Meister Servette zum Siegen verdammt
Der Kampf um die Playoff-Tickets spitzt sich zu – und es ist sehr gut möglich, dass ausgerechnet Titelverteidiger und Champions League-Sieger Servette den Umweg via Play-In machen muss.
Wenn man von einem kapitalen Spiel sprechen kann, dann sicher heute Abend im Duell zwischen Servette und Ambrì-Piotta. Auf der einen Seite sind die Genfer, die nach der 0:4-Niederlage im Derby gegen Lausanne mit dem Rücken zur Wand stehen und in den restlichen Spielen gegen Ambrì, Zug und Biel wohl drei Siege und vor allem auch Schützenhilfe brauchen, um die Regular Season eventuell doch noch in den Top 6 zu beenden und direkt in die Playoffs einzuziehen. Und auf der anderen Seite sind die Tessiner, die mit einem Sieg heute in Genf zu Servette aufschliessen und damit einen wichtigen Schritt in Richtung Play-In machen könnten.
Servette-Coach Jan Cadieux muss in diesem ersten von drei Schicksalsspielen auf drei Schlüsselspieler verzichten. Captain Noah Rod fehlt ebenso wie Center Tanner Richard – und auch Teemu Hartikainen. Der finnische Stürmer war gegen Lausanne vom Schlittschuh von Christian Djoos am Ohr getroffen wurden und musste zur Behandlung ins Spital. «Der Schnitt war sehr tief, das war kein schöner Anblick. Der Eingriff erforderte zahlreiche Stiche, auch im Inneren des Ohrs», erklärte Sportchef Marc Gautschi, der Hartikainen ins Spital begleitete, gegenüber der «Tribune de Genève». Und der kanadische Stürmer Daniel Winnik, der als einer der ersten Spieler nach diesem Unfall bei seinem Teamkollegen war, sagte: «Man sieht überall Blut spritzen... Die Szene war erschreckend.» Immerhin gab Hartikainen noch am Dienstagabend aus dem Spital Entwarnung und schrieb in den sozialen Medien: «Für alle, die sich fragen, was passiert ist: Ich wurde von einem Schlittschuh am Ohr und nicht an der Kehle getroffen, also ist alles in Ordnung.»
Meister Servette tut nun gut daran, Ambrì nicht zu unterschätzen. Von den ersten drei Saisonduellen gewannen die Genfer zwar zwei, doch die Mannschaft von Luca Cereda hat in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, dass sie an einem guten Tag jeden Gegner bezwingen kann. Zudem läuft aktuell vor allem Michael Spacek heiss: Der tschechische Topskorer erzielte im Februar für die Leventiner in sieben Spielen sechs Tore und vier Assists, steht nun bei 16 Toren und 28 Assists und ist damit die Nummer 6 der National League.
In der Pole-Position für die letzten zwei direkten Playoff-Tickets befinden sich aktuell der HC Lugano (79 Punkte) und der SC Bern (78), die heute Abend daheim auf Gottéron respektive auswärts auf Ajoie treffen. Dahinter folgen der HC Davos (77 Punkte), der heute in Biel antreten muss, und Meister Servette (73). Für all diese Teams geht es darum, sich in den letzten drei Runden einen Platz in den Top 6 zu sichern und den Umweg via Play-In zu vermeiden, der folgendermassen aussieht:
*Der Siebte spielt gegen den Achten und der Neunte gegen den Zehnten der Regular Season. Es gibt je zwei Spiele, wobei der Siebte und der Neunte auswärts beginnen.
*Sieger ist, wer mehr Punkte hat. Im Hinspiel kommt es weder zu einer Overtime noch zu einem Shootout.
*Siegt der Hinspiel-Verlierer im Rückspiel, wird bis zur Entscheidung verlängert. Das Torverhältnis spielt keine Rolle.
*Der Sieger aus der Begegnung des Siebten gegen den Achten steht in den Playoffs.
*Der Gewinner des Duells zwischen dem Neunten und dem Zehnten spielt nun nach dem gleichen Modus gegen den Verlierer aus der Begegnung zwischen dem Siebten und dem Achten um den Einzug in die Playoffs.
*Gegen wen die zwei Teams, die via Play-In weiterkommen in den Playoff-Viertelfinals spielen, entscheidet die Rangierung in der Regular Season. Das schlechterplatzierte Team trifft auf den Quali-Sieger, die besser rangierte Mannschaft auf den Zweiten der Quali. Alles klar?