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Die Probleme der «goldenen» Nati-Generation

Andy

Im Sommer 2024 begeisterte die Schweizer Fussball-Nati an der EM. Im Kader standen einige junge Spieler, die Gedanken an eine «goldene Generation» aufkommen liessen. Doch heute, wenige Monate vor der WM in Kanada, Mexiko und den USA, kämpfen einige von ihnen mit Problemen.

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Dan Ndoye wartet bei Nottingham seit einer gefühlten Ewigkeit auf ein Tor. © IMAGO / BSR Agency

Am 13. Juni bestreiten Murat Yakin und sein Team an der WM ihr erstes Spiel, treffen auf Katar. Die Hoffnung ist gross, dass die Nati dann brilliert und in die Viertelfinals einzieht. So wie es an der EM 2021 und 2024 gelungen ist, als jeweils im Penaltyschiessen das Ausscheiden folgte. 2021 gegen Spanien, drei Jahre später gegen England. Der Frust war damals riesig, das Lechzen nach einer Halbfinal-Qualifikation ist nach wie vor gross.

Gerade jene Tage in Deutschland nährten die Hoffnung auf einen baldigen Coup, zumal viele junge Spieler am Anfang einer vielversprechenden Karriere zu stehen schienen. Doch wie so oft im Spitzensport verlaufen auch hier nicht alle Wege linear aufwärts. Es müssen einige Hindernisse überwunden werden, so auch aktuell.

Die Ladehemmung von Ndoye

Da ist beispielsweise Dan Ndoye. Der Stürmer bestritt an der EM 2024 alle fünf Spiele von Anfang an, erzielte gegen Deutschland ein Tor. Ndoye war eine der grossen Figuren während des Schweizer Sommermärchens und spielte sich ins internationale Rampenlicht. Im Sommer 2025 folgte dann der Wechsel von Bologna zu Nottingham, die Ablösesumme betrug stolze 42 Millionen Euro. Doch nun leidet er unter Ladehemmung. Seit er in seinem ersten Premier League-Spiel Mitte August gegen Brentford seine Tor-Premiere feierte, traf er in der Meisterschaft nicht mehr. Zwischendurch musste er verletzt pausieren, seit er sich wieder zurückgemeldet hat, war er aber nur noch Teilzeitarbeiter und kam in sechs Spielen auf lediglich 106 Spielminuten. Im Winter tauchten Gerüchte über einen Wechsel auf, kolportiert bestand Interesse von Inter Mailand und Atlético Madrid. Der Offensiv-Turbo blieb aber bei Nottingham, das sich mitten im Abstiegskampf befindet. Da bleibt zu hoffen, dass Ndoye im Hinblick auf die WM schon bald wieder durchstartet. Über die nötige Qualität verfügt er definitiv.

Auch Fabian Rieder kam an der EM 2024 in allen Spielen zum Einsatz, wurde im Team von Murat Yakin zu einem immer wichtigeren Faktor. Nachdem er bei Rennes schwere Zeiten durchgemacht hatte, schien es, als habe der Mittelfeldspieler den Turnaround geschafft. Er wurde mit einem Leihvertrag bei Stuttgart belohnt, verlor dort nach einem guten Start aber immer mehr an Bedeutung. Mittlerweile steht der Ex-YB-Spieler bei Augsburg unter Vertrag, wo er zu Beginn ein fixer Wert war und auch als Torschütze glänzte. Doch zuletzt geriet sein Motor immer mehr ins Stocken. Rieder, mittlerweile 24 Jahre alt, wartet seit Anfang November und 13 Spielen auf einen Treffer, kam in den letzten drei Spielen gerade mal zu 42 Spielminuten.

Stergiou und die Verletzungen…

Leonidas Stergiou erhielt an der EM 2024 immerhin drei Teileinsätze und galt in der Defensive als ein Mann für die Zukunft. Doch seither ging nicht mehr viel. Beim VfB Stuttgart fiel er aufgrund von Verletzungen häufig aus und rutschte danach in der Hierarchie nach unten. In der Winterpause wurde er nach Heidenheim ausgeliehen, um Spielpraxis zu sammeln – und litt bereits wieder unter einer Adduktorenverletzung und unter muskulären Problemen. Da stellt sich unweigerlich die Frage: Wann steht dem 23-Jährigen sein Körper nicht mehr im Weg?

Auch Zeki Amdouni wurde für die Nati als wichtiger Mann gehandelt, sollte in der Offensive für Tore sorgen. Mittlerweile ist er 25 Jahre alt, hat 27 Länderspiele bestritten und beachtliche elf Tore erzielt. Doch im Juli erlitt er einen Kreuzbandriss und ist seither zum Zuschauen verdammt. Sein Ziel ist und bleibt aber die WM-Teilnahme, zudem sollte er in wenigen Wochen sein Comeback geben und dann auch Aufsteiger Burnley in der Premier League im Abstiegskampf helfen können.

Morgenröte bei Okafor und Jashari

Ardon Jashari (23) und Noah Okafor (25) gehörten an der EM 2024 zum Schweizer Kader, kamen aber nicht zum Einsatz. Dennoch dachte man, dass sie in der Nati schon bald für Furore sorgen könnten. Doch auch bei ihnen harzte es seither. Okafor fiel bei Natitrainer Yakin aufgrund seiner Einstellung in Ungnade und wechselte von Milan via Napoli zu Leeds United. In der Premier League blühte der Stürmer nun endlich wieder auf, erzielte in 23 Spielen vier Tore, zwei davon in den letzten zwei Spielen, ehe er sich eine Oberschenkelverletzung zuzog. Immerhin sollte er nicht lange ausfallen. Hoffnung macht zudem, dass zuletzt eine Annäherung mit Naticoach Yakin erfolgte. Denn klar ist: Ein fitter und motivierter Noah Okafor würde der Nati-Offensive gut tun.

Auch Mittelfeldspieler Ardon Jashari könnte für die Nati wichtig sein. Doch nach dem von Nebengeräuschen begleiteten Wechsel von Belgien zur AC Milan kämpft der 23-Jährige mit Problemen und Pech. Kurz nach seinem Transfer nach Italien zog er sich im Training einen Wadenbeinbruch zu und kam erst Ende Dezember zu seinem Comeback. Seither hatte er einige Einsätze, zuletzt stand er gar zweimal in der Startelf und kam zu seinem ersten Assist. Zudem wurde er von Trainer Massimiliano Allegri gelobt. Das macht Hoffnung. Ihm – und auch den Fans der Schweizer Nati im Hinblick auf die WM 2026.

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