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Odermatt und Shiffrin fahren auch finanziell in einer eigenen Liga

Andy

Marco Odermatt dominiert einmal mehr den Ski-Weltcup. In diesem Winter hat der Nidwaldner bereits sechs Siege gefeiert – und es damit auch tüchtig in der Kasse klimpern lassen.

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Marco Odermatt eilt auch in dieser Saison von Erfolg zu Erfolg. © KEYSTONE / AP Photo/Giovanni Zenoni

Die Saisonbilanz ist wieder einmal beeindruckend. 13 Weltcuprennen bestritt «Odi» in diesem Winter. Sechsmal stand er zuoberst auf dem Podest. Zweimal wurde er Zweiter, je einmal Dritter, Vierter, Fünfter und Sechster und nur gerade einmal erreichte er das Ziel nicht. Das war beim Riesenslalom in Copper Mountain, als er wegen eines Innenskifehlers ausschied, nachdem er zuvor die besten Zwischenzeiten realisiert hatte.

Doch Odermatt ist das Mass aller Dinge. Nach seinem Triumph am vergangenen Samstag in Adelboden steht er nun bereits bei 51 Weltcupsiegen. Nur noch drei Erfolge fehlen ihm zum Sprungs aufs ewige Podest, auf dem aktuell die Legenden Ingemar Stenmark (86 Siege), Marcel Hirscher (67) und Hermann Maier (54) stehen. Es braucht wenig Mut für die Prognose, dass dem 28-Jährigen dies eher früher als später, vielleicht sogar noch in dieser Saison gelingt. Und auch dass er den Schweden Stenmark dereinst einholen wird, ist kein illusorischer Gedanke, sondern liegt bei Odermatts Stärke durchaus im Bereich des Möglichen. Einzig die Rekorde von Mikaela Shiffrin sind ausser Reichweite. Die amerikanische Ausnahmeathletin gewann bislang 106 Weltcuprennen und liegt damit klar vor ihrer Landsfrau Lindsey Vonn (84).

100'000 Euro für Kitzbühel-Sieg

Odermatt und Shiffrin fahren damit auch finanziell in einer eigenen Liga. Der Schweizer hat in dieser Saison bereits ein Preisgeld von 419'046 Euro eingefahren, allerdings bleiben davon nach Abzug der Steuern «nur» rund 65 bis 70 Prozent für ihn übrig. Shiffrin bringt es auch schon auf 343'036 Euro und Camille Rast als beste Schweizerin auf 235'362 Euro. Jeder Weltcupsieg wird aktuell mit mindestens rund 50'000 Euro entlöhnt, wobei ein Sieg am Hahnenkammrennen in Kitzbühel rund 100'000 Euro wert ist. Das höchste Preisgeld bei den Frauen wird heute Abend beim Nachtslalom im österreichischen Flachau ausgeschüttet – die Siegerin darf sich über 70'000 Euro freuen.

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Mikaela Shiffrin ist die erfolgreichste Skirennfahrerin aller Zeiten.

Odermatt begann seine Weltcupkarriere am 19. März 2016 mit dem Riesenslalom beim Weltcupfinal in St. Moritz, für den er als Juniorenweltmeister qualifiziert war. Da reichte es ihm mit einem Rückstand von drei Sekunden auf Sieger Thomas Fanara zu Rang 22, für den er rund 920 Euro erhielt. Mittlerweile bewegt er sich auch finanziell in ganz anderen Sphären, hat in seiner Weltcupkarriere ein Preisgeld von insgesamt 3'666'072 Euro eingefahren, wobei zu beachten ist, dass der Weltskiverband FIS die Statistik teilweise in Schweizer Franken und teilweise in Euro führte, so dass die Beträge für die Erfassung einheitlich in Euro umgerechnet wurden.

Mit dieser Summe liegt Odermatt weit vorne, aber im finanziellen Podest noch nicht ganz zuoberst. Marcel Hirscher hat es auf 4'764'781 Euro gebracht – und die amerikanische Ausnahmefahrerin Mikaela Shiffrin steht bei 6'761'286 Euro und wird ihren Kontostand auch in Zukunft weiter anwachsen lassen, vielleicht schon heute mit einem Rekord-Zahltag in Flachau.

Im Vergleich zu den Tennis-Assen Bettler

Es sind schöne Summen, mit denen Odermatt, Shiffrin und Co. belohnt werden, die auch mit persönlichen Sponsoren und Ausrüstern Kasse machen. Aber im Vergleich mit anderen Sportarten, beispielsweise dem Tennis, sind die Ski-Asse, die regelmässig die Limiten ausreizen und bei denen das Risiko jederzeit mitfährt, doch weit weniger eindrücklich entlöhnt. Oder überspitzt gesagt: Bettler. An den Australian Open 2026 streichen die Siegerin und der Sieger je rund 2'400'000 Euro ein. Der spanische Weltranglistenerste Carlos Alcaraz kommt trotz seiner erst 22 Jahre bereits auf ein Karriere-Preisgeld von umgerechnet rund 50 Millionen Euro. Und die Belarussin Aryna Sabalenka (27), die aktuelle Nummer 1 der Frauen, steht bei rund 40 Millionen Euro.

«Es muss ein Ziel sein, so viel Preisgeld wie die Tennisspieler zu erzielen», erklärte der schwedische FIS-Präsident Johan Eliasch schon vor einigen Jahren. Und: «Es sollte nicht sein, dass unsere besten Athleten so viel verdienen wie die besten Tennisspieler in einer Woche. Wir müssen die Preisgelder erhöhen, innovativ sein, Sponsoren anziehen.» Das ist leichter gesagt als getan. Im Vergleich mit der globalen Sportart Tennis ist und bleibt das Skifahren eine Randsportart mit einem begrenzten Markt.

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