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Nico to see you again: Stolpert Liverpool auch in der K.o.-Phase über Gala?

Patrick

Wiedersehen mit eingeschränkter Freude im Champions-League-Achtelfinale. Denn wenn die Reds heute Abend im «neuen» Ali Sami Yen einlaufen, tun sie dies im Wissen, am Bosporus in dieser CL-Spielzeit bereits einmal unterlegen zu sein. Gelingt Galatasaray im Achtelfinale abermals der Coup? Es wäre der vorläufige Höhepunkt einer erstaunlichen Kampagne des türkischen Rekordmeisters.

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Mit Widerstand ist zu rechnen: Liverpool und Galatasaray Istanbul duellierten sich bereits in der CL-Ligaphase © IMAGO / Middle East Images

Zwischen Liverpool und…YB?

Gewiss: Der Galatasaray Istanbul S.K. ist ein Klub der Extreme. Jetzt, und eigentlich schon immer. Einerseits sprechen wir hier vom erfolgreichsten türkischen Fussballverein aller Zeiten, 25-facher türkischer Meister, 19-facher Pokalsieger und UEFA-Cup-Champion 2000. Andererseits von einem Klub, der in seinem Heimatland (und zuweilen auch ausserhalb) polarisiert wie kein Zweiter und noch in der Spielzeit 21/22 mit Rang 13 einen gigantischen sportlichen Absturz erlebte. Und dann? Kam Trainer Okan Buruk, langjähriger Spieler und Eigengewächs der Cimbom, und mit ihm kehrte der Erfolg zurück. Mit einer Ausnahme. Im Playoff zur Champions League 2024/2025, als das hochfavorisierte Gala gleich zweimal den bereits damals kriselnden Berner Young Boys unterlag. Eine Blamage, die so mancher Trainer am Bosporus wohl nicht überlebt hätte, aufeinanderfolgende Meistertitel (23, 24) hin oder her. Doch Buruk hielt sich im Sattel, schafften den Titel-Hattrick und kehrte mit Gala in diesem Jahr umso stärker auf CL-Bühne zurück.

 

157 Mio. Euro für ein CL-Achtelfinale

Aber natürlich ist der 52-Jährige nicht der einzige Grund für die Auferstehung des 1905 gegründeten Vereins. Nach einer weiteren internationalen Ernüchterung vor Jahresfrist (out im EL-Sechzehntelfinal vs. AZ Alkmaar), ging der von Präsident Dursun Özbek (seit 2022) zum zweiten Mal geführte Klub auf diese Saison hin «all in». 157 Mio. Euro investierte Gala in seine Ausgabe 25/26, ein selbst für die zuweilen durchaus verrückten Verhältnisse am Bosporus aussergewöhnlicher Betrag. Es kamen u.a. Topstürmer Victor Osimhen (für 75 Mio. Euro von Neapel), Keeper Ugurcan Cakir (27,50 Mio. Euro von Trabzonspor), Verteidiger Wilfried Singo (25 Mio. Euro von AS Monaco) sowie die ablösefreien «big shots» Leroy Sané und Ilkay Gündogan. Der Lohn für so viel finanzielle Risikobereitschaft: Die Chance aufs erste CL-Viertelfinale seit 2013 und die Gewissheit, in der heimischen Süper Lig aktuell auf Kurs in Richtung viertem Titel in Serie zu sein (vier Zähler Vorsprung auf Erzrivale Fenerbahce).

 

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Ihn gilt es aus englischer Sicht auszuschalten: Stürmer Victor Osimhen (vorne), Torschütze im September (IMAGO / Cadir Kaliskan)

Der Schein trügt – oder doch nicht?

Doch so richtig sollte man dem für seine fanatischen Fans und manchmal überbordende Emotionalität bekannten Klub noch nicht über den Weg trauen. Auf der einen Seite stehen da zwar Siege wie jener über Liverpool (1:0) oder das überzeugende 0:3 bei Ajax im Herbst. Handkehrum gab es aber auch desolate Auftritte wie das 1:5 zum CL-Auftakt bei Frankfurt oder die enttäuschenden Niederlagen gegen Union Saint-Gilloise und die AS Monaco. Mit ziemlicher Sicherheit lässt sich sagen: Der Weg ins Achtelfinale (auf dem Gala in der Ligaphase auch noch Bodö/Glimt mit 3:1 bezwang) hätte durchaus schwerer sein können, was den Erfolg der Türken jedoch nicht schmälern soll. Schliesslich kann man sich seine Gegner ja nicht aussuchen. Auf alle Fälle haben sich die Türken im Winter mit der Perspektive CL-K.o.-Phase noch einmal verstärkt, mit Rückkehrer Sacha Boye (von Bayern) und Noa Lang (von Napoli) zusätzliche Qualität und Breite in den Kader geholt. Ob das genügen wird, um den LFC ein zweites Mal zu überraschen? Zuletzt überzeugte Galatasaray im Hinspiel der CL-Play-offs gegen Juve vorzüglich (5-2), nur um sich im Rückspiel trotz Überzahl in die Runde der letzten 16 zittern zu müssen. Allgemein hing in der Königsklasse bislang zu viel von Viktor Osimhen ab (sieben Tore in acht CL-Spielen), während sich übrige Leistungsträger wie Icardi oder Sané auf höchstem Niveau noch nicht wie erhofft in den Vordergrund spielen konnten. Ob sich das just zu den Duellen mit dem noch immer amtierenden englischen Meister ändern wird? Fest steht: Mit den kriselnden Reds vom Herbst (damals drei Siege in zwölf Spielen) kann Gala eher nicht noch einmal rechnen (zuletzt wettbewerbsübergreifend 14 Siege und nur drei Niederlagen in 23 Spielen).

 

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