Exklusive Enthüllungen: Yan Diomandé oder das geheime Abkommen, das Interessenten blockiert
Der Fall Yan Diomandé nimmt eine noch brisantere Wendung. Im Zentrum des Konflikts zwischen seiner früheren Agentur Maxidel und Roc Nation Sports steht offenbar ein bislang wenig bekanntes Element: eine verbindliche private Vereinbarung, die jeden Transfer rechtlich blockieren könnte.
Eine private Vereinbarung bis zum Ende seines Vertrags mit Leipzig
Nach Dokumenten, die unseren Quellen vorliegen, soll Yan Diomandé neben seinem klassischen Beratervertrag eine separate private Vereinbarung unterzeichnet haben, die bis zum Ende seines Engagements bei RB Leipzig gültig bleibt.
Diese Vereinbarung soll ausdrücklich festlegen, dass sämtliche Verhandlungen über einen möglichen Abschied vom deutschen Klub zwingend über Maxidel Management zu führen sind.
Mit anderen Worten: Selbst wenn der Spieler offiziell zu Roc Nation Sports gewechselt ist, wäre er vertraglich weiterhin verpflichtet, sämtliche Transferangebote bis zum Ablauf seines Vertrags in Leipzig über seine frühere Agentur abzuwickeln.
Dieser Punkt verändert die rechtliche Bewertung des Falls grundlegend. Sollte eine zuständige Instanz (FIFA oder der Internationale Sportgerichtshof, CAS/TAS) diese Vereinbarung als wirksam anerkennen, könnten:
- von Roc Nation geführte Verhandlungen als unzulässig eingestuft werden,
- Vereine, die ohne Einbindung von Maxidel verhandeln, rechtlichen Risiken ausgesetzt sein,
- gegen den Spieler selbst Schritte wegen schwerwiegender Vertragsverletzung eingeleitet werden.
Bildrechte: Eine Zeitbombe über mehr als 7 Millionen Euro
Ein weiterer vertraglicher Hebel verschärft die Situation: Die Bildrechte des Spielers sollen bis Januar 2031 an Maxidel abgetreten sein.
Eine Klausel mit einem geschätzten Volumen von über 7 Millionen Euro über fünf Jahre könnte im Falle einer Vertragsverletzung oder einer nicht genehmigten Nutzung aktiviert werden.
Darüber hinaus soll Yan Diomandé ein zweites, eigenständiges Dokument unterzeichnet haben – ebenfalls in Form einer privaten Vereinbarung –, das finanzielle Verpflichtungen von mehr als 5 Millionen Euro im Falle eines Verstosses vorsieht.
Sollten sich diese Klauseln bestätigen, dürfte kein seriöser Klub das Risiko eingehen, einen Transfer abzuschliessen, solange die rechtliche Lage nicht eindeutig geklärt ist.
Die Rolle von Roc Nation und externe Einflussfaktoren
Der Wechsel zu Roc Nation soll durch das ivorische Umfeld des Spielers begünstigt worden sein. Mehreren Quellen zufolge spielte der Präsident seiner Ausbildungsakademie, Herr Bamba, eine zentrale Rolle in diesem Prozess.
Im Zusammenhang mit dem Agenturwechsel soll eine Summe von rund 1 Million Euro an die Akademie geflossen sein.
Vinícius Jr., der ebenfalls von Roc Nation vertreten wird, soll direkten Kontakt zu Diomandé aufgenommen haben. Zudem habe der Spieler vor dem Afrika-Cup an einem Gespräch mit DJ Khaled teilgenommen, das als Demonstration des internationalen Marketingnetzwerks der US-Agentur präsentiert worden sei.
Quellen aus dem Umfeld des Rechtsstreits behaupten, Roc Nation nutze sein Netzwerk aus Musik- und Entertainment-Künstlern gezielt, um Spieler zu beeinflussen und zu gewinnen. Demnach sei das Gespräch mit DJ Khaled nicht überzeugend verlaufen. Anschliessend sei verstärkt auf finanzielle Anreize gesetzt worden, darunter eine mutmassliche Zahlung von etwa 1.000.000 US-Dollar an Herrn Bamba. Bislang wurden diese Angaben nicht offiziell bestätigt, und die beteiligten Parteien haben sich öffentlich nicht geäussert. Im Falle eines gerichtlichen Verfahrens könnten sie jedoch eine zentrale Rolle spielen.
Die Schlüsselrolle von Mitch Bakkovens hinter Maxidel
Hinter der Partnerschaft mit dem ehemaligen ivorischen Nationalspieler Max-Alain Gradel bei Maxidel wird ein weiterer Akteur als massgeblich beschrieben: der Berater Mitch Bakkovens.
Nach Informationen aus dem Umfeld des Falls soll Bakkovens eine entscheidende Rolle bei der ursprünglichen Vertragsstrukturierung Diomandés sowie bei dessen strategischer Begleitung gespielt haben.
Gleichzeitig gilt: Über die rechtliche Stichhaltigkeit der jeweiligen Positionen kann letztlich nur ein zuständiges Gericht verbindlich entscheiden.
Das Umfeld von Max-Alain Gradel betont, man sei bereit, „bis zum Ende“ zu gehen – unabhängig von der Dauer eines möglichen Verfahrens. Man sichere volle Unterstützung zu und werde sämtliche erforderlichen Schritte einleiten, um die vertraglichen Rechte zu verteidigen.
Interessierte Klubs … aber Zurückhaltung
Trotz der rechtlichen Unsicherheit haben mehrere europäische Topklubs Interesse signalisiert oder erste Sondierungsgespräche geführt.
Liverpool gilt als besonders hartnäckig in diesem Dossier. Darüber hinaus sollen auch Tottenham, der FC Bayern München, der FC Barcelona und Manchester United private Treffen mit der Agentur Maxidel Management abgehalten haben.
Hinzu kommt, dass RB Leipzig vertraglich mit der ursprünglichen Agentur von Yan Diomandé verbunden ist, da die Vertragsverhandlungen des Ivorers erst in diesem Sommer durch diese geführt wurden.
Solange die private Vereinbarung mit Maxidel nicht aufgehoben oder für unwirksam erklärt wird, dürfte keine Verhandlung rechtssicher voranschreiten.
Steht ein Verfahren vor dem CAS bevor?
Nach unseren Informationen prüft Maxidel eine Klage wegen Vertragsbruchs, ein Verfahren wegen unerlaubter Vertragseinwirkung (contractual interference) gegen Roc Nation sowie die Geltendmachung erheblicher Schadensersatzforderungen.
Roc Nation hingegen betont, die aktuell legitime Vertretung des Spielers zu sein.
Der Fall könnte vor die FIFA oder den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) gebracht werden – mit potenziell weitreichenden finanziellen und sportlichen Konsequenzen.
Fazit
Der Fall Yan Diomandé geht längst über einen ausstehenden Transfer hinaus. Es handelt sich um einen strategischen Vertragskonflikt mit einer weiterhin gültigen privaten Vereinbarung, bis 2031 gebundenen Bildrechten, erheblichen finanziellen Klauseln, Vorwürfen der Einflussnahme und mutmasslichen finanziellen Anreizen – sowie einer juristischen Auseinandersetzung mit erheblichem Sprengstoff.
Solange die Verpflichtung besteht, Transfers ausschliesslich über Maxidel zu verhandeln, dürfte kein europäischer Spitzenklub das Risiko eingehen, einen Transfer voranzutreiben.