SCB oder die Lakers: Wer packt die letzte Chance?
Der SC Bern gegen die Rapperswil-Jona Lakers: Es ist das Duell der letzten Chance. Wer packt zu und zieht als letztes Team der National League in die Playoff-Viertelfinals ein?
Blickt man auf den Schlussstand in der Regular Season, steigen die Lakers als Favoriten in dieses Duell mit dem Hinspiel heute in Bern und dem Rückspiel am Mittwoch in Rapperswil. Die St. Galler haben die Qualifikation auf Rang 7 beendet und 13 Punkte mehr gewonnen als die Mutzen, die eine enttäuschende Saison hinter sich haben. Doch nun bietet sich dem Team von Heinz Ehlers die Chance, doch noch in die Viertelfinals einzuziehen und viel zu retten, zumal sie mit einem besseren Gefühl in diese Spiele steigen können als ihr Gegner.
Die St. Galler in der ersten Play-In-Runde gegen den EV Zug verloren – nach einer 2:5-Niederlage in Zug war der 2:1-Sieg am Samstag daheim dann zu wenig. Fatal war, dass die Lakers im ersten Duell in den letzten knapp zehn Minuten drei Gegentreffer kassierten. Dass die Form des Teams von Ex-SCB-Coach Johan Lundskog aber grundsätzlich stimmt, haben die letzten sieben Spiele der Qualifikation gezeigt, von denen sechs gewonnen wurden. Allerdings spricht die Saisonbilanz in den Direktbegegnungen für den SCB, der drei von vier Duellen für sich entschied und einzig zu Beginn der Saison, am 13. September, am Obersee mit 1:2 verlor.
Emotionen und Feuer gefordert
Bei den Lakers ist wichtig, dass sie nicht mehr so harmlos auftreten wie am Samstag gegen Zug. Gefordert ist ein physisches Spiel, mit Emotionen und Feuer. «Da haben wir sicher noch viel Luft nach oben. Wir müssen diese Play-off-Härte reinbringen», sagt Stürmer Yannick-Lennart Albrecht. «Ich glaube, die schönen Aktionen wie in der Qualifikation gibt es jetzt so weniger. Wir müssen die dreckigen Tore mehr suchen.»
Wichtig ist zudem, dass bei den St. Gallern der Sturm wieder in Fahrt kommt. In der Regular Season erzielten die Lakers 150 Tore und waren die Nummer 5 der Liga, während der SCB nur auf 118 Treffer und Rang 12 kam. Im Play-In reichte es nun in zwei spielen zu vier Törchen (SCB: 7). Bei den Lakers mangelt es nun vor allem auch an der Schusseffizienz, die im Play-In nur bei 7,69 Prozent liegt (SCB: 10,94 Prozent), während die Zahlen in der Regular Season noch umgekehrt gewesen waren – Lakers: 9,45 Prozent, SCB 7,18 Prozent.
Ganz anders der SCB, der gegen Biel im ersten Spiel 1:4 zurücklag, dann aber Moral zeigte und noch zwei wertvolle Tore erzielte. Im Rückspiel machten die Mutzen dann mit einem 4:0 alles klar und schickten die Seeländer in die Ferien. Das Team von Heinz Ehlers agierte wie eigentlich üblich mit einer organisierten und starken Defensive, war bissig – auch in der Offensive. Die Berner gingen ihrem Gegner unter die Haut und überzeugten mit Power – allen voran Aggressivleader Tristan Scherwey und der Finne Waltteri Merelä sowie Marc Marchon, der für jeden Gegner die ultimative Nervensäge sein kann. Zudem glänzte Stürmer Marco Müller mit zwei Treffern, nachdem er zuvor 23 Spiele in Folge nicht eingenetzt hatte.
Für die Mutzen geht es nun darum, auch die Lakers zu eliminieren und dann im Viertelfinal den Quali-Sieger HC Davos zu sorgen. Dann wäre der Druck weg, was befreiend wirken könnte. Doch zuerst braucht es zwei gute Spiele gegen die Lakers, was für die «Wundertüte» SCB sicher möglich, aber definitiv auch nicht selbstverständlich ist.