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Ein Goalie und neue Imports für den Turnaround

Andy

Es ist noch nicht lange her, da befand sich der Genève-Servette HC sportlich auf dem Gipfel. Doch danach folgte ein steiler Absturz. Kann dieser nun gestoppt und der Turnaround eingeläutet werden?

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Ist Nati-Goalie Stéphane Charlin auch für Servette eine Lebensversicherung? © IMAGO / Ritzau Scanpix

Schweizer Meister 2023, Gewinner der Champions Hockey League 2024: Ja, da befanden sich die Genfer auf dem absoluten Höhepunkt. Angeführt von Headcoach Jan Cadieux schien sie fast nichts stoppen zu können. Alte Zeiten. Ende Dezember 2024 wurde aus dem Erfolgstrainer der Sündenbock. Cadieux wurde gefeuert und durch den Assistenten Yorick Treille ersetzt. Der einstige Stürmer ist zwar noch heute in Amt und Würden, doch hinter vorgehaltener Hand wird gemunkelt, dass er nur ein Coach auf Zeit ist und auf die Saison 2026/27 hin ein anderer Mann an der Bande das Sagen hat, womöglich der schwedische Nati-Coach Sam Hallam.

Fehlstart verboten

So oder so ist Treille, der an der A-WM im Frühling mit Frankreich abgestiegen ist (während Cadieux als Assistent von Patrick Fischer WM-Silber gewann), gefordert. Einen Fehlstart darf er sich mit Servette nicht erlauben, sonst ist er schneller «offen für Neues», als ihm lieb ist. Zumal die Genfer personell tüchtig aufgerüstet haben.

Mit Stéphane Charlin, der aus Langnau zurückgekehrt ist, steht der beste Goalie der vergangenen Saison im Tor. Mit einer Schweizer Lizenz notabene, so dass das Ausländerkontigent nicht bemüht wird. Und die Defensive war bei den Genfern gerade auch letzte Saison ein Problem: 153 Gegentore kassierten sie in der Regular Season, löchriger waren in der National League einzig Ajoie, Lugano, Ambrì-Piotta und die Rapperswil-Jona Lakers. Und dies bei Verteidigern wie Tim Berni, Simon LeCoultre, Giancarlo Chanton oder Roger Karrer. Irgendetwas lief da definitiv schief.

100 Kilogramm und zwei Stanley Cup-Siege

Gespannt sein darf man auf die Imports. Die Finnen Markus Granlund und Sakari Manninen sind geblieben und verfügen zweifellos über grosse Qualität und gehören in der National League zur ausländischen Luxusklasse, dies wohl auch finanziell. Ein bekanntes Gesicht ist auch Verteidiger Vili Saarjärvi, der aus Langnau gekommen ist und im Emmental letzte Saison immerhin 25 Skorerpunkte realisierte. Eine gewisse Luft nach oben besteht bei ihm aber auch noch, zumal er letzte Saison nur gerade drei Tore erzielt hatte. Der Tscheche Jan Rutta kommt mit der Erfahrung von 35 Lebensjahren und 466 NHL-Spielen sowie einem prall gefüllten Palmarès nach Genf: zwei Stanley Cup-Siege und ein WM-Titel. Die Verpflichtung des 1,90 m grossen und 100 Kilo schweren Verteidigers wird der Defensive definitiv guttun.

Aber auch die Offensive bekommt frischen ausländischen Wind. Da ist der Kanadier Taylor Beck, der mit seinen fast 100 Kilogramm über eine enorme Wasserverdrängung verfügt und auch Qualitäten als Skorer hat, was 374 Punkte in 485 KHL-Spielen eindrücklich aufzeigen. Mit Jesse Puljujärvi hat zudem ein Erstrundendraft (2016. Nummer 4, Edmonton) den Weg an de Lac Léman gefunden, allerdings musste er zuletzt vor allem auch in der AHL spielen. Und der Amerikaner Jimmy Vesey hat auf seinem Konto 657 NHL-Spiele mit 203 Punkten und dürfte ebenfalls die eine oder andere vor allem physische Duftnote setzen.

Prognose

Nach zwei Jahren ohne Playoff muss in Genf wieder geliefert werden. Die Leistungskultur ging zuletzt verloren, Servette schien eine Kopie von Lugano zu werden – ein herrlicher Ort, an dem man fürs Eishockey fürstlich entlöhnt wird, die Leistung im Endeffekt aber sekundär ist. Diese gefährliche Tendenz muss nun schnellstmöglich gestoppt werden. Das Kader dazu steht, mit diesen Spielern sollte auch eine direkte Playoff-Qualifikation sehr gut möglich sein. Alles andere als das Playoff-Ticket spätestens via Play-In wäre eine Enttäuschung oder blamabel. Und wenn die Leistungs- und Resultatkurve in der neuen Saison nicht schon schnell aufwärts zeigt, werden personelle Konsequenzen folgen. Eher früher als später.

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