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Nati: Wie stark ist die Offensive?

Andy

Heute Abend beginnt für die Schweizer Nati mit dem Testspiel gegen Deutschland der WM-Countdown richtig zu laufen. Interessant ist vor allem auch, wie sich die Offensive präsentiert, in der es zuletzt doch einige Probleme oder Problemchen gab.

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Breel Embolo glänzte 2025 im Trikot der Schweizer Nati, war Torschütze vom Dienst. Bei Rennes ist er aktuell aber nur noch Joker. © KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi

Grundsätzlich steht die Aufstellung des Nationalteams ja. Es dauert noch 78 Tage, bis die Schweizer Nati an der Fussball-WM in ihrem ersten Spiel auf Katar trifft. Während vor anderen Grossanlässen nicht selten Hektik und auch Ungewissheit bestanden, können sich Murat Yakin und sein Team aktuell in aller Ruhe auf die WM vorbereiten. Das Gerüst für das Kader steht und die Stammformation ist mehr oder weniger gegeben. Von Goalie Gregor Kobel bis in die Sturmspitze zu Breel Embolo stehen mehr oder weniger nur Fixgrössen bereit, die über immense Erfahrung auf dieser Bühne verfügen.

Und auch atmosphärische Störungen sind nicht zu orten. Die Probleme mit Noah Okafor wurden behoben, der talentierte Offensivspieler ist nach seiner zwischenzeitlichen Verbannung ins Team zurückgekehrt. Wichtig ist vor allem auch die intakte und harmonische Beziehung zwischen Trainer Yakin und seinem Captain Granit Xhaka, welche die Basis für eine ruhige Vorbereitung bildet. Und so sagt denn auch Nati-Coach Yakin: «Das Gerüst steht.» Und: «Wir wollen die beste WM aller Zeiten spielen!»

Letzte Niederlage im November 2024

Trotz dieser positiven Vorzeichen gibt es auch noch Fragezeichen. Eines davon: Wie stark ist die Offensive? Im Jahr 2025 standen bei der Nati zehn Länderspiele auf dem Programm, die ungeschlagen bewältigt werden konnten (bei drei Unentschieden). Letztmals verloren hat die Nati am 18. November 2024 (2:3 gegen Spanien), und seit der WM 2022 in Katar und der 1:6-Schlappe gegen Portugal gab es in 35 Matches lediglich sechs Niederlagen; an der EM 2024 blieb die Nati bis aufs Penaltyschiessen gegen England ungeschlagen.

Es sind Zeichen der Stärke, ebenso sind es die 26 Tore, die im Jahr 2025 erzielt werden konnten. Verteilt auf Breel Embolo (7), Dan Ndoye (4), Ruben Vargas und Johan Manzambi (je 3), Granit Xhaka (2) sowie Vincent Sierro, Zeki Amdouni, Fabian Rieder, Michel Aebischer und die Defensivkräfte Manuel Akanji, Nico Elvedi und Silvan Widmer (je 1). Aber gerade einige der Offensivkräfte bereiten aktuell gewisse Sorgen.

Embolo und Nodoye nur noch Joker

Breel Embolo war bei Rennes zuletzt nur noch Joker, stand Anfang Februar letztmals in der Startelf und erzielte seinen letzten Treffer am 13. Februar gegen Paris Saint-Germain. Doch gerade auch sein Nati-Jahr 2025 hat gezeigt, dass er für Murat Yakin unverzichtbar ist. Dan Ndoye hat in seiner ersten Saison bei Nottingham bereits seinen vierten Trainer und ist aktuell nur Joker und Kurzarbeiter. Sein letztes Spiel über 90 Minuten hat der Flügelspieler Anfang November bestritten, sein erstes und bislang einziges Premier League-Tor gelang ihm beim Saisonstart am 17. August gegen Brentford.

Auch Ruben Vargas, der andere eigentlich gesetzte Flügel, hat schwierige Zeiten hinter sich und fiel beim FC Sevilla aufgrund von zwei Oberschenkelverletzungen lange aus. Nun ist der Luzerner zurück – und ist hoffentlich dazu in der Lage, schnell wieder Schwung aufzunehmen. Zu hoffen ist auch, dass Zeki Amdouni nach seinem Kreuzbandriss schon bald wieder in den Spielbetrieb zurückkehrt und schnell zu alter Stärke zurückfindet.

Manzambi und Okafor als Bereicherung

Doch es gibt auch Hoffnung für die Schweizer Offensive. Da ist allen voran Johan Manzambi, der in acht Länderspielen bereits dreimal eingenetzt hat und beim SC Freiburg auch nach seiner Zwangspause nach einer roten Karte ein Schlüsselspieler ist. Manzambi verfügt über die Klasse, um sich auch in der Nati unverzichtbar zu machen, die Offensive entscheidend zu bereichern. Kein Wunder, gibt es immer wieder Gerüchte um Interesse von namhaften Klubs. Bereichernd ist auch, dass Coach Yakin und Noah Okafor die Differenzen ausgeräumt haben. Der Angreifer von Leeds United hat sich nach einer Oberschenkelverletzung wieder zurückgemeldet, steht bei seinem Arbeitgeber immer wieder in der Startformation und hat in seiner ersten Premier League-Saison vier Tore erzielt – zwei davon in den letzten beiden Spielen vor seiner verletzungsbedingten Zwangspause. Auch Djibril Sow strahlt aktuell Torgefahr aus. Beim FC Sevilla hat er in den letzten sechs Spielen drei Treffer markiert und seine Torgefahr aus dem Mittelfeld heraus unter Beweis gestellt. Nun geht es aber darum, dass er diese Qualität auch in die Nati mitnimmt – Sow hat bisher 49 Länderspiele bestritten und wartet noch auf die Torpremiere.

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Alvyn Sanches ist nach seinem Kreuzbandriss und seinem Transfer zu den Young Boys bemerkenswert stark auf die grosse Bühne zurückgekehrt.

Beeindruckende Rückkehr von Sanches

Ein äusserst interessanter Mann für die Offensive ist auch Alvyn Sanches. Der 23-Jährige, damals noch in Diensten von Lausanne, feierte sein Nati-Debüt am 21. März 2025 gegen Nordirland, als er in der 68. Minute für Dan Ndoye eingewechselt wurde – und sich einen Kreuzbandriss zuzog. Sanches nahm die Challenge an, absolvierte die Reha, wurde im vergangenen Sommer in dieser Phase mit einem Transfer zu den Young Boys belohnt, gab Ende Oktober in der Super League gegen den FC Zürich sein Comeback – und hat sich bei den kriselnden Bernern zu einem absoluten Leistungsträger entwickelt. In 21 Meisterschaftsspielen hat er in dieser Saison neun Tore und fünf Assists erzielt und ist damit hinter Chris Bedia und Christian Fassnacht der drittbeste Torschütze und nach Alan Virginius und Fassnacht der drittbeste Vorbereiter in seinem Team.

Sanches ist aktuell wohl stärker denn je, Gerüchte um einen Auslandstransfer werden eher früher als erst später wieder auftauchen, nachdem er vor einem Kreuzbandriss schon mit namhaften Klubs aus ganz Europa in Verbindung gebracht worden war. «Wir sind alle sehr glücklich und auch etwas erstaunt, wie schnell Alvyn wieder seine Form gefunden hat», sagte Nationaltrainer Yakin bei der Kaderbekanntgabe für die Länderspiele gegen Deutschland und Norwegen und hob «die Spielfreude und den Offensivdrang» des Waadtländers hervor. Während Sanches bei den Young Boys oft als «Zehner» hinter den Spitzen agiert, dürfte Yakin in der Nati mit ihm eher den Konkurrenzkampf auf den Flügeln anheizen und Dan Ndoye und Ruben Vargas herausfordern. Und diese Konkurrenz steigert im Endeffekt auch die Qualität.

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