Die 35 Jahre alte Tschechin unterlag zum Auftakt des zweiten Turniertages der Französin Diane Parry in nur 52 Minuten 1:6, 0:6 - es war das letzte Match ihrer Karriere: Kvitova hatte im Juni angekündigt, nach den US Open zurückzutreten.
Unter Tränen sagte Kvitova nach ihrem 930. Match auf der WTA-Tour zu den wenigen Zuschauern auf dem Grandstand, sie habe "gehofft, dass ich euch eine bessere Show bieten könnte. Aber es war hart, weil ich wusste, dass es mein letztes Match sein könnte." Tatsächlich wirkte sie wie gelähmt. Die Organisatoren verabschiedeten sie mit einem Blumenstrauss.
Die "böhmische Löwin" gewann in ihrer Karriere 31 Einzeltitel, den letzten 2023 beim WTA-Turnier in Berlin. Beim Billie Jean King Cup, dem früheren Fed Cup, siegte sie sechsmal mit Tschechien. In Wimbledon hatte sie 2011 und 2014 ihre grössten Erfolge gefeiert. In der Weltrangliste war sie bis auf den zweiten Platz vorgestossen.
Opfer von schlimmem Überfall
Traurige Berühmtheit hatte Kvitova ausserdem kurz vor Weihnachten 2016 erlangt. Ein Täter, der sich als Handwerker ausgab, überfiel sie in ihrer Wohnung mit einem Messer. Sie erlitt dabei ernste Verletzungen an ihrer linken Schlaghand. Den Ärzten gelang es in einer vierstündigen Operation, ihre Finger zu retten.
Kvitova kämpfte sich nach einer langen Wettkampfpause im Jahr 2017 in die Weltspitze zurück. Im vergangenen Jahr bestritt sie keine Matches, weil sie im Juli ihren Sohn zur Welt brachte. Erst im Februar war sie auf die Tour zurückgekehrt.
Mboko-Höhenflug gestoppt
Der kometenhafte Aufstieg der Kanadierin Victoria Mboko ist ebenfalls abrupt gestoppt worden. Die 18 Jahre alte Sensationssiegerin des Masters-Turniers in Montreal unterlag in der ersten Runde der US Open der ungesetzten zweifachen Grand-Slam-Siegerin Barbora Krejcikova 3:6, 2:6. Die an Nummer 22 gesetzte Aufsteigerin schien allerdings leicht gehandicapt von einer Handverletzung.
Mboko hatte Anfang August beim Vorbereitungsturnier in Montreal auf dem Weg zum ersten Titel reihenweise Topspielerinnen besiegt, unter anderem die French-Open-Siegerin Coco Gauff (USA). Das Finale gewann sie gegen Naomi Osaka (Japan). Zuvor im Halbfinale hatte sie sich allerdings an der Schlaghand verletzt.
Krejcikova (29) hatte 2021 bei den French Open und 2024 in Wimbledon triumphiert. In der Weltrangliste liegt sie derzeit nur auf Rang 62.
Keys scheitert
Auch Australian-Open-Siegerin Madison Keys ist bei den US Open völlig überraschend bereits in der ersten Runde gescheitert.
Die 30 Jahre alte Weltranglistensechste aus den USA unterlag nach einem Fehler-Festival der Mexikanerin Renata Zarazua 7:6 (12:10), 6:7 (3:7), 5:7. In dem 3:10 Stunden dauernden Match im Arthur-Ashe-Stadium unterliefen Keys gegen die Nummer 82 im WTA-Ranking 89 "unforced errors".