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Ehre für Manzambi, Blamage für Xhaka – und ein Treffer von Cömert

Andy

Er kehrte zurück und überzeugte: Johan Manzambi gab nach seiner Rot-Sperre gegen Bayer Leverkusen sein Comeback und war beim 3:3 eine der grossen Figuren. Und Innenverteidiger Eray Cömert erzielte für den FC Valencia seinen zweiten Saisontreffer, wie der Blick auf die in den europäischen Top-5-Ligen engagierten Schweizer zeigt.

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Johan Manzambi bei einer akrobatischen Einlage. © IMAGO / STEINSIEK.CH

Der Weg zum Ligaerhalt führt über das Motto «Spiel für Spiel, Punkt für Punkt». Das weiss auch Urs Fischer, der seit zwölf Bundesligaspielen an der Linie von Mainz die Verantwortung trägt, 18 Punkte gewonnen und seine Mannschaft vom letzten Platz weggeführt hat. Der Ligaerhalt rückt damit näher, die Abstiegsgefahr ist aber noch lange nicht gebannt, auch wenn die Mainzer am Samstag gegen den Tabellenvierten Stuttgart einen Punkt eroberten. 

Das von Captain Silvan Widmer angeführte Team sorgte so für ein kleines Happy End in einem turbulenten Spiel. Die Mainzer führten bis eine Viertelstunde vor Schluss 1:0, dann kehrten der Ex-St. Galler Ermedin Demirovic und Deniz Undav mit zwei Treffern innert einer Minute den Match. In der Nachspielzeit, als bei Mainz Silvan Widmer und bei den Stuttgartern Luca Jaquez schon Feierabend hatten, sorgte dann Danny Da Costa noch für den Mainzer Ausgleich. Damit belegen Urs Fischer und sein Team in der Tabelle Rang 15, haben eine Reserve von vier Punkten auf den VfL Wolfsburg auf dem ersten direkten Abstiegsplatz. Und die Stuttgarter sind als Tabellenvierte weiterhin auf Champions League-Kurs.

Die Wölfe verloren daheim gegen den Hamburger SV, bei dem Miro Muheim durchspielte, 1:2 und sind nun seit acht Spielen sieglos. Der Klub mit Sportdirektor Pirmin Schwegler und Aufsichtsrat Diego Benaglio feuerte am Tag darauf Trainer Daniel Bauer und Geschäftsführer Peter Christiansen, als Coach übernimmt nun Dieter Hecking für die schwierige «Mission Ligaerhalt».

Spannung pur im Abstiegskampf

Der Abstiegskampf verspricht für die letzten neun Runden höchste Spannung. Schlusslicht Heidenheim, das ohne den einmal mehr verletzten Leonidas Stergiou (Muskelfaserriss) gegen Hoffenheim 2:4 verlor, wird den Gang in die 2. Liga nicht mehr verhindern können. Doch zwischen Wolfsburg auf Platz 17 und dem HSV auf Rang 10 liegen nur neun Punkte – und diverse Teams mit Schweizer Spielern. Da ist Aufsteiger Köln, der daheim gegen Dortmund 1:2 verlor und wie Mainz 24 Punkte auf dem Konto hat. Bei den Kölnern fehlte Innenverteidiger Joël Schmied aufgrund einer Muskelverletzung, bei den Dortmundern war Goalie Gregor Kobel ein sicherer Rückhalt.

Einen Punkt Reserve auf Köln und Mainz haben Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach. Die Bremer setzten ein Ausrufezeichen, indem sie auswärts Union Berlin mit 4:1 besiegten, wobei Isaac Schmidt erst in der Nachspielzeit eingewechselt wurde. Gladbach verlor in der Allianz Arena gegen Leader und Bald-Meister Bayern 1:4. Nico Elvedi spielte durch, hatte aber wie das gesamte Gladbacher Team einen schweren Stand gegen das Münchner Starensemble, bei dem Torminator Harry Kane angeschlagen fehlte. Während der Hamburger SV immerhin ein Polster von fünf Punkten auf den Barrageplatz 16 hat, steht Augsburg trotz der 1:2-Niederlage gegen Leipzig auf Rang 9 noch besser da, hat den Ligaerhalt in Sichtweite. Bei den Augsburgern war Fabian Rieder ein Aktivposten, realisierte beim Tor seines Teams auch den Assist, Innenverteidiger Cédric Zesiger musste dagegen gesperrt zuschauen.

Im Mittelfeld und ohne grosse Gefahr von hinten, aber auch ohne gute Perspektiven nach vorne befinden sich der SC Freiburg und Frankfurt. Die Freiburger gewannen in einem wilden Spiel gegen Bayer Leverkusen beim 3:3 einen Punkt. Bei Freiburg kehrte Johan Manzambi nach seiner Rotsperre zurück ins Team und war der beste und auffälligste Spieler. Zur Belohnung wurde er vom Fachmagazin «Kicker» erstmals ins Team der Runde berufen. Bruno Ogbus kam in der Innenverteidigung bereits zum fünften Einsatz über 90 Minuten und Jonas Omlin war beim Pillen-Klub wie üblich Ersatzkeeper. Die Frankfurter spielten gegen St. Pauli 0:0 und liegen einen Punkt vor Freiburg auf dem siebten Platz – Innenverteidiger Aurèle Amenda spielte zum sechsten Mal in den letzten sieben Spielen durch und hat sich bei der Eintracht etabliert.

In England ruhte am Wochenende die Premier League, dafür standen die Achtelfinals im FA-Cup im Fokus. Sunderland blamierte sich dabei mit einer 0:1-Niederlage gegen den FC Port Vale, der in der drittklassigen League One mit einem Rückstand von acht Punkten den letzten Platz belegt. Captain Granit Xhaka wurde bei Sunderland sieben Minuten vor Schluss eingewechselt, konnte aber das bittere Ausscheiden nicht mehr verhindern. Fabian Schär fehlte bei Newcastle beim Ausscheiden gegen Manchester City ebenso verletzt wie Noah Okafor beim 3:0-Sieg von Leeds United gegen den Zweitligisten Norwich City. Okafor ist der einzige Schweizer in den Viertelfinals, nachdem Nottingham (Dan Ndoye) und Burnley (Zeki Amdouni) schon zuvor ausgeschieden waren.

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Eray Cömert feiert sein Tor.

Cömert – ein Mann für die Nati?

In Spanien kämpfen Titelverteidiger Barcelona und Erzrivale Real Madrid um den Meistertitel, während sich die Schweizer im breiten Mittelfeld befinden. Ricardo Rodriguez sass bei der 0:2-Niederlage von Betis Sevilla gegen Getafe nur auf der Bank, kann aber auf Rang 5 weiterhin mit einem Platz im europäischen Geschäft liebäugeln. Der Stadtrivale FC Sevilla trennte sich mit Djibril Sow, der fünf Minuten vor Schluss ausgewechselt wurde, aber ohne den nach wie vor verletzten Ruben Vargas 1:1 von Vallecano und wurde vom FC Valencia, der neu den 12. Platz belegt, überholt. Valencia gewann gegen Alaves 3:2 – einer der Hauptdarsteller war Innenverteidiger Eray Cömert. Er erzielte in der 90. Minute das 2:2 für sein Team, bei dem Filip Ugrinic eine Viertelstunde vor Schluss ausgewechselt wurde, und tief in der Nachspielzeit sorgte Hugo Duro dann mittels Penalty für Valencias Siegtreffer. Es war übrigens das zweite Saisontor für Cömert, der sich bei Valencia einen Stammplatz erkämpft hat und dessen Vertrag im Sommer ausläuft. Verhandlungen über eine Verlängerung habe es bislang nicht gegeben, erklärte der 28-jährige Basler, an dem offenbar Klubs aus Deutschland und Italien interessiert sind, unlängst im «Blick». Möglich ist auch, dass Cömert, der bereits 18 Länderspiele auf dem Buckel hat, schon bald wieder in die Nati zurückkehrt. Werbung dafür macht er momentan in Spanien Woche für Woche.

Monaco und Zakaria begleichen Rechnung

In Frankreich haben Goalie Philipp Köhn und Captain Denis Zakaria Leader Paris Saint-Germain ein Bein gestellt und auswärts 3:1 gewonnen. Es war die Revanche für das Scheitern in den Champions League-Playoffs. «Wir hatten eine Rechnung zu begleichen, eine persönliche Rechnung. Ich bin sehr zufrieden mit diesem Ergebnis, weil es eine grossartige Leistung war», sagte Captain Denis Zakaria nach dem Match. «Ich habe schon bessere Spiele gespielt, aber das Beste kommt noch. Die Mannschaft hat fantastische Arbeit geleistet, die Mittelfeldspieler haben einen tollen Job gemacht, sie sind viel gelaufen, auch im Sturm. Und wir konnten unsere Chancen nutzen.» PSG ist dagegen wieder gefordert, hat nur noch einen Punkt Vorsprung auf Lens.

Monaco liegt nun auf Rang 7 und darf mit der Champions League liebäugeln – das drittplatzierte Marseille hat nur sechs Punkte mehr. Aber auch Rennes hat nach wie vor Ambitionen, gewann gegen Nizza gleich 4:0 und rückte auf den fünften Platz vor. Nati-Stürmer Breel Embolo kam allerdings nur in den letzten zwanzig Minuten zum Zug und blieb ohne Tor. Goalie Yvon Mvogo spielte mit Aufsteiger Lorient gegen Lille 1:1 und befindet sich im Mittelfeld. Le Havre verlor ohne Felix Mambimbi (Ersatz) gegen Brest 0:2, während Auxerre mit Bryan Okoh gegen Strassburg zu einem torlosen Remis kam. Der 22-jährige Innenverteidiger spielte damit zum vierten Mal in Folge durch – sein Wechsel von Lausanne nach Frankreich scheint sich gelohnt zu haben.

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Gesten statt Punkte: Yann Sommer.

Inter verliert gegen Milan

In der Serie A stand das «Derby della Madonnina» im Zentrum des Interesses – und da gewann die AC Milan gegen den Stadtrivalen Inter Mailand 1:0. Damit kehrte auch ein wenig Spannung in die Meisterschaft zurück. Zehn Runden vor Schluss hat Inter «nur» noch sieben Punkte Vorsprung auf die AC Milan – geht da noch etwas? Bei Inter spielten Goalie Yann Sommer und Innenverteidiger Manuel Akanji durch. Bei den Rossoneri schmorten Ardon Jashari und Zachary Athekame 90 Minuten auf der Bank. Gerade für Millionentransfer Jashari ist die Situation so alles andere als befriedigend, in dieser Saison hat er in der Serie A – auch wegen des Wadenbeinbruchs – erst acht Einsätze und 369 Spielminuten aufzuweisen.

Während Inter trotz der Niederlage im Meisterkampf auf der Pole-Position bleibt, ist für Aufsteiger Pisa der direkte Wiederabstieg kaum zu vermeiden. Gegen Rekordmeister Juventus gab es für Michel Aebischer (spielte durch) und Filip Stojilkovic (er war die letzte Viertelstunde im Einsatz) eine 0:4-Niederlage; Innenverteidiger Daniel Denoon war aufgrund von Sprunggelenksproblemen einmal mehr zum Zuschauen verdammt. Nach dieser Niederlage hat Pisa von Hellas Verona die Rote Laterne übernommen – Verona bezwang den FC Bologna, bei dem Remo Freuler gesperrt fehlte und Simon Sohm 25 Minuten vor Schluss eingewechselt wurde, mit 2:1. Sascha Britschgi fehlte Parma bei der Nullnummer gegen Florenz aufgrund einer Oberschenkelverletzung, Ersatzgoalie Benjamin Siegrist verpasste den 2:1-Sieg des FC Genua gegen die AS Roma ebenfalls angeschlagen. Und Ulisses Garcia spielt mit Sassuolo erst heute Abend gegen Lazio Rom, kann sich mit einem Sieg auf Rang 8 verbessern.

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