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Breel Embolo, gesetzt und unverzichtbar

Andy

Heute Abend um 18 Uhr testet die Nati in Oslo gegen die Norweger, die eine makellose WM-Qualifikation gespielt haben. Während bei den Nordländern Superstürmer Erling Haaland der grosse Trumpf ist, ist bei der Schweiz Breel Embolo der grosse Hoffnungsträger, der in der Nati regelmässig glänzt.

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Breel Embolo ist von Jonathan Tah nicht zu halten und erzielt gegen Deutschland sein 23. Länderspieltor. © KEYSTONE/Claudio Thoma

Erling Haaland ist einer der weltbesten Stürmer. Das widerspiegelt sich in den Statistiken des 25-Jährigen, aber auch in seinem Marktwert. Haaland performt seit Jahren auf höchstem Niveau. In dieser Saison hat der Star von Manchester City wettbewerbsübergreifend in 43 Spielen 30 Tore erzielt. In der WM-Qualifikation netzte er in acht Spielen satte 16 Mal ein – das sind doppelt so viele Treffer wie die nächstbesten Torjäger, Marko Arnautovic (Österreich), Memphis Depay (Holland) und Harry Kane (England). Ganz klar, die Schweizer Defensive muss auf der Hut sein, wenn Haaland heute loslegt, nachdem er am Freitag bei der 1:2-Niederlage gegen die Niederlande noch geschont worden war.

Bei der Schweizer Nati ist in der Offensive vor allem Breel Embolo der grösste Trumpf. Der Basler offenbart eine Qualität, die grundsätzlich eher selten zu finden ist. Während er sich bei seinem Klub Rennes in der Ligue 1 eher schwer tut, blüht er im Nationalteam regelrecht auf, erzielt seine Tore und pirscht sich in der ewigen Bestenliste an Alex Frei, Kubilay Türkyilmaz und Max Abegglen heran.

Im Klub nur Joker – in der Nati top

In Frankreich läuft es Embolo nicht wirklich nach Wunsch. Nach seinem Wechsel von Monaco nach Rennes zu Saisonbeginn war Embolo unter Trainer Habib Beye gesetzt und dankte es mit Toren. In der Meisterschaft erzielte Embolo bis Anfang Februar fünf Treffer. Unter Interimstrainer Sébastien Tambouret folgte dann am 13. Februar beim 3:1-Sieg gegen Paris Saint-Germain Tor Nummer 6 – es war bis heute das letzte. Und unter dem neuen Trainer Franck Haise sind die Aktien des Schweizers massiv gefallen. Haise setzt auf ein System mit einem Stürmer und damit verbunden auf den Franzosen Estéban Lepaul, der bereits 14 Tore erzielt hat und degradierte gleichzeitig Embolo zum Teilzeitarbeiter und Joker.

Es ist eine Situation, an der man zerbrechen kann. Doch Embolo nimmt stattdessen die Herausforderung an und glänzt regelmässig in der Nati. In der WM-Quali erzielte der 29-Jährige in sechs Spielen vier Tore, im ganzen Jahr 2025 traf er für die Schweiz in zehn Spielen sieben Mal und auch am Freitag gegen Deutschland gelang ihm ein Treffer, als er sich gegen Bayern-Verteidiger Jonathan Tah durchtankte. «Er hat seinen Platz gefunden. Er fühlt sich wohl und weiss, dass er hier Verantwortung übernehmen muss», sagte Nati-Coach Murat Yakin nun im «Blick» über seinen Top-Stürmer.

In der Tat: Embolo ist in den letzten Jahren enorm gereift, nimmt als Bindeglied zwischen den deutschsprachigen und den französischsprachigen Spielern eine tragende Rolle ein und ist «vor allem für junge Spieler wie Alvyn Sanches und Johan Manzambi eine wichtige Bezugsperson», wie Yakin erklärt. Dazu kommt Embolos Power auf dem Rasen, sein Einsatz, seine harte Arbeit. «Er macht viele Läufe in die Tiefe und arbeitet auch defensiv mit.» Im Spielaufbau zeige sich Embolo gelegentlich gar etwas zu mannschaftsdienlich. «Ich wünsche mir, dass er sich etwas weniger häufig fallen lässt, damit er noch mehr Präsenz im Strafraum hat», so der Nati-Trainer.

Rang 9 in der ewigen Torschützenliste

So oder so hinterlässt Embolo Spuren. 23 Tore hat er bis anhin für die Schweiz erzielt, damit belegt er in der ewigen Torschützenliste Rang 9, direkt hinter Haris Seferovic und Adrian Knup (beide 25), gleichzeitig hat er aber bereits zweimal mehr getroffen als Stéphane Chapuisat. Damit ist das Nati-Podest aber noch in weiter Ferne. Rekordtorschütze Alex Frei hat 42 Tore erzielt, Kubilay Türkyilmaz und Max Abegglen je 34.

Die Rekordjagd geniess bei Embolo aber keine Priorität. Auf die Frage, ob es ein Ziel sei, Alex Frei an der Spitze einzuholen, sagte er im Januar in einem exklusiven Interview mit Sky Sport: «Nein, daran denke ich überhaupt nicht. Ich habe mich nie über Tore definiert. Meine Rolle in der Nationalmannschaft hat sich im Laufe der Jahre stark verändert.» Anfangs sei er nicht der klassische Neuner gewesen, der er heute ist, sondern habe eher um Seferovic herum gespielt. Ihm sei es genauso wichtig, Tore vorzubereiten wie selbst zu erzielen. Er denke von Spiel zu Spiel. «Meine persönlichen Ziele sind immer an die Ziele der Mannschaft gekoppelt. Wenn ich treffe und wir gewinnen, ist das perfekt. Entscheidend ist aber einzig der Sieg.»

Das Wohl des Teams wichtiger als der persönliche Rekord

Dass dies keine leeren Worte sind, hat sich im November 2025 beim 4:1-Sieg gegen Schweden eindrücklich gezeigt. Embolo hätte einen alten Rekord für die meisten Tore in einem Kalenderjahr brechen können, «und als wir einen Elfmeter bekamen, wollte die ganze Mannschaft, dass ich ihn schiesse, doch ich habe abgelehnt», so Embolo. Er habe die gewohnten Abläufe nicht aus persönlichem Interesse ändern wollen. «Granit ist unser etatmässiger Schütze, also war es richtig, dass er den Elfmeter übernimmt. Das zeigt, dass für mich das Gleichgewicht der Mannschaft und der Erfolg immer Vorrang haben.» Es ist eine Maxime, die Teamplayer Embolo in der Nati Spiel für Spiel vorlebt.

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