skysport.ch
Sky Sport

Live-Sport ansehen auf

Sky Sport
Analysen Eishockey

Ein Bündner Statement und geforderte Giganten

Andy

Heute Abend wird in der National League mit drei Partien das Jahresfinish lanciert. Bis zur Weihnachtspause stehen total 24 Matches auf dem Programm. Wer hat bislang überzeugt? Wer enttäuscht? Facts und Figures der bisherigen Saison.

689584455_highres
Topskorer Matej Stransky und der HC Davos dominieren bislang die National League. © KEYSTONE/Jürgen Staiger

Zwölf Punkte Vorsprung nach 32 Spielen: Der Rekordmeister HC Davos ist heiss. Die «Mission 32» läuft, der Traum von 32. Meistertitel in der Klubgeschichte lebt mehr denn je. Nach einem brillanten Start hat das Team von Josh Holden zwar drei der letzten vier Spiele verloren, doch die Bündner sitzen sicher auf dem Thron. Sie sind das beste Heim- und Auswärtsteam, haben am meisten Tore erzielt und sind auch defensiv stark (die Nummer 5 der Liga). Captain Matej Stransky ist der beste Torschütze und Skorer in der National League und auch die beiden Goalies Sandro Aeschlimann (92,83 Prozent gehaltene Schüsse) und Luca Hollenstein (91,74 Prozent) überzeugen.

Ein Warnschuss

Ganz klar, die bisherige Saison der Bündner war ein Statement – und ein Warnschuss an die Konkurrenz. Der Rücktritt der beiden Leithammel Andres Ambühl und Marc Wieser ist weggesteckt und kompensiert. Der Weg zum Titel führt im Endeffekt auch über den HCD. Allerdings darf man gespannt sein, wie sich der HCD nun bei seinem überlebenswichtigen Spengler Cup präsentieren wird. Auch da gehört er ganz sicher zu den Favoriten – gleichzeitig geht es darum, mit den eigenen Ressourcen behutsam umzugehen. Belastungssteuerung ist das grosse Zauberwort. Immerhin sind die Bündner in einer so komfortablen Lage, dass sie einen allfälligen Januar-Blues verkraften könnten. Danach ruht der nationale Betrieb aufgrund der Olympischen Spiele und können Blessuren gepflegt und die Batterien wieder aufgeladen werden.

ZSC Lions und SCB in Rücklage

Während der HCD sich als Überflieger zeigt, offenbaren mit den ZSC Lions und dem SCB zwei Giganten Schwächen. Die Lions hinken nach zwei Meistertiteln und dem Gewinn der Champions Hockey League den Ansprüchen hinterher. Der Stuhl von Marco Bayer wackelte zwischendurch bedrohlich, aktuell liegen die Lions auf Rang 7. Damit ist im Kampf um ein direktes Playoff-Ticket natürlich noch überhaupt nichts verloren, zumal die Verletzungen von diversen Leistungsträgern wohl auskuriert sind und auch Rudolfs Balcers bald wieder mittun wird. Doch eine weitere Schwächeperiode darf sich der Meister der vergangenen beiden Jahre nicht mehr erlauben. Bis Weihnachten spielen die Lions gegen Lugano, Gottéron und Biel – drei Siege oder zumindest sechs bis sieben Punkte würden definitiv für ruhigere und entspanntere Festtage sorgen.

Vom Verletzungspech geplagt wurde auch der SC Bern. Bei den Mutzen fehlten immer wieder Leistungsträger, in der Konsequenz mussten oder durften viele junge Spieler ran. Und die machten ihre Sache meist ordentlich bis sehr gut, allen voran Stürmer Alain Graf (20), der in dieser Saison durchschnittlich mehr als 15 Minuten Eiszeit pro Spiel bekommt. Ein direktes Playoff-Ticket ist für den SCB in der ersten Saisonhälfte in weite Ferne gerückt, so ist nun ein Platz in den Top Ten und die damit verbundene Play-In-Qualifikation das grosse Ziel. Und das ist durchaus realistisch, wobei auch die Gefahr von einem Überlebenskampf im Play-Out gegen Ajoie längst nicht gebannt ist. Und Ajoie ist der Angstgegner, die Jurassier behielten in den ersten beiden Saisonduellen die Oberhand.

Der Trumpf der Berner könnte in dieser heissen Phase die Ruhe und Gelassenheit von Headcoach Heinz Ehlers sein, der Anfang Oktober den gefeuerten Finnen Jussi Tapola ersetzte. Der Däne versteht es, seinen Teams jeweils ein passendes Defensivkonzept zu verpassen, allerdings stellt sich die Frage: Wer ums Himmels Willen schiesst die Tore? Mit durchschnittlich 2,23 Treffern pro Spiel ist der SCB nur die Nummer 12 der Liga, so wird es natürlich schwierig, die Regular Season in den Top Ten zu beenden. Zumal mit Benjamin Baumgartner der produktivste Stürmer mit Schweizer Lizenz noch für längere Zeit ausfällt.

Wie verdaut Gottéron den Spengler Cup?

Bis Weihnachten werden die Weichen gestellt für den Kampf um die Playoff-Tickets, der im Januar richtig Schwung aufnimmt. Der HCD startet aus der Pole-Position, dahinter folgen Vizemeister Lausanne, der zuletzt fünfmal in Serie gewann und so ein fettes Ausrufezeichen setzte, und Gottéron. Die Freiburger vertrauen bei der Jagd auf den ersten Meistertitel in der Klubgeschichte auf den schwedischen Erfolgstrainer Roger Rönnberg und haben mit Goalie Reto Berra einen sicheren Rückhalt. Der Zürcher wird zwar Anfang Januar bereits 39 Jahre alt, ist aber keineswegs eishockeymüde und möchte sich mit dem Meistertitel in Richtung Kloten verabschieden. Allerdings stellt sich auch bei Gottéron die Frage, wie am Ende der Spengler Cup verdaut wird. Ob es in Davos gelingt, als Titelverteidiger haushälterisch mit den Kräften umzugehen. Klar ist: Die Spannung lebt – in den letzten Tagen und Spielen dieses Jahres, aber auch danach, wenn neue Helden gesucht werden.

Bewerte den Artikel
0 Bewertungen
Ihre Stimme wird gezählt.

News-Feed

Lesen Sie auch

Mehr anzeigen

Live-Sport ansehen auf

Sky Sport
Copyright Sky Schweiz SA © 2001-2026. Erstellt von EWM.swiss