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Macht eine Sancho-Rückkehr zum BVB Sinn?

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Im Sky Sport Podcast "Auffe Süd" diskutieren die BVB-Reporter Patrick Berger und Jesco von Eichmann eine erneute mögliche Rückkehr des Publikumslieblings, die Sinnhaftigkeit dahinter und welche Chancen sowie Risiken damit einhergehen würden.

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Jadon Sancho in Aktion für den BVB im Champions-League-Finale 2024. © Imago

Im Sky Sport Podcast "Auffe Süd" diskutieren die BVB-Reporter Patrick Berger und Jesco von Eichmann eine erneute mögliche Rückkehr des Publikumslieblings, die Sinnhaftigkeit dahinter und welche Chancen sowie Risiken damit einhergehen würden.

Die Qualitäten, die Jadon Sancho einst in seiner ersten Zeit bei Borussia Dortmund gezeigt hat, sind über jeden Zweifel erhaben. Unbekümmert im Auftreten, trickreich im Tempodribbling, genial im Zusammenspiel mit seinen Teamkollegen. Der junge Engländer, der im Sommer 2017 für etwas mehr als 20 Millionen Euro aus der Jugendabteilung von Manchester City zum BVB gewechselt war, hat die Herzen der Fans im Sturm erobert und die Klubverantwortlichen über beide Ohren grinsen lassen.

"Ich habe neulich nochmal Highlight-Clips davon gesehen. Da kommen mir Freudentränen in die Augen, wenn ich den so spielen sehe - in dieser ganzen Kombination mit Reus, Haaland, nachher Bellingham. Das war traumhaft", schwärmt von Eichmann in der neuesten Folge "Auffe Süd". Unzählige Tore, Vorlagen und der Gewinn des deutschen Supercups in 2019/20 sowie der DFB-Pokal-Triumph in 2020/21.

Sancho konnte Potenzial nie wieder abrufen

Zur Wahrheit gehört aber auch dazu, dass der Filigrantechniker seit seinem 85-Millionen-Wechsel zu Manchester United im Sommer 2021 nie wieder sein enormes Potenzial abrufen konnte. Nach Disputen über mangelnde Disziplin und zwischenzeitlicher Abschottung von der Profi-Mannschaft der "Red Devils" kehrte der verlorene Sohn im Winter 2024 für ein halbes Jahr nach Dortmund zurück. Höhepunkt war das Champions-League-Finale gegen Real Madrid, das schmerzlich mit 0:2 verloren ging.

Sanchos Weg führte über eine einjährige Leihe beim FC Chelsea mittlerweile zu Aston Villa - ebenfalls per Leihe. Dort kommt der heute 25-Jährige in der laufenden Saison auf gerade einmal ein Tor und eine Vorlage in 28 Pflichtspielen.

Was für eine BVB-Rückkehr spricht

Sein Vertrag in Manchester läuft im kommenden Sommer aus und wird nicht verlängert. Das heisst: "Er ist ablösefrei […] und wäre auch bereit, so wie wir das hören, für weniger zu spielen, als er zuletzt verdient hat. Er hängt auch noch mit seinem Herz am BVB", gibt Sky Sport Reporter Berger zwei Argumente für eine erneute Verpflichtung Sanchos zu Protokoll.

Zudem ist unbestritten, dass der Rechtsfuss grundsätzlich über Fähigkeiten verfügt, die kaum ein anderer Spieler in der Bundesliga in petto hat. "Du brauchst einen Unterschiedsspieler, der dir gewisse Qualitäten garantiert. Die hat Jadon Sancho. Die hat er auch in Dortmund schon gezeigt", fügt von Eichmann hinzu.

Und natürlich würden sich viele Fans über eine zweite Rückkehr freuen. Aber: "Ich brauche Spieler, die liefern. Ich brauche einen Spieler, der mir 20 Scorer ersetzt", sagt von Eichmann weiter: "Da musst du dir einfach die Frage stellen: 'Kann Jadon Sancho das nochmal schaffen oder kann er das nicht schaffen?' Die Romantiker sagen jetzt: 'Natürlich kann er das schaffen. Der fühlt sich hier wie zu Hause. Der wird hier wieder aufblühen.' Das ist total möglich, aber ist das auch wahrscheinlich?"

Was gegen eine BVB-Rückkehr spricht

Und die grösste Frage, die sich in dieser Debatte stellt, ist eigentlich, ob Sancho zu Trainer Niko Kovac und dessen Spielsystem passt. "Kovac ist ein Disziplin-Fanatiker: defensiv arbeiten, gegen den Ball arbeiten", meint Berger. Auch wenn Sport-Geschäftsführer Lars Ricken kürzlich in einem Interview mit der WAZ davon gesprochen hat, dass sich der Klub im Sommer auf den Flügeln verstärken will und es eventuell eine Systemanpassung mit mehr Flügelfussball aus besten BVB-Zeiten geben soll, ist die Kompatibilitätsfrage in der Sancho-Diskussion doch entscheidend.

Berger: "Er und Kovac, das passt grundsätzlich nicht zusammen. Das ist sicherlich auch eine Frage, die man sich stellt. Ich bin auch ein Sancho-Fan, aber ich finde, das wäre ein falsches Zeichen. Wenn du auf diesen Reset-Knopf drückst, wenn du dich - bei allem Respekt gegenüber Julian Brandt - von einer Altlast trennst, und dann sagst: 'Wir gehen rückwärtsgewandt zu einem Jadon Sancho und holen ihn ein drittes Mal.' Ich finde nicht, dass das ein gutes Zeichen wäre, auch wenn kostengünstig in Anführungszeichen keine Adaptionszeit braucht und den Verein kennt. Es gibt schon Argumente, aber du musst eigentlich was Neues liefern und präsentieren."

Reporter-Kollege von Eichmann sieht in einem möglichen Sancho-Deal zudem noch weitere Risiken: "Dann machst du dir auch mehrere Baustellen auf. Dann hast du immer den Druck auf den Trainer, welcher es dann auch immer sein mag: [...] Der Publikumsliebling, warum spielt er nicht? Dann spielt er schlecht, dann gibt's viel Frustration. Dann hast du auch viel auf ihn gesetzt und er liefert nicht. Es sind ganz viele Dinge, die man bei so einem Transfer - auch als Verein - ganz rational überdenken muss und sich über die Folgen im Klaren sein muss."

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