skysport.ch
Sky Sport

Live-Sport ansehen auf

Sky Sport
Analysen Fussball

Wer schnappt sich noch ein WM-Ticket?

Andy

Nach den Testspielen gegen Deutschland und Norwegen liegt der Fokus bei der Schweizer Nati nun auf der WM. Der grösste Teil des Kaders steht – aber dass sich der eine oder andere Spieler noch ein Last-Minute-Ticket ergattert, ist nicht ausgeschlossen.

706220870_highres
Bei der AC Milan läuft es Ardon Jashari nicht nach Wunsch, aber in der Nati hat er gezeigt, dass er ein WM-Ticket verdient hat. © KEYSTONE/Cyril Zingaro

Stichtag ist der 30. Mai 2026. Bis dann muss Nationaltrainer Murat Yakin, der mit seinem Team vom 25. bis 31. Mai in St. Gallen ein Trainingslager absolviert, dem Weltfussballverband Fifa sein 26-Mann-Kader melden. Einen Tag später bestreitet die Schweiz in St. Gallen ein Testspiel gegen Jordanien, und bis spätestens 1. Juni muss die öffentliche Bekanntgabe des Kaders erfolgen. Dann ist die Nati in der finalen Phase vor der WM: Am 2. Juni fliegt der Schweizer Tross nach San Diego und bezieht sein Basiscamp. Am 6. oder 7. Juni wird die Nati in San Diego ein letztes Mal testen, wobei der Gegner noch unbekannt ist. Am 13. Juni steigt dann in San Francisco das erste Gruppenspiel gegen Katar, am 15. Juni wartet in Los Angeles Bosnien und zum Abschluss trifft die Nati am 24. Juni in Vancouver auf Kanada.

Keine Personalsorgen

Die Schweiz ist in ihrer Gruppe der Favorit, nachdem sie in den letzten Jahren viele gute Leistungen gezeigt und sich im Konzert der Grossen etabliert hat. Zudem quälen Yakin keine Personalsorgen oder atmosphärischen Störungen, so dass er nun sagen konnte: «Das Gerüst steht, der Teamspirit stimmt. Wichtig sind Teamfähigkeit, das Leistungsprinzip sowie das Momentum, damit die Spieler mit dem nötigen Selbstvertrauen einrücken.» Und natürlich, dass die Spieler in der jetzt kommenden Schlussphase der Meisterschaften und internationalen Wettbewerbe in Form und gesund bleiben.

Aktuell sind schon einige Plätze für die WM vergeben. Im Tor sind Gregor Kobel und Yvon Mvogo gesetzt. Zum absoluten Stamm gehören auch Captain Granit Xhaka und seine Stellvertreter Manuel Akanji und Breel Embolo. Dazu kommen bewährte Kräfte wie Ricardo Rodriguez, Nico Elvedi, Silvan Widmer, Remo Freuler, Denis Zakaria, Ruben Vargas, Dan Ndoye, Fabian Rieder und Johan Manzambi. Bleiben sie gesetzt, werden sie an der WM ganz sicher dabei sein.

Sehr gute Chancen haben aber auch andere: Marvin Keller, der wohl der dritte Goalie sein dürfte. Miro Muheim, der in der Nati und beim HSV gezeigt hat, dass er jederzeit einsatzbereit ist, und Aurèle Amenda, der bei der Eintracht Frankfurt mittlerweile zum Stamm gehört und der bei Yakin schon lange hoch im Kurs ist. Dazu kommen im Mittelfeld Ardon Jashari und Michel Aebischer und für die Offensive Alvyn Sanches, der bei den Young Boys überzeugt und immer wieder zeigt, dass er ein Unterschiedsspieler sein kann.

Okafor mit guten Chancen

Durchaus Perspektiven aber noch lange kein fixes Ticket haben die Innenverteidiger Luca Jaquez und Eray Cömert sowie im Mittelfeld Vincent Sierro, für den sich aber der Wechsel nach Saudi-Arabien als Handicap oder Eigengoal erweisen könnte, wenngleich der Walliser grundsätzlich in der Gunst von Naticoach Yakin weit oben steht. Ein Thema sind sicher auch Filip Ugrinic, der in Valencia Fahrt aufgenommen hat, für die Spiele gegen Deutschland und Norwegen aber passen musste, und Simon Sohm (Bologna). Und für die Offensive hat Noah Okafor beste Chancen, der sich mit der Nati-Führung ausgesprochen und vor dem Team entschuldigt hat.

Weniger optimistisch dürfen dagegen Isaac Schmidt, der bei Werder Bremen nur noch Ergänzungsspieler ist, und Djibril Sow sein. Er spielt zwar in Spanien eine gute Saison und hat in dieser Saison bereits fünf Tore erzielt, doch für ihn dürfte es schwierig werden, einen Platz im Mittelfeld zu ergattern. Schmidt und Sow dürfen aber weiterhin hoffen, wie auch Cedric Itten, der ein pflegeleichter Spieler ohne Ansprüche ist, seine ihm zugeteilte Rolle loyal erfüllt und als Joker immer wieder für ein Tor gut ist. Und die YB-Spieler Christian Fassnacht und Joël Monteiro, der gegen Deutschland ein Tor erzielte, wohl aber auch davon abhängig ist, ob Zeki Amdouni nach seinem Kreuzbandriss nun sein Comeback gibt und in der Premier League ein paar Spiele absolvieren kann.

U21-Trio auf dem Radar

Optionen sind zudem auch die U21-Spieler Sascha Britschgi, Zachary Athekame und Alessandro Vogt. «Wenn es die Konstellation ergibt, wenn Not am Mann ist, es Verletzungen gibt oder einige nicht in Form sind, haben wir diese drei Spieler auf dem Radar», sagt Yakin. Oder zaubert er wieder eine Überraschung hervor? So wie vor der EM 2024, als er Kwadwo Duah zum Nationalspieler machte und es der Stürmer in Deutschland mit einem Tor gegen Ungarn dankte? Der 29-Jährige hat seither schwierige Zeiten durchgemacht, sich nun aber bei Ludogorets wieder zurückgemeldet und in den letzten neun Spielen der bulgarischen Meisterschaft sechs Tore und einen Assist erzielt.

So oder so werden die kommenden Wochen spannend werden. In 58 Tagen muss die Schweiz der Fifa ihre 26 Spieler melden – und so lange bleibt noch Zeit, um Murat Yakin mit beeindruckenden Leistungen zu überzeugen.

 

Bewerte den Artikel
0 Bewertungen
Ihre Stimme wird gezählt.

News-Feed

Lesen Sie auch

Mehr anzeigen

Live-Sport ansehen auf

Sky Sport
Copyright Sky Schweiz SA © 2001-2026. Erstellt von EWM.swiss