Sorgen vor den Höhepunkten: Diverse Stars zwickt es hier und dort!
Mit den Achtelfinal-Hinspielen in der Champions League beginnt heute die finale Phase der internationalen Fussballsaison, die mit der WM im Sommer ihren Höhepunkt haben wird. Doch bereits jetzt sind mehrere Topstars angeschlagen und müssen ihre Blessuren pflegen.
Die Belastung fordert ihren Tribut. 40 Wettbewerbsspiele hat beispielsweise Paris Saint-Germain in dieser Saison bereits absolviert. Dazu kommen sieben Spiele im vergangenen Juni an der Klub-WM, die für eine kurze Sommerpause gesorgt hat. Liverpool kommt seit August 2025 auf 43 Matches, Chelsea ohne die Klub-WM gar auf 45. Es sind Strapazen, die an die Substanz gehen. Was sich auch in den Verletztenbulletins der Vereine niederschlägt. Betroffen sich dabei mehrere Stars, auf denen für die finale Phase der nationalen Wettbewerbe und der Champions League sowie im Hinblick auf die WM grosse Hoffnungen ruhen.
Hochkarätiges Real-Trio angeschlagen
Da ist beispielsweise Real Madrid, das es im Achtelfinal der Königsklasse mit Manchester City zu tun bekommt. Es ist eine Art vorgezogener Final – wie auch das Duell zwischen Titelverteidiger Paris Saint-Germain und Chelsea – und umso schmerzhafter ist es, dass bei den Königlichen mit Kylian Mbappé, Éder Militão und Jude Bellingham drei Schlüsselspieler humpeln.
Torjäger Mbappé kämpft seit Dezember mit Schmerzen im linken Knie und bereut es laut «Cadena SER» mittlerweile, dass er trotz dieser Probleme immer wieder spielte. Zudem gibt es Anzeichen, dass sein Vertrauen in die medizinische Abteilung der Königlichen gelitten hat, schliesslich hat der Stürmer auch schon in Paris eine Spezialistenmeinung eingeholt. Gerüchtehalber hatte der Klub ursprünglich eine Operation geplant, die der Spieler jedoch ablehnte. Real möchte seinen mit Abstand besten Torschützen natürlich so schnell wie möglich zurück auf dem Feld haben, für Mbappé selber geht es gleichzeitig darum, im Hinblick auf die WM möglichst kein Risiko einzugehen und dort topfit zu sein.
Ein weiterer schmerzhafter Ausfall in der Offensive ist auch der Engländer Jude Bellingham. Er zog sich Anfang Februar gegen Rayo Vallecano bei einem Sprint eine Oberschenkelverletzung zu und ist seither zum Zuschauen verdammt. Später wurde gemunkelt, dass Bellingham schon vor der Partie Probleme am Oberschenkel gehabt haben soll, was vom Klub aber dementiert wurde. Klar ist dagegen, dass der Engländer schmerzhaft vermisst wird und auch bei ihm der Fokus nicht nur auf Real, sondern auch auf der WM liegt. Wann er in den Spielbetrieb zurückkehren wird, ist aktuell offen. Genau so ist es auch beim brasilianischen Verteidiger Éder Militão, der Anfang Dezember einen Riss des hinteren Oberschenkelmuskels im linken Bein sowie eine Sehnenverletzung erlitt. Für den Brasilianer war es nach den Kreuzbandrissen 2023 und 2024 ein weiterer Rückschlag, und so ist es fraglich, wann und in welcher Verfassung er Real Madrid und dem brasilianischen Nationalteam wieder zur Verfügung stehen wird.
Auch wenn im heutigen Fussball «Belastungssteuerung» ein wichtiger Begriff ist und moderne Hilfsmittel die Überwachung der Spieler erleichtert, ist es nicht zu verhindern, dass es mal hier und mal dort zwickt und eine Zwangspause nötig ist. So ist es auch beim Franzosen Ousmane Dembélé, der zuletzt an einer Wadenverletzung laborierte, ehe er am vergangenen Wochenende bei der 1:3-Niederlage in der Meisterschaft gegen Monaco ein halbstündiges Comeback gab. Wie lange das wohl gut geht? Ein Blick in die Verletzungsakte verspricht nicht allzuviel Gutes, in der Vergangenheit hatte Dembélé immer wieder Waden- und Oberschenkelblessuren. Aber auch Gegner Chelsea leckt seine Wunden. Der Brasilianer Estêvão leidet an einer Oberschenkelverletzung und ist fürs Spiel am Mittwoch fraglich.
Muskel-geplagte Bayern
Muskelverletzungen machen auch beim FC Bayern München vor dem Duell gegen Atalanta Sorgen. Goalie Manuel Neuer fällt einmal mehr aus. Der bald 40-Jährige zog sich am Freitag gegen Gladbach einen kleinen Muskelfaserriss in der linken Wade zu und fällt wohl mindestens rund zwei Wochen aus. Muskelfaserrisse sind bei Neuer mittlerweile schon fast zur Normalität geworden, es ist bereits der dritte seit Ende Dezember. Dass da Fragen nach seiner Zukunft – Vertragsverlängerung oder Rücktritt – immer häufiger gestellt werden, ist normal.
Wie Neuer fehlt gegen Bergamo auch der Japaner Hiroki Ito. Der Defensivspieler, der zuletzt in knapp eineinhalb Jahren drei Mittelfussbrüche erlitten hat, zog sich zuletzt auch noch einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu. Fraglich sind bei den Münchnern fürs heutige Hinspiel gegen Bergamo auch Harry Kane und Alphonso Davies. Stürmer Kane musste zuletzt nach einem Schlag auf die Wade gegen Gladbach pausieren, Linksverteidiger Davies sich vor gut zwei Wochen gegen Frankfurt einen Muskelfaserriss zugezogen, konnte aber bereits in der vergangenen Woche wieder mit der Mannschaft trainieren.
So oder so ist es offensichtlich, dass die vielen Matches und die grossen Belastungen bei den «hochgetunten» Körpern vieler Spieler Spuren hinterlassen. Was nicht nur im Moment schmerzhaft ist, sondern auch im Hinblick auf die kommenden Höhepunkte negative Auswirkungen haben kann. Der Grat zwischen Erfolgen und Einsätzen und Strapazen und Verletzungen ist schmal.