In der Beitragsreihe "So denken die Fans" fasst Sportbusiness-Experte Hendrik Fischer exklusiv für Sky Sport die spannendsten Ergebnisse und Meinungen repräsentativer Umfragen zu aktuellen Themen unter Fussballfans zusammen - diesmal mit Blick auf den FC Bayern sowie auf die Torwartfrage der Nationalmannschaft.
Trotz der jüngsten Niederlage ist das Fan-Urteil eindeutig: 62 Prozent halten den FC Bayern weiterhin für den kommenden Deutschen Meister. Borussia Dortmund liegt mit fünf Prozent, RB Leipzig mit zwei Prozent weit zurück. Entscheidend aus Fan-Sicht ist nicht die Stärke der Verfolger, sondern die Frage, ob sich Bayern selbst in Schwierigkeiten bringt. Risiken werden vor allem im eigenen Spiel gesehen - etwa durch weitere Punktverluste oder verlorene direkte Duelle -, weniger durch externe Faktoren wie Transfers oder strukturelle Veränderungen in der Liga.
Das Scheitern am "Invincible"-Record wird von den Fans überwiegend pragmatisch eingeordnet. 46 Prozent bezeichnen es als ärgerlich, aber sportlich nicht entscheidend, 36 Prozent sehen darin den ersten echten Dämpfer der Saison. Bei der Ursachenbewertung der Niederlage gegen Augsburg dominieren weniger taktische Fragen als vielmehr Intensität und Haltung. Aus Fan-Sicht fehlte es vor allem an Energie und Konsequenz, begünstigt durch Belastung und Spielrhythmus - individuelle Fehler werden eher nachrangig bewertet.
Fans glauben an Urbig
Die Bedeutung von Manuel Neuer für den FC Bayern bleibt aus Fan-Sicht enorm. 73 Prozent sagen, dass die Leistung der Mannschaft massgeblich von ihm abhängt. Gleichzeitig trauen 64 Prozent Jonas Urbig zu, perspektivisch einmal die Nummer 1 in München zu werden. Die Fanbasis denkt damit zweigleisig: kurzfristig Stabilität durch Neuer, langfristig Offenheit für einen kontrollierten Übergang. Entsprechend ausgeglichen ist die Priorisierung zwischen Vertragsverlängerung und gezieltem Aufbau eines Nachfolgers.
Auch mit Blick auf die Nationalmannschaft bleibt das Anforderungsprofil klar leistungsorientiert. Für die Fans zählen vor allem konstante Form und regelmässige Spielpraxis auf Vereinsebene. Erfahrung und Turnierhistorie folgen erst danach. In der konkreten Wunschbesetzung für die WM 2026 liegt Manuel Neuer mit 45 Prozent deutlich vorn, vor Marc-Andre ter Stegen (19 Prozent) und Oliver Baumann (14 Prozent). Jüngere Optionen spielen aktuell nur eine Nebenrolle. Die Botschaft ist eindeutig: Für ein Turnier dieser Grössenordnung wünschen sich die Fans maximale Sicherheit.