An der Spitze ist ein Quartett ganz dicht beieinander.
1. Audi gelingt starker F1-Auftakt
Auch wenn alle Erkenntnisse vom Trainingsfreitag in Melbourne noch mit Vorsicht zu bewerten sind: Was Audi beim F1-Debüt im Albert Park gezeigt hat, sah richtig gut aus!
In FP1 belegten Gabriel Bortoleto und Nico Hülkenberg die Plätze neun und zehn und waren dabei auffällig unauffällig unterwegs. Das spricht dafür, dass das deutsche Werksteam keinerlei Probleme hatte. Dieser Eindruck setze sich auch in FP2 fort. Dort drehten die beiden Piloten zusammen 62 Runden, Nico Hülkenberg davon 34. Damit wurde der Emmericher Rundenkönig im Fahrerfeld. Audi-Boss Mattia Binotto stand mit einem breiten Grinsen im Gesicht in der Garage.
"Audi ist für mich die positive Überraschung am Freitag. Die haben einen wirklich soliden Job gemacht", brachte es Sky Sport F1-Experte Timo Glock auf den Punkt. Während alle anderen Rennställe mit technischen Schwierigkeiten oder Ausritten ins Kiesbett zu kämpfen hatten, spulte der Neuling wie ein gestandenes Team sein Programm ab. Mit Audi ist durchaus schon in Australien zu rechnen. Das deutsche Werksteam könnte mit den Racing Bulls und Haas im Mittelfeld um die Punkteränge fighten. Bei den Racing Bulls überzeugte Rookie Arvid Lindblad mit den Plätzen fünf und acht.
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2. Spannung an der Spitze des Feldes
Während in FP1 Ferrari und Red Bull die Pace vorgaben, waren in FP2 McLaren und Mercedes die schnellsten. "Es ist sehr interessant. Ich glaube, die Top-4-Teams sind die, die den Ton angeben werden. Aber es ist durchgemischt gewesen. Wir haben auch gesehen, dass die Topteams nicht problemlos durchgekommen sind. Es ist noch nicht alles so reibungslos, wie man sich das vorstellt. Dennoch liegen die Top-4-Teams relativ klar und eng zusammen", resümierte Glock.
Auffällig: Die beiden Piloten, die von den Topfahrern am meisten Probleme hatten, waren Weltmeister Lando Norris sowie Max Verstappen. Der amtierende Weltmeister fuhr aufgrund von Getriebeproblemen nur sieben Runden in FP1 und lag in FP2 eine ganze Sekunde hinter Teamkollege Oscar Piastri. Verstappen musste unter anderem einmal rückwärts in die Box geschoben werden, nachdem sein Red Bull ausging und hatte gleich mehrere Ausflüge von der Piste.
"Jeder Runde ist voller Überraschungen für uns. Es fühlt sich an, wie der erste Schritt auf einem langen Weg. Wir lernen viel, was das Chassis und den Antriebsstrang angeht. Wir versuchen jetzt, jede kleine Information aus den Runden in unserer Datenanalyse herauszuholen. Da kommt noch viel Arbeit auf uns zu", fasste Red Bulls Teamchef Laurent Mekies seine Eindrücke bei Sky Sport zusammen. Mercedes und Ferrari machten insgesamt einen stabileren Eindruck.
3. Vier Enttäuschungen am Freitag
Ein Quartett hinterliess beim Auftakt keinen guten Eindruck. "Die Enttäuschung, was das Mittelfeld angeht, sind für mich Williams und Alpine. Die waren relativ weit zurück", betonte Glock. Während diese Erkenntnis bei Williams - Auto ist erst verspätet fertig geworden und hat dazu noch Übergewicht - nach den Testfahrten nicht überraschend ist, hatte sich Alpine nach dem Wechsel auf Mercedes-Motoren und der soliden Vorsaison sicherlich einen besseren Start erwartet.
Den schlechtesten Eindruck machte allerdings Aston Martin, kumuliert kam der britische Traditionsrennstall mit beiden Autos in beiden Sessions nur auf 34 Runden und hatte mit zahlreichen Problemen zu kämpfen. Es wäre schon eine Überraschung, wenn Aston Martin mit beiden Autos das Rennen beenden würde. Der zweite F1-Neuling Cadillac, der natürlich noch Welpenschutz geniesst, fiel im Vergleich zu Audi und der übrigen Konkurrenz auch extrem ab. Der Rückstand auf die Spitze betrug rund vier Sekunden.