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Liverpool gefordert – Newcastle glaubt an Sensation

Andy

Am Dienstag haben die Favoriten in der Champions League ihre Aufgaben gelöst und blieben die Überraschungen aus. Heute Abend sind mit dem FC Barcelona und Liverpool aber zwei weitere Schwergewichte gefordert.

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Das Ausscheiden gegen Galatasaray würde Liverpool-Coach Arne Slot wohl den Job kosten. © IMAGO / Propaganda Photo

Dass Titelverteidiger Paris Saint-Germain, Arsenal und auch Real Madrid in die Viertelfinals einziehen, konnte erwartet werden, auch wenn die Königlichen mit Pep Guardiolas Starensemble eine grosse Hürde zu überwinden hatten. Das machten die Spanier souverän, gewannen das Hin- und das Rückspiel. Von einer Überraschung kann man dagegen sprechen, dass Sporting Lissabon die 0:3-Hypothek aus dem Hinspiel gegen das norwegische Sensationsteam Bodö/Glimt wettmachte und nach Verlängerung 5:0 gewann. Doch irgendwann endet jedes Märchen.

Heute Abend dürften auch die Bayern gegen Atalanta Bergamo und Atlético Madrid gegen Tottenham ihre Pflicht erledigen und eine Runde weiterkommen. Weit spannender könnte es aber in zwei anderen Duellen zu- und hergehen.

Schicksalsspiel für Slot

Da ist der Liverpool FC, der daheim gegen Galatasaray einen 0:1-Rückstand korrigieren muss. Es ist definitiv kein Ding der Unmöglichkeit – aber auch kein Selbstläufer. Die Reds zeigen nicht die Leistungen, zu denen sie fähig sind, belegen in der Premier League nach einer peinlichen Niederlage gegen Schlusslicht Wolverhampton und einem 1:1 gegen das abstiegsgefährdete Tottenham nur Rang 5, haben 21 Punkte Rückstand auf Leader Arsenal. Der Traum von der Titelverteidigung ist längst geplatzt.

Coach Arne Slot, vor einem Jahr noch als Meistermacher gefeiert, steht in der Kritik. Bei einem Ausscheiden gegen Galatasaray dürfte der Niederländer kaum in seinem Amt zu halten sein, zumal sich die Gerüchte hartnäckig halten, dass spätestens im Sommer Xabi Alonso übernimmt. Als Übergangslösung bis Saisonende wäre Liverpool-Legende Steven Gerrard denkbar, der seit über einem Jahr und seiner Entlassung beim Saudi-Klub Al-Ettifaq arbeitslos ist.

Der Achtelfinal gegen das formstarke Galatasaray, das wettbewerbsübergreifend seit fünf Spielen ohne Verlustpunkt und in der heimischen Meisterschaft auf Titelkurs ist, dürfte für Slot und zum Schicksalsspiel werden. Und so sagt er: «Wir haben zweimal gegen sie gespielt in dieser Saison und beide Spiele verloren. Das Positive ist, dass wir diesmal zum ersten Mal zu Hause antreten und die Unterstützung unserer Fans im Rücken haben. Wir arbeiten extrem hart daran, dass die Details diesmal auf unserer Seite sind und nicht wie beim letzten Mal auf der von Galatasaray.»

Das tönt schon stark nach dem Prinzip Hoffnung, während Galatasaray-Coach Okan Buruk nach dem Sieg im Hinspiel auf die Euphoriebremse tritt und sagt: «Es ist noch nicht vorbei. Das Rückspiel findet in ihrem Stadion statt, und es erwartet uns ein weiteres sehr schwieriges Spiel. Gegen ein Team wie Liverpool zu spielen, ist immer sehr schwierig, weil sie eine hochkarätige Mannschaft sind und man das Gefühl hat, dass sie jeden Fehler ausnutzen können. Jetzt konzentrieren wir uns auf die bevorstehende grosse Herausforderung. Ich habe immer Vertrauen in meine Spieler.»

Galatasarays Bilanz auf englischem Boden ist allerdings nicht die beste: ein Sieg, drei Remis, acht Niederlagen. Den einzigen Sieg gab es vor drei Jahren gegen Manchester United. Auch bei jenem 3:2-Sieg der Türken stand Okan Buruk an der Seitenlinie, während beim Gegner mit Erik ten Hag ein Niederländer das Zepter schwang.

Noch nicht durch ist auch der FC Barcelona, der aber nach dem 1:1 auswärts gegen Newcastle heute Abend mit guten Perspektiven daheim ins Rückspiel steigt. Dafür verantwortlich war Lamine Yamal, der tief in der Nachspielzeit per Elfmeter zum Ausgleich traf, nachdem die Engländer in der 86. Minute durch Harvey Barnes verdientermassen in Führung gegangen waren.

Yamals Penalty verwehrte Newcastle einen denkwürdigen Sieg, denn die Magpies haben in der Champions League von bislang sechs Duellen mit Barcelona nur eines für sich entschieden – 1997 mit einem 3:2-Heimsieg. Barcelona besiegte Newcastle 1997 zu Hause mit 1:0 und 2002 mit 3:1 und hat seit einer 1:2-Niederlage gegen Liverpool in der Champions League im Jahr 2007 in 14 Heimspielen gegen englische Teams nicht mehr verloren: neun Siege, fünf Unentschieden – eine beeindruckende Bilanz.

Geniessen und an sich glauben

Trotzdem hebt Barça-Trainer Hansi Flick den Mahnfinger und sagt: «Newcastle ist eine körperlich starke Mannschaft, die auf Manndeckung setzt, und sie sind bei Kontern gefährlich. Wir müssen ein perfektes Spiel zeigen, und das werden wir versuchen.» Newcastle-Coach Eddie Howe, der nach wie vor auf den verletzten Fabian Schär verzichten muss, ist der Überzeugung, dass die Details entscheidend sein werden. Er sagt: «Wir müssen auf ihre Stärken eingehen und gleichzeitig versuchen, unsere besten Momente zu zeigen.» Wenn man die beiden bisherigen Spiele in dieser Saison gegen Barcelona, die mit dem Unentschieden letzte Woche und in der Ligaphase mit einer 1:2-Heimniederlage geendet haben betrachte, «hatten wir einige wirklich gute Spielphasen und gute Torchancen, aber wir haben sie nicht besiegt – das ist also die Herausforderung». Und: «Wir werden das Spiel geniessen – aber wirklich geniessen werden wir es nur, wenn wir auch liefern. Wir wissen, wie gut Barcelona ist, aber wir glauben an uns selbst.»

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