Der Karlsruher SC trennt sich von Christian Eichner. Eine Entscheidung, die Zündstoffpotential bietet, aber nicht überraschend kommt. Bereits in den letzten Monaten ist der Rückhalt für den Trainer in verschiedenen Gremien immer weiter geschwunden.
Nach Sky Sport Informationen wurde bereits in der vergangenen Woche ein Vieraugengespräch zwischen Sportvorstand Mario Eggimann und Eichner über die zukünftige Ausrichtung geführt. Die endgültige Entscheidung fiel dann am Dienstagabend nach einem Austausch innerhalb des Vorstands und mit Beirat und Aufsichtsrat. Eichner selbst hätte beim KSC gerne weiter gemacht, auch wenn ihn die Entlassung seines engsten Vertrauten Zlatan Bajramovic im Dezember nachhaltig getroffen hat (Sky Sport berichtete). Die Mannschaft wurde über die Entscheidung erst am Mittwochmorgen informiert.
Am Ende war die sportliche Entwicklung ausschlaggebend für die Trennung. So stellt der KSC mit 52 Gegentoren die zweitschwächste Defensive der Liga. Auch die Einbindung und Entwicklung von Talenten - mit Ausnahme von Sturmjuwel Louey Ben Farhat - war den Karlsruher Verantwortlichen nicht ausreichend.
Eichner legt den Finger in die Wunde
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Eichner sich intern nicht mit Kritik zurückgehalten hat und bei verschiedenen Themen rund um Entwicklungen im Verein und im Kader immer wieder den Finger in die Wunde gelegt hat. Auch das hat mit zur kritischen Haltung einiger Verantwortlicher gegenüber dem Ex-Spieler beigetragen.
Zudem musste der Trainer in den letzten Jahren immer wieder Abgänge wichtiger Leistungsträger wie Budu Zivzivadze, Jerome Gondorf oder Lars Stindl verkraften. Beim Kaderbudget steht der Karlsruher SC im unteren Drittel der zweiten Liga, trotzdem schaffte es Eichner immer wieder die Badener mindestens im Mittelfeld der Tabelle zu platzieren.
Bis zum Sommer soll Christian Eichner noch an der Seitenlinie stehen. Sein Vertrag in Karlsruhe läuft danach noch bis 2027 weiter. Der KSC könnte also noch eine Ablöse für den 43-Jährigen verlangen. Nach Sky Sport Informationen wollen sich die Karlsruher in diesem Fall aber kooperativ zeigen und dem Trainer keine Steine in den Weg legen. Interesse aus der Bundesliga gab es bereits in der Vergangenheit immer wieder. Konkret wurde bisher allerdings nichts, auch weil Eichner sich voll auf seine Aufgabe beim KSC konzentrieren wollte.
Strobl heissester Kandidat für die Nachfolge
Bei der Suche nach einem Nachfolger gehen die Karlsruher jetzt in die konkreten Gespräche. Bereits in den letzten Wochen wurden einige Kandidaten lose abgeklopft und eine Shortlist erstellt. Heissester Kandidat ist nach Sky Sport Informationen zum aktuellen Zeitpunkt Tobias Strobl, die BNN berichtete zuerst. Der 38-Jährige steht allerdings noch beim Drittligisten SC Verl unter Vertrag. Auch Ex-Kiel Trainer Marcel Rapp spielt nach Sky Sport Infos in den Überlegungen der Karlsruher eine Rolle. Der 46-Jährige wurde als Spieler in der Karlsruher Jugend ausgebildet und ist seit Februar ohne Verein.
Mehr zum Autor Dennis Bayer
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