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René Weiler und Raphael Wicky: Zwei Schweizer Hoffnungsträger in den USA

Patrick

Seit einigen Wochen rollt der Ball wieder. Nicht nur in der Schweiz und in Europa, sondern auch in Nordamerika, wo Ende Februar die neue Saison von Major League Soccer (MLS) lanciert wurde. Mit dabei die langjährigen Super-League-Trainer Raphael Wicky und René Weiler, die in Washington (D.C.) und Kansas City mit der Aufgabe betraut wurden, zuletzt kriselnde Franchises wieder auf den Erfolgspfad zu führen.

Keystone_Christian Merz_Hat er auch in Amerika den Durchblick_Rene Weiler soll DC United wieder nach oben führen
Braucht auch in Amerika den Durchblick: René Weiler soll D.C. United wieder nach oben führen © Keystone / Christian Merz

Auf Wayne Rooneys Spuren

Sieben. Das ist die Anzahl an Trainern, die seit der Saison 2020 und dem Abgang von Ben Olsen (zuvor zehn Jahre im Amt) versucht haben, den vierfachen MLS-Champion D.C. United wieder in die Spur zu bringen. Darunter auch ein gewisser Wayne Rooney, der in den Spielzeiten 2022 und 2023 vergeblich versuchte, den Hauptstadtklub endlich wieder einmal in die Playoffs zu führen. Mittlerweile sind sechs Spielzeiten vergangen, seit United zuletzt zur besseren Hälfte der MLS-Klubs gehörte und auch René Weiler musste nach seinem Einstand gegen Ende der letzten Spielzeit (acht Spiele, ein Sieg) gleich einmal erkennen, wie viel Arbeit im District of Columbia vor ihm liegt.

 

Fortschritt und Struktur sind gefordert – Weiler soll dafür sorgen

Immerhin: Nach Rang 30 von 30 im Vorjahr kann es in Weilers erstem vollen Jahr im Amt eigentlich nur aufwärts gehen. GM Erkut Sorgut hat den Winter genutzt und das Team mit Spielern wie Silvan Hefti (vom HSV) sowie den beiden Angreifern Tai Baribo (ISR, 4,5 Mio. Euro Ablöse) und Louis Munteanu (ROU, 5 Mio. Euro Ablöse) relativ teuer verstärkt. Nun soll es am gebürtigen Winterthurer liegen, der Mannschaft eine klare Identität und als Folge davon mehr Struktur und Stabilität in Angriff und Verteidigung zu geben. Die Erwartungen sind dabei trotz den kostspieligen Neuzugängen realistisch. In dieser Spielzeit wird vor allem gefordert, dass Weiler den Klub dahin bringt, dass er nach schwierigen Jahren endlich wieder Fortschritte erzielt, seine Konkurrenzfähigkeit verbessert und im optimalen Fall vielleicht noch ein Wörtchen um die Playoff-Qualifikation (Top 8 in der Eastern Conference) mitreden kann. Auf dem Weg dahin steht heute Abend ein erstes Highlight an. Zu Gast in der Hauptstadt sind Lionel Messi und Titelverteidiger Inter Miami.

 

IMAGO_Icon Sportswire_ Kritischer Blick_Raphael Wicky und sein Team stehen noch am Anfang einer erhofften Entwicklung
Am Wochenende kommt Leader San Diego: Raphael Wicky und Sporting Kansas City stehen noch am Anfang ihrer angestrebten Entwicklung (IMAGO / Icon Sportswire)

Wenn der Besitzer die grösste Nummer ist

Ähnlich präsentiert sich die Ausgangslage 1‘000 Meilen weiter westlich in Kansas City. Auch beim Klub von Football-Superstar und Mitbesitzer Pat Mahomes lief es zuletzt nicht mehr nach Wunsch, wurden die Playoffs zweimal in Folge verpasst, wobei man die vergangene Saison auf dem 29. und vorletzten Platz abschloss. Dabei galt man im Mittleren Westen zuvor lange Zeit als Vorzeigeklub, sicherte sich unter Langzeit-Coach Peter Vermes (2009 bis 2025) eine Meisterschaft und drei Cupsiege, ehe die Landung in den vergangenen beiden Spielzeiten hart und ziemlich abrupt erfolgte. Anders als in D.C. reagierte die Vereinsleitung darauf aber nicht mit einer finanziellen Flucht nach vorne, sondern mit der bewussten Entscheidung für einen vollumfänglichen Neuaufbau. Mit Raphael Wicky, dem YB-Double-Trainer 2022/2023 als neuem starken Mann. Ein Grund für die Anstellung des Wallisers: Seine Vertrautheit mit dem US-Fussball, den er während seiner Zeit als Trainer der U17-Nationalmannschaft (2019) sowie als Head Coach von Chicago Fire (2020 und 2021) ausgiebig kennenlernte. Allerdings sorgte sein wenig erfolgreiches Wirken in der Windy City (0,98 Punkte/Spiel) auch dafür, dass Wicky von der Fanbasis in K.C. nicht nur mit offenen Armen empfangen wurde.

 

Mit 17 Spielern ins Trainingslager

Vordergründig zählt für den bald 49-Jährigen jedoch ohnehin das Vertrauen, dass ihm GM David Lee und die weitere Führungsriege von Sporting entgegen bringen. Es gilt, eine neue Mannschaft aufzubauen, die sich durch einen klaren, angriffigen und ballbesitzorientierten  Spielstil auszeichnen soll. Dafür standen Wicky zum Trainingsstart im Januar nur 17 Spieler zur Verfügung, eine Zahl, die sich mittlerweile zur normalen Kadergrösse entwickelt hat. Star der Equipe ist der mit einem Marktwert von 6,5 Mio. Euro bewertete Torjäger Dejan Jovelijc. Dem zweifachen serbischen Internationalen blieb der der grosse Durchbruch in Europa (u.a. bei Eintracht Frankfurt) zwar verwehrt, in Amerika erzielte Jovelijc zuletzt für LA Galaxy jedoch 18 Tore und steht auch in der neuen Spielzeit bereits bei zwei Treffern. Neben ihm bilden der Norweger Lasse Berg Johnson (ZM), der Spanier Manu Garcia (OM) und der kanadische Nationalspieler Zorhan Bassong (ZM) den erfahreneren Kern der Mannschaft, die ansonsten bewusst mit jüngeren Spielern ergänzt und entwickelt werden soll. Relativ bescheiden sind denn auch die Ziele des Klubs, der im Schnitt zwischen 16‘000 und 18‘000 Zuschauer:innen in den Sporting Park lockt. In erster Linie soll Wicky eine neue Kultur in Kansas City etablieren, die den Klub im ersten Schritt vom Tabellenende wegführen soll. Nach zwei Saisonspielen und einem Zähler hinkt man diesem Ziel noch hinterher. Mit einem Erfolgserlebnis im Duell mit Spitzenreiter San Diego (2/6) könnte der neue Sporting-Hauptübungsleiter dieses Wochenende aber ein erstes Mal Pluspunkte sammeln.

 

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