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NL-Preview: Auf ein Neues in Langnau

Patrick

Olympia sei dank: So früh wie zuletzt nie, startet die National League am 9. September in die neue Saison. Auch in diesem Jahr scheint zwischen A (wie Ajoie) und Z (wie ZSC) fast alles möglich. Das gilt auch für die SCL Tigers, die ihre überraschend starke letzte Spielzeit unbedingt bestätigen möchten. Unser Blick ins Emmental.

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Ruhig, sachlich, erfolgreich: Head Coach Thierry Paterlini geht in seine vierte Saison an der Langnauer Bande © Keystone / Anthony Anex

So lief’s zuletzt

So gut, wie schon lange nicht mehr. Noch in der Saison 21/22 (Rang 12 mit 35 Punkten) musste man im Emmental froh darum sein, aufgrund der Corona-Pandemie in einer quasi-geschlossenen Liga zu spielen. Davon kann heute keine Rede mehr sein. Denn seit der Einberufung von GM Pascal Müller und dessen erster Trainerverpflichtung Thierry Paterlini geht es in Langnau nur noch in eine Richtung: konstant nach oben. Die Basis für den kontinuierlichen Aufstieg der Tigers über die letzten drei Spielzeiten (von 60 auf 71 und schliesslich 75 Punkte) bildete dabei die Defensive, die im vergangenen Jahr (126 Gegentore) die zweitstärkste der ganzen Liga und entscheidend dafür war, dass sich der SCL zum dritten Mal in der Klubgeschichte für die Playoffs qualifizieren konnte. Genau hier mussten die Langnauer in der Off-Season aber Federn lassen.

 

Personelles

Stéphane Charlin ist weg und mit ihm der mit Abstand beste Torhüter der letzten NL-Saison. Nach Genf begleitet wird er von Vili Saarijärvi, einer weiteren tragenden Säule der SCL-Verteidigung, weshalb man sich im Umfeld der Tigers die bange Frage stellt: Folg auch nach dieser Playoff-Quali der unmittelbare Absturz? Betrachtet man die jüngere Langnauer Geschichte etwas genauer, sind solche Befürchtungen zumindest nicht unbegründet, auch wenn die Emmentaler über die letzten Jahre deutlich an Stabilität gewonnen haben. Doch am Ende des Tages ist klar, dass in der anstehenden Spielzeit viel davon abhängen wird, wie gut das neue Goalie-Duo Luca Boltshauser (bisher) / Robin Meyer (von Visp) den Verlust Charlins wird kompensieren können, denn dass die in der Vorsaison viertschwächste Offensive (133 Tore) plötzlich zur Tormaschine mutiert, ist eher nicht zu erwarten. Immerhin: Mit Dario Rohrbach (12/20) ist der letztjährige Topskorer weiter an Bord, wobei der Aufsteiger der letzten Saison gleich doppelt unter Beobachtung steht. Zum einen, um zu beweisen, dass die Saison 24/25 kein einmaliger Ausreisser war und zum anderen, weil er ab der Spielzeit 26/27 bereits beim SC Bern unterschrieben hat.

 

Die Ausländer

Zu den Dingen, die im vergangenen Winter in Langnau ausgezeichnet funktionierten, gehörten auch die letztjährigen Imports. Der ewige Harri Pesonen (18 Tore),  Sean Malone (30 Punkte), Aleksi Saarela (18 Tore), Juuso Riikola (25 Punkte), Vili Saarijärvi (25 Punkte) und Saku Mäenalanen (18 Punkte in 27 Spielen) spielten die Sterne zwar nicht direkt vom Himmel, waren in Paterlinis System aber wertvolle Stützen und Leistungsträger, die schlussendlich den Unterschied genauso ausmachten, wie Charlins Paraden. Mit Malone (Örebro), Saarijärvi (Servette Genf) und Saarela (Turku) nehmen nun drei dieser Spieler die neue Spielzeit nicht mehr im Emmental in Angriff und wurden durch Verteidiger Santtu Kinnunen (ex-ZSC), Flügel André Petersson (SWE) und Center Hannes Björninen (FIN) ersetzt. All drei überzeugten bei ihren alten Klubs mit soliden Leistungen, wobei insbesondere Zweiweg-Center Björninen mit seinem Palmarès beeindruckt und als nächster finnischer Weltmeister und Olympiasieger den Weg nach Langnau gefunden hat. Wie gut und rasch sich speziell die beiden NL-Neulinge in der Schweiz zurecht finden, werden die kommenden Wochen zeigen.

 

Keystone_Marcel Biere_Sind erneut gefordert_Tigers Topskorer Harri Pesonen (l.) und Dario Rohrbach
Sind erneut gefordert: Die letztjährigen Tigers-Topskorer Harri Pesonen (l.) und Dario Rohrbach

Das spricht für Langnau

In erster Linie das Führungs-Duo Müller/ Paterlini. Die Beiden habe es geschafft, über die Jahre ein Team zu formen, dass mit im Emmental gern gesehenen Tugenden wie Bescheidenheit, Zuverlässigkeit und Beharrlichkeit punktet und dabei auch gelernt hat, eine Chance am Schopf zu packen. Es ist noch nicht lange her, da mutierten die Tiger im entscheidenden Moment zu braven Kätzchen, denen die letzte Überzeugung fehlte und die auch deshalb Vorteile immer wieder durch «Unforced Errors» aus der Hand gaben. Das hat sich unter Pascal Müller und Thierry Paterlini geändert, die an der Ilfis den Glauben verinnerlicht haben, aus bescheidenen Mitteln das Maximum herausholen zu können. Das wird auch in diesem Jahr wieder notwendig sein, wenn die Tigers an die Erfolge aus der Vorsaison anknüpfen wollen.

 

Prognose

Vieles hat sich in den letzten Jahren im Emmental gut entwickelt, vieles wurde richtig gemacht. Sportlich, wirtschaftlich und (infra)strukturell sind die SCL Tigers deshalb so gut aufgestellt, wie noch nie in ihrer jüngeren Geschichte. Und dennoch gilt für Langnau ähnlich wie für andere «kleine» Emporkömmlinge der letzten Jahre : Nach vorne zu kommen ist schwer, sich dort zu halten, noch viel schwerer. Im Fall der Tigers muss das noch nicht einmal zwingend bedeuten, dass die Playoffs erneut zu erreichen sind. Auch eine Qualifikation für die Play-Ins könnte bereist als Erfolg verbucht werden. Das müsste für den SCL möglich sein  - sofern die Goalies ihren Job erledigen und etwas mehr offensiver Output generiert werden kann.

 

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