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Lugano gegen die ZSC Lions: Quantität gegen Qualität

Andy

Der HC Lugano steht im Viertelfinal gegen die ZSC Lions mit dem Rücken zur Wand. Die Tessiner brauchen heute Abend in der Swiss Life Arena einen Sieg, um in der Serie nicht schon fast hoffnungslos mit 0:3 in Rückstand zu geraten. Aber wie soll das gelingen?

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Eine Frage von Zentimetern: Luganos Luca Fazzini bringt im ersten Viertelfinalduell gegen die ZSC Lions seinen Penalty nicht im Tor von Simon Hrubec unter. © Postfinance / KEYSTONE / Claudio Thoma

Ein Blick zurück verspricht nicht viel Gutes. Den letzten Sieg in der Swiss Life Arena feierte Lugano am 27. Oktober 2023. Trainer bei den Tessinern war noch der aktuell in Visp tätige Luca Gianinazzi, ihm gegenüber stand der Kanadier Marc Crawford. Die Tore für Lugano erzielten Captain Calvin Thürkauf, der mittlerweile zurückgetretene Julian Walker und Daniel Carr, der heute in der AHL für die Milwaukee Admirals stürmt.

Für den Ehrentreffer der Lions war Sven Andrighetto auf Pass von Denis Malgin und Rudolfs Balcers besorgt. Das Trio also, das bei den Gegnern immer noch Angst und Schrecken verbreiten und in der Defensive Chaos verursachen kann. Denis Malgin und Sven Andrighetto haben in den ersten beiden Spielen gegen Lugano je vier Skorerpunkte realisiert und sind damit massgeblich dafür verantwortlich, dass die Zürcher in der Serie mit 2:0 in Führung liegen. «Sie sind die besten zwei Spieler ausserhalb der NHL», sagte nun Luganos Sportchef Janick Steinmann im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Niederlagenserie beenden

Wenn die Tessiner in die Serie zurückkehren und die Chance auf die erste Halbfinalqualifikation seit 2018, als sie später im Final in Spiel 7 an den Lions scheiterten, am Leben erhalten wollen, müssen sie endlich wieder einmal in Zürich gewinnen, nachdem es in der Swiss Life Arena zuletzt sechs Niederlagen abgesetzt hat. Um diese Serie zu beenden, ist aber vor allem eine Effizienzsteigerung nötig oder besser: zwingend.

Denn in den ersten beiden Spielen, welche vom Titelverteidiger ZSC mit 3:0 (daheim) respektive 5:4 am Montag im Tessin gewonnen wurden, waren die Luganesi keineswegs die schlechtere Mannschaft. Im Gegenteil: Sie waren bissig, dominierten die Lions und feuerten 67 Schüsse auf ZSC-Goalie Simon Hrubec ab, während die Zürcher nur zu 44 Torschüssen kamen. Doch die Quantität ist ein Ding, ein anderes ist die Qualität. Bei Lugano lag die Effizienz der Torschüsse gerade mal bei 5,97 Prozent – die Zürcher holten gleichzeitig fast das Optimum heraus, stattliche 18,18 Prozent ihrer Torschüsse führten auch zu Treffern. Und selbstverständlich werden diese Zahlen auch durch die Torhüter beeinflusst. In diesem Duell hat Simon Hrubec gegenüber Luganos Niklas Schlegel die Nase bislang klar vorne.

Gefordert ist bei Lugano nun vor allem auch die Offensive. Ihr bester Skorer in den beiden Viertelfinals war der Verteidiger Connor Carrick, der Amerikaner erzielte drei Assists. Die vier Tore gegen die ZSC Lions wurden durch die Stürmer Rasmus Kupari, Einar Emanuelsson, Giovanni Morinini und Luca Fazzini erzielt, wobei Fazzini in der Regular Season mit 16 Toren und 31 Assists geglänzt hat und Topskorer seines Teams wurde.

Fazzini so produktiv wie noch nie

Es war die bisher produktivste Saison des Tessiners, der seine Karriere quasi von A bis Z bei Lugano verbracht hat und eine absolute Identifikationsfigur ist. Er verfügt über immense Qualität im Abschluss und gehört seit Jahren zu den besten Torschützen der Liga. Allerdings hat ihn sein Killerinstinkt im ersten Viertelfinalduell gegen die Lions im Stich gelassen, als er einen Penalty an die Lattenunterkante setzte und der Puck auf der Linie liegen blieb. Nur Zentimeter verhinderten den Ausgleich zum 1:1, stattdessen siegten die Zürcher am Ende mit 3:0.

Der grosse Traum des Tessiner Eigengewächses ist es, mit seinem Klub Meister zu werden. 2018 fehlte nicht wenig, da scheiterte Lugano wie erwähnt in der Finalissima an den ZSC Lions. Danach folgte der sportliche Kriechgang, es wurde keine Playoffserie mehr gewonnen. Anspruch und Wirklichkeit klafften schon fast traditionell auseinander, wobei vor einem Jahr der Tiefpunkt erreicht wurde, als Lugano die Regular Season auf Rang 13 beendete und ins Playout gegen Ajoie musste.

In dieser Saison konnte diese sportliche Tristesse ziemlich gut vertrieben werden. Rang 5 am Ende der Qualifikation übertraf die allgemeinen Erwartungen, das Trainerduo Tomas Mitell/Stefan Hedlund macht einen starken Job. Doch gegen die ZSC Lions sind sowohl die Trainer, als auch Stürmer Fazzini und seine Kollegen gefordert, damit die Saison nicht einmal mehr früh zu Ende geht. Für Fazzini sind diese Spiele gegen die Lions auch die perfekte Bühne, um sich für die Nati zu empfehlen. In der Regular Season war er vor Lausannes Théo Rochette und den Lions-Stürmern Sven Andrighetto und Denis Malgin der produktivste Spieler mit Schweizer Lizenz.

Es ist ein eindrückliches Bewerbungsschreiben in Richtung Nationaltrainer Patrick Fischer. In Fazzinis Palmarès stehen zwar 28 Länderspiele (sechs Tore, fünf Assists), aber er hat noch nie an einer WM teilgenommen. Es spricht schon jetzt viel dafür, dass der 31-Jährige an der Heim-WM zu seiner Premiere kommen wird. Sollte er mit Lugano gegen die Lions die Serie noch kehren und in den Halbfinal einziehen können, wären dies zweifellos weitere gewichtige Argumente.

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