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Sunderland und Leeds sei Dank: Plötzlich wird im EPL-Tabellenkeller wieder gezittert

Patrick

Eigentlich waren die Vorzeichen eindeutig. Wie bereits in den fünf Spielzeiten zuvor, würden die drei EPL-Aufsteiger den Abstieg auch in dieser Saison unter sich ausmachen. Doch dann startete Sunderland furios und behauptet sich Leeds standhaft, wodurch mindestens einer der drei Relegationsplätze plötzlich einen potentiell neuen „Besitzer“ sucht. Dafür derzeit ungewollt im Gespräch: Tottenham Hotspur (Rang 16), Nottingham Forest (Rang 17) und West Ham (Rang 18), das aktuell in den sauren Apfel beissen müsste. Acht Spieltage vor Saisonende werfen wir deshalb einen Blick in den EPL-Tabellenkeller.

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Kein Sieg seit Anfang Jahr: Die Spurs brauchen dringend eine Lösung auf ihre Formkrise. © IMAGO / Martin Dalton

Wenn der Eindruck täuscht

Auf den ersten Blick war die Welt bei den Spurs Ende Oktober des vergangenen Jahres mehr als in Ordnung. Rang 3 in der Premier League (9/17), amtierender Europa-League-Champion und deshalb auch aussichtsreicher Kandidat auf einen Platz in der CL-K.o.-Phase. Viereinhalb Monate später hat man den Sprung ins Achtelfinale der Königsklasse zwar geschafft (out gestern Abend gegen Atletico), ansonsten aber hat sich die Saison alles andere, als wie erhofft entwickelt. Den anstatt mit Trainer Thomas Frank um die erneute CL-Qualifikation zu spielen, kämpft man unter dem im Februar geholten Nachfolger Igor Tudor um den Ligaerhalt. Und das, alles andere als mit Erfolg. Denn auch dem Kroaten (ein Punkt in vier Spielen) ist es bislang nicht gelungen, den Anfang Jahr einsetzenden Absturz der „Lilywhites“ (seit dem 28. Dezember ohne Sieg) zu stoppen, wobei die Krise des noch immer fünftwertvollsten EPL-Kaders (rund 800 Mio. Euro Marktwert) eigentlich schon viel früher begann. Im gesamten Kalenderjahr 2025 holte Tottenham nämlich nur knapp einen Punkt pro Spiel, eine Bilanz, die sich im neuen Jahr nun noch einmal drastisch verschlechtert hat. Woran’s liegt? Drei Wechsel auf der Trainerbank seit dem Triumph in der Europa League und anhaltendes Verletzungspech (zuletzt fehlten mit den Mittelfeldspielern Lucas Bergvall, Rodrigo Bentancur und Joao Palhinha, den Flügelspielern Mohammed Kudus und Wilson Odobert, sowie mit Innenverteidiger Christian Romero sechs Stammspieler) haben sicher nicht geholfen, genauso wenig  wie die immer stärker aufkommende Nervosität, von der sich zuletzt auch der bedauernswerte Ersatzkeeper Antonin Kinsky vor den Augen der Fussballwelt anstecken liess. Was noch für den aktuellen Tabellen-16. (30 Punkte) spricht? Vielleicht das bevorstehende Sechspunkte-Heimspiel gegen Nottingham Forest sowie ein auf dem Papier durchaus machbares Restprogramm, in dem den Nordlondonern die ganz grossen Brocken erspart bleiben.

 

Drei Schüsse ins eigene Bein

Zweiter eher überraschender Abstiegskandidat der laufenden Saison ist Nottingham Forest. Nach jahrelanger Existenz im Unterhaus waren die „Tricky Trees“ zur Saison 22/23 in die Premier League zurückgekehrt, wo sie in der letzten Spielzeit unter Trainer Nuno Espirito Santo zur grossen Überraschung mutierten. Um ein Haar hätte sich der Traditionsverein zum ersten Mal in der Klubgeschichte für die moderne Champions League qualifiziert, verpasste diese jedoch am letzten Spieltag hauchdünn. Scheinbar mit langwierigen Nebenwirkungen, denn in der aktuellen Kampagne fand Forest bislang noch zu keinem Zeitpunkt den Tritt. Wobei: Dass der Klub von Besitzer Evangelos Marinakis nach 30 Spieltagen nur auf Platz 17 (29 Punkte) rangiert, hat sich der ebenso ungeduldige wie eigenwillige Grieche zu einem grossen Stück selbst zuzuschreiben. Schliesslich war er es, der Erfolgstrainer Espirito Santo bereits nach drei Spieltagen (ein Punkt) in die Wüste schickte, im Anschluss Ange Postecoglou nach nur fünf weiteren Meisterschaftsspielen (ein Punkt) aus dem Amt fegte und sich schliesslich nach einer Serie von sechs Spielen mit nur einer Niederlage (und neun Punkten) Mitte Februar von Nachfolger-Nachfolger Sam Dyche trennte. Nun steht mit dem vormaligen Wolverhampton-Coach Vitor Pereira der sage und schreibe vierte Übungsleiter innerhalb von sechs Monaten an der Seitenlinie (vier Spiele, zwei Punkte) und selbst dieser könnte bei einer Pleite im Direktduell mit den Spurs bereits am Sonntagabend ebenfalls Geschichte sein. Kein Wunder, kommt die Mannschaft, zu der seit diesem Sommer auch Nati-Crack Dan Ndoye gehört, unter diesen Voraussetzungen nicht auf Touren und steht unter echter Abstiegsgefahr. Denn mit Ndoye kehrt zwar ein potentieller Leistungsträger von einer Verletzung zurück, das Restprogramm der „Garibaldi Reds“ hat es mit Partien gegen die CL- und EL-Kandidaten Chelsea, Manchester United, Aston Villa und Newcastle aber wahrlich in sich. Apropos Europa League – in dieser ist Forest als einsames Highlight dieser Spielzeit selbst noch mit von der Partie. Im Rückspiel der EL-Achtelfinals beim FC Midtjylland gilt es heute Abend eine 0:1-Hypothek aufzuholen.  

 

IMAGO_Sportimage_ Duell um den Ball und um den Klassenerhalt_ Nottingham Forest und West Ham United
Duell um den Ball und um den Klassenerhalt zwischen Nottingham Forest (l.) und West Ham United (IMAGO / Sportimage)

Ein Hammer (fast) ohne Wirkung

Ok, so ganz passt die gewählte Überschrift nicht zur aktuellen Situation des West Ham United Football Club. Denn eigentlich liegen die Probleme der „Hammers“ in dieser Spielzeit nicht primär in der Offensive (obwohl auch diese natürlich besser sein könnte), sondern vor allem vor dem eigenen Tor, aus dessen Netz der Ball bislang viel zu oft geholt werden musste (55 Gegentore – nur Burnley liess mehr zu ). Dabei wurden die Defizite der East Ender bereits zum Saisonstart offensichtlich, als man in den ersten beiden Saisonspielen acht Gegentore kassierte. Zwei weitere Pleiten und fünf Gegentore später war es um Trainer Graham Potter geschehen, der nach Matchday 5 durch – genau – ex-Nottingham-Held Nuno Espirito Santo ersetzt wurde. Seitdem hat sich United auf durchschnittlichem Niveau gefangen und steigt nun sogar als formstärkstes Team des hier genannten Trios in die finale Saisonphase. Nach einem katastrophalen Auftakt ins neue Jahr (Pleiten vs. Wolves und Forest) holten die „Irons“ zuletzt nämlich 15 Punkte aus neun Spielen und arbeiteten sich so wieder an die Konkurrenz heran (Rang 18 mit 29 Punkten). Im Endspurt wartet nun ein Restprogramm, dass sowohl Spiele gegen Gegner auf Augenhöhe (Wolverhampton, Crystal Palace oder Leeds), als auch Partien mit den Schwergewichten Arsenal und Aston Villa beinhaltet. Für Spannung im Tabellenkeller dürfte also auch in den kommenden Wochen gesorgt sein.

 

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