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Plötzlich schlottern die Knie: Schalke und das Zittern um den Aufstieg

Patrick

Eigentlich müsste man auf Schalke in Hochstimmung sein: Rang 2 nach 22 Spielen und das nach zwei Spielzeiten, in denen sich die Knappen im hinteren Tabellenmittelfeld der 2. Bundesliga abmühten. Doch anstatt sich der positiv veränderten Ausgangslage zur erfreuen, kommen in Gelsenkirchen derzeit eher Versagensängste auf. Der Grund: Fünf sieglose Spiele zur Unzeit.

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Jubel bei Nikola Katic (3. v. r.) und Schalke 04: Der ex-FCZ-Verteidiger und seine Teamkollegen sind eigentlich auf Kurs in Richtung erste Liga © IMAGO / Laci Perenyi

Miron näht auf Kante

Als er im Sommer kam, kannten ihn die wenigsten: Neo-Schalke-Trainer Miron Muslic, bosnisch-stämmiger Österreicher und soeben mit Plymouth Argyle aus der englischen Championship in die drittklassige League One abgestiegen. Kein Wunder, hiess man den 43-Jährigen eher mit vager Hoffnung als mit festem Glauben willkommen, als der davon sprach, den gefallenen Traditionsklub mit mannschaftlicher Geschlossenheit, mutigem Spiel und aggressivem Pressing wieder auf die Beine zu bringen. Und dann passierte genau das. Mit Muslic und den grösstenteils neuen Leistungsträgern Loris Karius (Tor), Hasan Kurucay (IV), Nikola Katic (ex-FCZ, IV) und Soufiane El-Faouzi (DM) gelang es S04 nach zweijähriger Achterbahnfahrt endlich wieder, gleichzeitig strukturiert und dominant aufzutreten. Das Ergebnis kurz vor Weihnachten: 16 Spiele, 37 Punkte, ganze acht Gegentore und bereits fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Was darob gerne etwas übersehen wurde: Von den zwölf Siegen hatten die Knappen trotz ihrer überragenden Defensive nur drei mit mehr als einem Tor Differenz geholt.

 

Nach den Big Points der Stotterstart

Insbesondere im Spätherbst zeigten sich die Schalker dabei bemerkenswert effizient. Aus den Partien gegen Elversberg (1:0), Münster (0:0), Paderborn (2:1), Düsseldorf (2:0) und Nürnberg (1:0) holte Blau-Weiss 13 von 15 möglichen Zählern und liess dabei nur einen gegnerischen Treffer zu, ehe man zum Abschluss der Hinrunde überraschend bei Abstiegskandidat Braunschweig (1:2) unterlag. Ein Betriebsunfall, dachten viele, umso mehr man in den ersten Wochen des neuen Jahres auch auf dem Transfermarkt Gas gab, u.a. Altstar Edin Dzeko (39) zum Wechsel ins Ruhrgebiet bewegen konnte. Und trotzdem gelang der Rückrundenauftakt nicht wie erhofft. Das 0:0 bei Liga-Krösus Hertha Berlin konnte man noch als Erfolg verkaufen, doch spätestens nach dem 2:2 gegen den Tabellenvorletzten Dynamo Dresden ist im Schalker Kosmos die Angst zu spüren, die ehemals hervorragende Ausgangslage zu verspielen. Auf fünf Spiele ist die «Sieglos-Serie» mittlerweile angewachsen und es ist offensichtlich, dass dem Schalker Spiel die Selbstverständlichkeit der Hinrunde abhanden gekommen ist. Zuletzt zu beobachten im Heimspiel gegen Dynamo, als die Mannschaft trotz 2:0-Führung in Passivität verfiel, und so am Ende zwei möglicherweise noch wichtige Punkte verspielte.

 

IMAGO_Laci Perenyi_ Auf ihm ruhen Schalker Honnungen_Goalgetter Edin Dzeko soll für dirgen benötige Tore im Aufstisgereenn nsorgen
Soll Schalkes träge Offensive beleben: Goalgetter Edin Dzeko, dessen Verpflichtung durch Trikotverkäufe bereits wieder re-finanziert sein soll (IMAGO / Laci Perenyi)

Glück auf, Edin!

Trotz der jüngsten Rückschläge muss man jedoch festhalten: Schalkes Chancen auf den Wiederaufstieg in die 1. Liga sind unverändert intakt. Und mit Edin Dzeko haben die Knappen möglicherweise jenes fehlende Puzzle-Teil gefunden, um die bislang limitierte Schalker Offensiv doch noch wachzurütteln. Der ehemalige Weltklassespieler beschränkt sich auf Schalke bislang zwar auf Teilzeitarbeit (knapp 140 Minuten in drei Spielen), dies aber äussert erfolgreich. Bereits drei Mal traf der Bosnier in seiner kurzen Gelsenkirchner Zeit, von der er sich zwei Dinge erhofft: Noch einmal auf Klubebene etwas zu reissen und sich darüber hinaus für Bosniens Nationalelf zu empfehlen, mit der er sich noch für die WM im Sommer qualifizieren möchte. Klar ist: Einen Mann mit der Treffsicherheit Dzekos kann die Knappen-Offensive (mit 26 Toren nur die Nr. 13 der Liga) mehr als nur gut gebrauchen, um die zuletzt etwas brüchiger gewordene Defensive (acht Gegentore in fünf Spielen) zu entlasten und ein klein wenig mehr Marge im Spiel von Blau-Weiss zu etablieren. Diese wäre vermutlich auch in den kommenden vier Partien willkommen. In den Duellen mit Kiel (12.), Magdeburg (15.), Fürth (18.) und Bielefeld (11.) winkt die grosse Chance, sich postwendend wieder fest auf den direkten Aufstiegsplätzen zu verankern. Klappt das nicht, dürfte das für den Traditionsklub fast schon typische Chaos sehr bald wieder Einzug halten…

 

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