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HC Ambrì-Piotta: Sportlicher Schlamassel und viele offene Fragen

Andy

Sechs Niederlagen in Folge: Der HC Ambrì-Piotta sorgt in der Leventina für sportliche Tristesse – und betreffend Zukunft für einige Fragezeichen.

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Der HC Ambrì-Piotta steckt in der Krise. © IMAGO / justpictures.ch

Nein, so hat man sich diese Saison beim HCAP definitiv nicht vorgestellt. Statt Siege und Punkte einzufahren, wurden immer wieder Negativschlagzeilen produziert. Und so stehen die Tessiner in der Tabelle nach 36 Spielen lediglich auf dem 13. Platz. Die erste Playoff-Teilnahme seit 2019 ist in weiter Ferne, auch die Hoffnung auf einen Platz im Play-In wird immer kleiner, der Rückstand auf den EHC Kloten und Rang 10 beträgt schon satte acht Punkte.

Die Tessiner müssen nun liefern, am besten subito und bereits heute Abend im Gotthard-Derby gegen den EV Zug, der den eigenen Ansprüchen ebenfalls hinterherhechelt. Das Team von Michael Liniger verlor zuletzt daheim gegen Kloten mit 1:2 nach Overtime – und war zuvor zum Jahresauftakt von Lausanne mit 7:0 aus der Vaudoise Aréna geschossen worden. Allerdings spricht die Statistik dennoch für die Zentralschweizer, welche die ersten zwei Direktduelle der Saison mit 4:0 respektive 4:2 für sich entschieden und zweifellos über mehr Qualität verfügen.

Kein Punkt im Jahr 2026

Gleichzeitig hängt Ambrì in den Seilen, ist im Jahr 2026 noch ohne Punkt und tauchte gegen die SCL Tigers (0:3) und den HC Davos (3:7). Die Tessiner befinden sich in einer miserablen Verfassung, was im Hinblick auf die restliche Saison für tiefe Sorgenfalten sorgt. Es droht der Überlebenskampf zuerst gegen den HC Ajoie, was zu einer Nervenschlacht werden könnte, und dann auch noch die Liga-Qualifikation, die so plötzlich auch zu einer veritablen Gefahr werden könnte.

Die «Causa Lombardi»

Die Tessiner liegen aber nicht nur sportlich auf dem Krankenbett, sondern sind auch als Klub angeschlagen. Angefangen hat alles im Herbst mit der «Causa Filippo Lombardi», als der Präsident hinter dem Rücken von Sportchef Paolo Duca und Cheftrainer Luca Cereda mit Christian Dubé verhandelte. Die «geheime Mission» wurde öffentlich und führte zur Trennung der Aushängeschilder und Identifikationsfiguren Duca und Cereda. Der Klub wurde so in seinen Grundfesten erschüttert, gleichzeitig stellte Präsident Lombardi seinen Rücktritt in Aussicht. Ob er seinen Platz tatsächlich räumt, sollte sich am 8. Februar in einer ausserordentlichen Generalversammlung zeigen.

Auch wenn alle gespannt auf diesen Entscheid warten, herrscht weiterhin Bewegung. So kündigte Geschäftsführer Andreas Fischer zuletzt an, dass demnächst eine Sportstrategie präsentiert werde, die es in Ambrì in dieser Form bisher nicht gab. Mehr oder weniger gleichzeitig wurde bekannt, dass Lars Weibel, seit 2019 Director National Teams bei der Swiss Ice Hockey Federation, nach der Heim-WM in der Leventina als neuer Sportchef übernehmen wird.

Diverse Rochaden

Es ist eine schwierige Aufgabe, zumal Weibel einerseits noch nicht weiss, wer dann den Klub führen wird und der HCAP andererseits mit grossen finanziellen Sorgen kämpft und die Anziehungskraft für neue Spieler beschränkt ist. Neue Spieler, die aber dringend benötigt werden. Und auch die aktuellen Trainer Éric Landry und René Matte dürften in dieser neuen Ära eher früher als später ersetzt werden müssen. Klar ist, dass aktuell im Tessin Unruhe herrscht und dies so schnell nicht ändern wird. Andererseits könnte auch im Verband eine Umverteilung der Machtverhältnisse erfolgen. Der Abgang Weibels kann als Zeichen für einen bevorstehenden Umbruch angesehen werden – und sein Nachfolger könnte da ausgerechnet sein Vorgänger in Ambrì werden: Paolo Duca, der als grosser Favorit auf das Amt des Director National Teams bei der SIHF gilt. Und dann liegt es auf der Hand, dass sein langjähriger Weggefährte Luca Cereda die U20-Nati übernimmt und so Jan Cadieux beerben wird, der nach der Heim-WM bei der A-Nati auf Patrick folgt. Es sind mögliche Rochaden, die zeigen, dass im Schweizer Eishockey auf dem Job-Karussell immer wieder dieselben Namen eine Platz finden...

Doch vorerst stehen noch die Aktivitäten auf dem Eis im Vordergrund. Und da ist der HC Ambrì-Piotta gefordert, um den Weg aus der Negativspirale zu finden und nicht noch tiefer in den Schlamassel zu geraten.

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