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Die Tottenham-Pleite ist ein Spiegelbild der BVB-Probleme

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Ex-Profi und TV-Experte Mats Hummels sprach von einem "Totalausfall". Und auch die BVB-Verantwortlichen nahmen nach dem Spiel kein Blatt vor den Mund.

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Kapitän Emre Can (l.) und seine BVB-Teamkollegen enttäuschten gegen Tottenham Hotspur. © Imago

Ex-Profi und TV-Experte Mats Hummels sprach von einem "Totalausfall". Und auch die BVB-Verantwortlichen nahmen nach dem Spiel kein Blatt vor den Mund.

Es war ein Auftritt, der sich allerdings abgezeichnet hatte. Das Tottenham-Spiel hat einmal mehr die Probleme bei Borussia Dortmund offenbart.

Was die Pleite über den BVB aussagt: Fünf Thesen!

Die Mannschaft ist nicht so gut, wie sie gemacht wird!

Die Erwartungshaltung um den BVB herum ist zu hoch. Dortmund hat keine Sanchos, Haalands, Dembeles mehr. Die Marktwerte gingen in den letzten Jahren in den Keller, Spieler mit grossem Wiederverkaufswert muss man erst suchen. Dortmund hat einen Kader, dem es an Qualität fehlt und der über die letzten Jahre hinweg von verschiedenen Trainern (Terzic, Sahin, Kovac), Kaderplanern und Scouts (Kehl, Mislintat, Krug, Graf), Bossen (Watzke, Ricken) oder Beratern (Sammer) zusammengestellt wurde.

Zu viele Leute reden mit, zu viele Köche verderben den Brei. Das Produkt: Ein unausgewogener Kader, dem die Balance fehlt. Sebastian Kehl hat Recht, wenn er erfrischend ehrlich analysiert: "Das ist zu wenig! Die Mannschaft muss verstehen, dass das nicht unser Anspruch ist." Am Ende steht aber auch der Sportchef in der Verantwortung, schliesslich hat er in diesem Sommer über 100 Millionen Euro in neue Spieler investiert. Der Ertrag ist überschaubar.

Der BVB hat kaum mehr Unterschiedsspieler!

Der unausgewogene Kader und die teils fehlende Qualität bringen mich zu der Erkenntnis, dass der BVB kaum mehr Unterschiedsspieler hat. Felix Nmecha, der bereits als Fehleinkauf abgestempelt wurde, ragt als einer der wenigen Spieler heraus. Er zählt zum Tafelsilber. Kobel und Anton sind noch die Stabilsten. Schlotterbeck zählt in dieser Auflistung eigentlich dazu, wackelt aber seit der Vertragsfrage. Ansonsten?

Adeyemi, Beier, Svensson und Co. können an guten Tagen top sein, sind aber eben keine Weltklasse. An Brandt und Can scheiden sich seit Jahren die Geister. Guirassy, Tormaschine der vergangenen Saison, steht völlig neben sich. Ein weiteres Problem: Viele BVB-Stars träumen von grossen Verträgen und grossen Vereinen – ein bisschen mehr Selbstwahrnehmung, realistisches Urteilsvermögen und Demut würde dem einen oder anderen guttun.

Wenn der BVB nicht an sein Limit geht, reicht es nicht!

Die B-Note wurde in diesen Tagen viel diskutiert. Im Fokus: Trainer Niko Kovac. Der sprach die fehlende Aggressivität und Mentalität an. Recht hat er, schliesslich lag die Zweikampfquote in der ersten Halbzeit bei unterirdischen 36 Prozent.

Auf europäischer Bühne ein Armutszeugnis. Das Spiel hat gezeigt: der BVB muss in jeder Partie – ob der Gegner St. Pauli oder Tottenham heisst – an sein Limit gehen. Sonst reicht es nicht. Wenn es nur über Mentalität geht, reicht wiederum die Qualität nicht.

Kovac kann die Mannschaft (noch) nicht entwickeln!

Tottenham war der erste richtige Totalausfall unter Niko Kovac. Bei den Pleiten gegen City (1:4) oder Bayern (1:2) war der Gegner jeweils besser, was akzeptiert werden musste. So schlecht wie in Tottenham, da waren sich Fans und Experten einig, hat der BVB unter dem Deutsch-Kroaten noch nicht gespielt.

Es ist zu einfach, wenn der Coach, der die Mannschaft fitnesstechnisch voll in die Spur gebracht hat, in seiner Analyse den Fokus auf die fehlende Mentalität lenkt. Spielerisch war erneut eine Ideenarmut zu erkennen. Kovac muss zeigen, dass er die Mannschaft - vor allem spielerisch - entwickeln kann. Daran gibt es im hochsensiblen Dortmunder Umfeld leise Zweifel. Nicht erst seit Dienstagabend.

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