie fast unbezwingbar wird...

Goalies haben in den Playoffs im Eishockey eine extrem zentrale Bedeutung, sie entscheiden oftmals nicht nur Spiele, sondern ganze Serien. In der Regular Season kann man Schwächen über die Dauer noch kompensieren, aber in den Playoffs sorgt der Goalie sehr häufig für die Differenz zwischen Sieg und Niederlage. In diesen Spielen wird die Defensive wichtiger als noch in der Regular Season. Die Zeit, um Fehltritte auszubügeln, ist begrenzt, die Matches sind oftmals enger, körperlicher und taktischer, es fallen weniger Tore, so dass ein starker Torhüter immens viel bewirken kann. Gerade wenn ein Goalie heiss respektive «on fire» ist und einen Lauf hat, scheint er plötzlich unbezwingbar zu sein. Er lässt die Gegner verzweifeln, stiehlt Spiele und beschert seinem Team einen psychologischen Vorteil.

So stehen die Goalies auch nun wieder im Fokus und hoffen die einzelnen Teams auf den entscheidenden Rückhalt. Einer, der sich jetzt schon wieder bewährt hat, ist Simon Hrubec, der in den bisherigen zwei Viertelfinalduellen gegen Lugano den Unterschied zugunsten der Zürcher ausgemacht hat. Im ersten Duell parierte er alle 24 Schüsse, die auf sein Tor kamen, und feierte beim 3:0-Sieg einen Shutout. Am Montag in Lugano kassierte er beim 5:4-Sieg der Zürcher zwar vier Gegentreffer, war aber dennoch der beste Löwe. 43 Schüsse wurden auf ihn abgefeuert, alleine im letzten Drittel lautete das Schussverhältnis 15:3 für die Tessiner, doch auch so kam er im gesamten Spiel auf 90,70 Prozent gehaltene Schüsse. Lugano war in den ersten beiden Viertelfinalduellen keineswegs die schlechtere Mannschaft, aber die ZSC Lions hatten mit Simon Hrubec den klar besseren Mann im Tor als die Tessiner mit Niklas Schlegel.

Nyffeler und Pasche on fire

Heiss sind aktuell auch Rappis Melvin Nyffeler und Lausannes Kevin Pasche. Nyffeler führt mit den Lakers gegen Gottéron in der Viertelfinalserie 2:0, so dass die sensationelle Halbfinal-Qualifikation für die St. Galler durchaus realistisch ist. Insgesamt hat er 63 Schüsse gehalten – gleich viele wie Hrubec und einen weniger als Pasche. Nach der Finalniederlage vor einem Jahr gegen die ZSC Lions wurde bei den Waadtländern auf der Goalie-Position Optimierungspotenzial geortet und Connor Hughes aus Nordamerika zurückgeholt. Während der Regular Season haben Hughes und Pasche ein gleichberechtigtes Duo gebildet, in den ersten zwei Viertelfinal-Derbies gegen Servette vertraute Coach Geoff Ward nun aber auf den 23-jährigen Pasche – was durchaus Sinn macht. Von 66 Schüssen auf sein Tor entschärfte er 64 – das ergibt eine Erfolgsquote von 96,97 Prozent. Damit ist Pasche in den Viertelfinals die klare Nummer 1 aller Torhüter, vor Nyffeler (95,45 Prozent) und Simon Hrubec (94,03 Prozent). Und er steht auch besser da als Servettes Stéphane Charlin, der in der Saison 2024/25, damals noch in Diensten der SCL Tigers, zum besten Goalie der National League gekürt worden war. Im ersten Viertelfinalduell gegen Lausanne war Charlin noch ein Shutout gelungen, am Montag verloren die Genfer 1:5 und Goalie Charlin kam nur auf 86,21 Prozent gehaltene Schüsse. Gut möglich, dass auch in diesem Viertelfinal am Ende die Torhüter das Zünglein an der Waage sein werden.

In der Serie zwischen dem dominierenden Qualifikationssieger Davos und dem EV Zug läuft auf den ersten Blick alles nach Plan, die Bündner führen 2:0. Aber die Zentralschweizer hatten es am Freitag und am Sonntag in der Hand, den Rekordmeister zu bezwingen. Am Freitag kassierten sie bei der 3:4-Niederlage in der Schlussphase innert 33 Sekunden zwei Tore und verschenkten den Sieg, am Sonntag betrieben sie bei der 0:2-Niederlage einerseits Chancenwucher, auf der anderen Seite glänzte HCD-Goalie Sandro Aeschlimann mit 24 Paraden und hielt seinen Kasten sauber. Wollen die Zuger die Überraschung schaffen, brauchen sie schon heute Abend in Davos in Spiel 3 einen Leonardo Genoni der Extraklasse. Dass er dazu in der Lage ist, hat der 38 in der Vergangenheit immer wieder bewiesen.

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