An Matchwinner Deniz Undav richtet der Bundestrainer zudem sehr deutliche Worte.
Deniz Undav ...
... ob das ein Zehn-von-Zehn-Abend ist: "Ja, auf jeden Fall. Es war krass zu hören, wie die Fans hinter mir stehen. Ich geniesse das. Für mich war es top, reinzukommen und dann das Tor zu machen. Es war aber auch wichtig, dass wir das Spiel gewonnen haben. Wenn wir jetzt am Ende unentschieden spielen oder verlieren, macht es keinen Sinn. Es ist ein perfekter Abend gewesen: Sieg geholt, Tor gemacht, top."
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... über die deutsche Leistung: "Wir haben in der ersten Halbzeit komplett die Kontrolle, müssen da eigentlich schon aus unseren Chancen oder Halbchancen mehr Tore machen - zumindest noch gefährlicher werden. Dann ist es immer eklig gegen so eine Mannschaft. Sie haben gute Offensivspieler. Das hat man beim Gegentor gesehen. Wir haben weitergemacht, wollten das Spiel gewinnen. Wir müssen an Kleinigkeiten arbeiten, um noch effizienter zu werden."
... ob er die Joker-Rolle auch bei der WM annehmen wird: "Ja, ich habe ein Gespräch gehabt mit dem Bundestrainer. Ich kenne meine Rolle. Aber durch solche Tore kann sich meine Rolle vielleicht auch verändern. Ich versuche einfach, meine Rolle zu akzeptieren und weiterzumachen, Gas zu geben, Tore zu machen für die Mannschaft. Das ist das Wichtigste."
... über die Buhrufe gegen Leroy Sane: "Ich fand es schön von den Fans, wie sie mich bejubelt haben. Danke nochmal dafür. Aber ich hoffe und ich bitte da jeden Fan, wenn Leroy beim nächsten Mal reinkommt oder ein anderer Spieler, dass man da nicht buht. Egal was ein Spieler macht, wie er ist. Man sollte hinter der Mannschaft stehen. Es ist wichtig, dass wir als Mannschaft und mit den Fans zusammen eine Einheit werden. Ich hoffe, dass es beim nächsten Spiel oder beim Turnier nicht mehr so sein wird. Im Endeffekt sind wir eine Mannschaft. Leroy gehört genauso zu uns wie jeder andere hier. Ich hoffe, beim nächsten Mal supporten sie ihn auch."
Bundestrainer Julian Nagelsmann ...
... was gerade in der Kabine besprochen wurde: "Ich finde das Spiel ist aus unserer Sicht top gelaufen, weil wir genau gesehen haben, wenn wir taktisch diszipliniert sind, wie die ersten 45 Minuten, dann sind wir richtig gut. Der Gegner hatte keinen einzigen Konter. Weil das Spiel sehr gut lief, wurden wir ein bisschen ungeduldig, weil wir kein Tor gemacht haben. Wir haben die Position nicht mehr so besetzt, sondern haben wieder sehr viel Freestyle wie auch gegen die Schweiz gespielt. Und dann sind wir manchmal einfach nicht ballsicher genug, um diesen Freestyle zu haben. Es gibt ein paar Spieler, die können auf allen Positionen spielen, es gibt aber auch ein paar Spieler im Kader, die fühlen sich auf einer Position wohler und sind zufriedener, wenn sie diese Position halten. Wenn wir diese taktische Disziplin haben, die dann entsteht, wenn wir uns gut fühlen, dann wird es freestyle-mässig und dann sind wir konteranfällig. Wenn wir das aber nicht machen, wie in den ersten 25 Minuten, sind wir gut. Wir müssen in der ersten Halbzeit zwei, drei Tore schiessen. Dann ist das Spiel ein bisschen klarer. Aber insgesamt haben wir in meinen Augen besser gespielt als gegen die Schweiz, auch wenn wir weniger Tore gemacht haben."
... wie sehr ihn der Freestyle nervt: "Die Mannschaft macht sich das Leben selber schwer. Das sind unnötig weite Wege. Von zehn Kontern kannst du sieben oder acht wegnehmen, weil du einfach ein bisschen disziplinierter in der Struktur bleibst. Es ist ja gut, dass wir ein Tor schiessen wollen, dass wir immer gewinnen wollen. Das ist ein top Zeichen."
... ob er zwischendurch auch mal gezittert hat: "Gezittert nicht. Man wird nicht vermeiden können, dass Mannschaften bei der WM die eine oder andere Situation auch kreieren. Das 1:1 dürfen wir so nicht fressen. Das war schon sehr, sehr einfach. Wir verlieren leider die Mannbindung in der Box und Josha (Vagnoman, Anm. d. Red.) geht voll auf die Balleroberung. Er muss versuchen abzulaufen."
... über Deniz Undav: "Es war ähnlich wie beim VfB Stuttgart. Er hat jetzt nicht viele Aktionen, bis dahin keine. Aber dann macht er das Tor. Dafür ist er dann auch auf dem Feld. Das ist das Entscheidende, wenn der Gegner ein bisschen müde ist, dass er Aktionen nutzen kann. Er hatte davor wenig am Spiel zu tun. Das Tor macht er schon gut. Das war nicht so leicht. Auch gut gemacht von Leroy, auch nochmal ins Kopfballduell gegangen, dahin wo es wehtut und den Ball zu Deniz gelegt."
... ob sich an Undavs Rolle auch noch etwas ändern kann: "Das werden wir sehen. Es ist nicht ausgeschlossen, aber eher unwahrscheinlich, weil ich die Rollengespräche nicht für die März-Massnahme gemacht habe, sondern für die WM."
... zu Undav (auf der PK): "Er setzt sich mit seinen Aussagen selber unter Druck. Wenn er damit umgehen kann, ist das sehr gut. Ich fand seine Leistung bis zum Tor nicht gut. Er hat einmal den Ball berührt, bis er dann das Tor macht. Das macht einen Torjäger aus. Das Tor macht er gut. Ich weiss aber nicht, ob er diesen Schritt macht, wenn er vorher 70 Minuten marschiert. Ich glaube zu wissen, dass wir im Sommer Joker brauchen, um Spiele zu entscheiden."
... über die Buhrufe gegen Leroy Sane nach dessen Einwechslung: "Ich habe irgendwann einmal mal was zu den Fans gesagt. Da habe ich einen Shitstorm kassiert. Generell finde ich es nicht schön, wenn unsere Spieler ausgepfiffen werden. Wenn Spieler den Adler auf der Brust tragen, dann sollten wir sie alle so lange tragen, bis sie den Adler auf der Brust tragen. Wenn es irgendwann nicht mehr der Fall ist und es ist auf Klubebene, dann finde ich es auch nicht schön, kann es da aber noch ein Stück weit nachvollziehen. Ich finde, bevor er die erste Aktion hatte, ihn auszupfeifen, finde ich jetzt nicht super fair. [...] Leroy hat heute deutlich besser gespielt als gegen die Schweiz. Er hat das Tor mitvorbereitet."
... über Leroy Sane als WM-Kandidaten: "So wie er gegen die Schweiz gespielt hat, war es zu wenig. Wenn er so wie heute reinkommt und macht es dann so gut, dann ist es okay, dann war es gut. Er hatte ein, zwei entscheidende Aktionen. Es hängt jetzt davon ab, was er die nächsten acht Wochen macht. Aber das betrifft nicht nur ihn. Das betrifft auch andere Spieler. Wir haben einige Spieler, die jetzt gar nicht gespielt haben. Da müssen wir schauen. Wir haben auch einen Waldi (Waldemar Anton, Anm. d. Red.), der zu ganz grosser Wahrscheinlichkeit dabei ist, obwohl er nicht gespielt hat. Da wissen wir, was wir haben. Er haut sich im Training immer voll rein, er gibt Vollgas und hätte es auch verdient zu spielen."
... über die Hoffnung, dass Jamal Musiala wieder auf Top-Niveau kommt: "Die Hoffnung ist gross. Aber ich will ihm da jetzt keinen Druck geben. Er macht sich selber sehr viel Druck. Das ist normal. Wir würden uns alle unglaublich freuen, wenn er fit wird und er die WM spielen kann. Er weiss, wenn er einigermassen in der Spur ist, gibt es wenige Trainer auf der Welt, die auf ihn verzichten."
... auf was es jetzt für ihn und sein Trainerteam in den nächsten Wochen ankommt: "Die Gegner analysieren. Ich bin morgen in den Niederlanden und schaue mir sie gegen Ecuador an - einen unserer Gegner. Da haben wir genügend Zeit jetzt. Und natürlich auch die eigenen Spieler. Wir haben eine klare Idee im Kopf. Daran wird sich auch nicht mehr so viel ändern."
... über Lennart Karl (auf der PK): "Super Eindruck gemacht. Zwei sehr gute Joker-Leistungen. Reingekommen und Gas gegeben. Von den jungen Spielern, die wir hier eingeladen haben, hat er es bisher am besten gemacht."
Nick Woltemade ...
... über das Spiel: "Die ersten 25 Minuten waren, glaube ich, sehr gut, da hat aber das Tor gefehlt. Dann wurde es ein bisschen wild, weil wir etwas ungeduldig geworden sind, dass es nicht direkt geklingelt hat. Zweite Halbzeit waren wir schon dominant, es waren eigentlich nur Kontersituationen gefährlich. Von denen haben wir auch ein paar zu viele zugelassen und hatten nicht mehr so gute Kontrolle. Ein bisschen ein unangenehmes Spiel. Du läufst die ganze Zeit an, machst aber nicht so viele Tore. Und dann kriegst du sogar noch eins. Schlussendlich also noch sehr wichtig, dass wir am Ende noch ein Tor schiessen. Mit einem Sieg lässt es sich dann schon nochmal besser nach Hause fahren."
... wie lehrreich das Spiel war: "Jedes Spiel ist lehrreich. Es war eins unserer ersten Spiele in diesem Jahr, deswegen können wir aus jedem Spiel sehr viel mitnehmen, heute auch. Wir können dann viel analysieren. Wie es dann vergleichbar mit der Elfenbeinküste ist, weiss ich nicht, wird wahrscheinlich aber ähnlich sein. Deswegen ist es auf jeden Fall wichtig für uns, dass wir solche Spiele haben."
... ob das heute ein Warten auf den Knotenplatzer war, obwohl eigentlich doch viel gut gelaufen ist: "Ich fand eigentlich auch, dass ich ganz gute Aktionen dabei hatte. Ich glaube, in der ersten Halbzeit habe ich eine Vorlage gegeben, stand aber knapp im Abseits. Dann leite ich eine Aktion selbst gut ein, köpfe dann aber gegen die Latte. Es war vielleicht ein bisschen das Sinnbild, dass ich eigentlich ganz gut in den Spielen bin, der Ball aber einfach nicht rein will. Ich bleibe aber auf jeden Fall weiter dran und bin froh, dass ich in diesen Situationen bin. Das ist, glaube ich, das Wichtigste. Ich habe auch schon oft genug bewiesen, dass ich sie auch reinschiessen kann."
* Stimmen in der ARD
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