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Manzambi, Embolo und Garcia treffen – Muheim fliegt vom Platz

Andy

Am Osterwochenende rollte in ganz Europa der Ball, und auch einige Schweizer Spieler standen im hellen Rampenlicht, wie ein Blick auf die europäischen Top-5-Ligen zeigt.

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Johan Manzambi trifft gegen die Bayern – zum Sieg reicht es aber nicht. © KEYSTONE / EPA

Es ist schlicht und einfach beeindruckend, was Urs Fischer in Mainz bewirkt. Als er im Dezember den 1. FSV Mainz 05 übernahm, lag der Klub in der Bundesliga auf dem letzten Platz und hatte sechs Punkte Rückstand auf den rettenden 15. Platz. Heute sind die Mainzer auf Rang 9, haben acht Punkte Reserve auf den 16. Platz, der mit dem Gang in die Barrage verbunden ist. Am Samstag gewann Mainz auswärts gegen Hoffenheim, das mit der Champions League liebäugelt – es war der dritte Sieg in Serie. Die Bilanz von Fischer ist bemerkenswert: In 15 Bundesligaspielen mit Mainz setzte es nur zwei Niederlagen ab (gegen Dortmund und Köln). Nimmt man nur die Spiele, seit der Schweizer als Cheftrainer an der FSV-Seitenlinie steht, belegt der Klub den fünften Platz. Auch wenn die Perspektiven nach dem Sieg in Hoffenheim, bei dem Mainz-Captain Silvan Widmer in der Pause ausgewechselt wurde, hervorragend sind, bleibt Fischer gewohnt cool und bodenständig und sagt: «Es wäre gefährlich, sich jetzt zurückzulehnen.»

Tief im Abstiegsstrudel bleiben dagegen andere Schweizer Spieler und Funktionäre. Leonidas Stergiou, der mit Heidenheim gegen Borussia Mönchengladbach immerhin einen Punkt eroberte und nach knapp 50 Minuten eingewechselt wurde, während Nico Elvedi bei den Gladbachern, die im Kampf um den Ligaerhalt den Befreiungsschlag verpassten, durchspielte. Wolfsburg, der Klub mit Aufsichtsrat Diego Benaglio und Sportdirektor Dieter Hecking, verlor gegen Leverkusen mit Ersatzgoalie Jonas Omlin 3:6 und liegt auf dem zweitletzten Platz. Doch die Hoffnung auf den Ligaerhalt lebt weiter, wie Diego Benaglio zuletzt erklärte. Die Verpflichtung von Trainer Dieter Hecking habe ihm einen Schub gegeben und auch bei der Mannschaft etwas bewirkt, zudem sei Aufgeben für ihn «keine Option».

Um den Ligaerhalt kämpfen aber auch andere nach wie vor: Joël Schmied, der dem 1. FC Köln auch beim 2:2 gegen Frankfurt aufgrund einer Muskelverletzung fehlte, während Aurèle Amenda bei der Eintracht durchspielte. Oder Isaac Schmidt, der die 1:2-Heimniederlage von Werder Bremen gegen RB Leipzig von der Ersatzbank aus miterlebte. Nico Elvedi mit Gladbach, aber auch Miro Muheim mit dem Hamburger SV sowie Fabian Rieder und Cédric Zesiger mit Augsburg, die am Samstag gegeneinander spielten und sich 1:1 trennten. Muheim führte den HSV als Captain an und flog in der 64. Minute vom Platz. Bei einem missglückten Klärungsversuch brachte der Aussenverteidiger den ansonsten alleine auf Torhüter Daniel Heuer Fernandes zueilenden Ex-Basler Anton Kade zu Fall und sah Rot. «Ich habe den Ball, will ihn klären und erwische ihn nicht richtig. Dann läuft er da rein», erklärte Muheim später. Fabian Rieder und Cédric Zesiger spielten bei Augsburg durch, sahen beide Gelb und sorgten so für viel Schweizer Präsenz in diesem Spiel.

Gregor Kobel befindet sich mit Borussia Dortmund dank des 2:0-Auswärtssiegs gegen den VfB Stuttgart auf direktem Champions-League-Kurs. Der Nati-Goalie hielt seinen Kasten zum 13. Mal in dieser Bundesligasaison sauber, was der Bestwert ist, Luca Jaquez sass bei Stuttgart dagegen nur auf der Bank.

Einsam an der Spitze bleibt aber der Rekordmeister Bayern München, der sich gegen den SC Freiburg wieder einmal als Mentalitätsmonster zeigte. Nach 80 Minuten führten die Freiburger dank eines herrlichen Treffers des einmal mehr starken Johan Manzambi und eines Tores von Lucas Höler 2:0. Doch dann schlugen die Münchner zurück, drehten die Partie dank zwei Toren von Tom Bischof und einem Treffer von Lennart Karl in der Schlussphase und der Nachspielzeit und siegten 3:2. Bitter war das auch für Bruno Ogbus, der nach 90 Minuten eingewechselt wurde, um bei der Siegsicherung mitzuhelfen, was aber gründlich missglückte. Ogbus konnte in der 99. Minute Alphonso Davies nicht stoppen, der schliesslich Matchwinner Lennart Karl lancierte.

In England ruhte am Wochenende der Meisterschaftsbetrieb, stattdessen standen die Viertelfinals im FA-Cup auf dem Programm, sodass Granit Xhaka (Sunderland) und Dan Ndoye (Nottingham), die mit ihren Klubs bereits ausgeschieden sind, sowie die nach wie vor verletzten Fabian Schär und Zeki Amdouni spielfrei hatten. Im Einsatz befand sich dagegen Stürmer Noah Okafor, der mit Leeds gegen West Ham spielte. Der Schweizer stand in der Startformation und liess sich beim Führungstreffer von Ao Tanaka den Assist gutschreiben, ehe er in der 70. Minute durch den früheren FCZ-Kicker Willy Gnonto ersetzt wurde. Nach der regulären Spielzeit und der Verlängerung stand es 2:2, im entscheidenden Penaltyschiessen setzte sich Leeds durch und zog in die Halbfinals ein.

Sow und Vargas in Not

In Spanien war Ricardo Rodriguez bei der Nullnummer von Betis Sevilla gegen Espanyol nur Ersatz, damit schmorte er bereits im vierten Spiel hintereinander 90 Minuten auf der Bank. Eray Cömert spielte dagegen beim 2:3 von Valencia gegen Celta Vigo durch, konnte aber wie die ganze Defensive nicht überzeugen. Filip Ugrinic, der bei der Nati verletzt passen musste, wurde für die letzte halbe Stunde eingewechselt, konnte die Niederlage aber nicht verhindern.

Immer verzwickter wird die Situation für Djibril Sow und Ruben Vargas und den FC Sevilla, der gegen Schlusslicht Oviedo 0:1 verlor. Sow wurde in der Halbzeit ausgewechselt, Vargas hatte zehn Minuten vor Schluss Feierabend, als er angeschlagen ausgewechselt wurde. Die Reserve auf den ersten Abstiegsplatz beträgt nur noch zwei Punkte, was die Fans stinksauer macht: Sie empfingen ihr Team nach der Niederlage am Flughafen und beschimpften es, zudem sollen gar Morddrohungen eingegangen sein. Für Sevilla wird es nun im Kampf gegen den Abstieg brandheiss: Am Samstag folgt das Heimspiel gegen den Tabellenvierten Atlético, danach das kapitale Auswärtsspiel gegen den Tabellenvorletzten Levante.

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Yann Sommer und Inter Mailand gewannen gegen die AS Roma und bleiben souveräner Tabellenführer.

Sommer und Akanji auf Meisterkurs

In der Serie A können Yann Sommer und Manuel Akanji den Meisterchampagner schon mal kühlstellen. Nach drei sieglosen Partien feierten sie mit Inter Mailand gegen Roma einen 5:2-Spektakelsieg, wobei sie bei den Gegentoren schuldlos waren. Sieben Runden vor Schluss liegt Inter nun sieben Punkte vor Titelverteidiger Napoli, der gegen die AC Milan 1:0 gewann. Bei Milan schmorte Ardon Jashari einmal mehr 90 Minuten auf der Ersatzbank, Zachary Athekame wurde nach einer Stunde eingewechselt.

Düster sieht die Situation für Aufsteiger Pisa aus, der mit Michel Aebischer, der durchspielte, und Filip Stojilkovic (ab der 58. Minute), aber ohne den verletzten Daniel Denoon gegen den FC Turin 0:1 verlor und nun bereits neun Punkte hinter dem rettenden 17. Platz liegt. Ersatzgoalie Benjamin Siegrist fehlte bei der 0:2-Niederlage des FC Genua gegen Juventus Turin verletzt, während Remo Freuler beim 2:1-Sieg von Bologna gegen Cremonese 90 Minuten im Einsatz war und sein Teamkollege Simon Sohm zehn Minuten vor Schluss ausgewechselt wurde. Sascha Britschgi stand beim 1:1 von Parma gegen Lazio bereits zum 21. Mal in dieser Saison in der Startelf und wurde erst in der Nachspielzeit ausgewechselt. Ulisses Garcia entwickelt sich bei Sassuolo prächtig, spielte beim starken Aufsteiger beim 2:1-Sieg gegen Cagliari durch und erzielte mit seinem ersten Serie-A-Treffer das Tor zum zwischenzeitlichen Ausgleich.

Als Torschütze liess sich auch Breel Embolo in der Ligue 1 feiern. Der Stürmer sorgte beim 4:3-Sieg von Rennes gegen Brest mit seinem siebten Saisontreffer für die zwischenzeitliche 3:2-Führung und darf nun auch wieder von einem Platz in der Champions League träumen. Dies kann auch die AS Monaco, die gegen Marseille einen wichtigen 2:1-Sieg feierte. Captain Denis Zakaria spielte bei den Monegassen durch und sah beim Gegentor nicht gut aus, Goalie Philipp Köhn war nur Ersatz. Yvon Mvogo kam mit Lorient zu einem 1:1 gegen Paris – und war am Gegentreffer beteiligt, indem er bei einer Flanke am Ball vorbeisprang. Verteidiger Bryan Okoh spielte bei Auxerre auch beim 1:1 gegen Le Havre durch, während Felix Mambimbi beim Gegner nicht im Aufgebot stand.

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