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YB: Mit neuer Energie zur Konstanz

Andy

Rang 6, elf Punkte Rückstand auf den überraschenden Leader und Kantonsrivalen FC Thun: Die Young Boys stehen vor dem Start ins neue Fussballjahr mit dem Rücken zur Wand, geben sich aber kämpferisch.

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Gerardo Seoane steht mit den Young Boys vor herausfordernden Wochen. © KEYSTONE/Anthony Anex

«Wir sind nicht da, wo wir hin möchten. Wir sind uns bewusst, dass wir dies mit harter Arbeit verändern können», sagt Christoph Spycher, der Sportverantwortliche der Berner. Die Mannschaft habe in der kurzen Vorbereitung intensiv gearbeitet, um die Basis für eine gute Rückrunde zu legen. «Wir müssen Ausreisser nach unten eliminieren, Konstanz ist das Schlüsselwort für die Rückrunde.»

Die Berner konnten in der Tat bislang zu wenig überzeugen, musste stattdessen einige bittere Niederlagen einstecken, beispielsweise mit dem 0:5 gegen Lausanne, dem blamablen 2:6 daheim gegen die Grasshoppers oder dem 0:3 zum Jahresabschluss gegen den FC Lugano.

Nun heisst es: Neues Jahr, neues Glück. «Wir haben die Winterpause genutzt, um die Batterien aufzuladen, ich erlebe die Mannschaft als sehr energievoll», sagt Trainer Gerardo Seoane. Die Berner hätten eine gute Mini-Vorbereitung gehabt, wobei der Wermutstropfen die schwere Verletzung von Jaouen Hadjam sei, der mehrere Monate ausfällt. Im Gegenzug können die Berner wieder auf Edimilson Fernandes zählen, der nach seiner Zwangspause vor der Rückkehr steht und der Mannschaft zweifellos Stabilität verleihen wird. Und die ist zwingend nötig, wie ein Blick auf die Statistik verrät.

«Die Vorrunde hat die Mannschaft im Stolz getroffen, wir schauen nun voller Tatendrang nach vorne»

38 Gegentore in 19 Spielen sind viel zu viele, es ist hinter Schlusslicht Winterthur der zweitschlechteste Wert der Liga und für eine Mannschaft mit der grundsätzlichen Klasse der Young Boys schon fast ein Hohn. «Es muss eine kompaktere Mannschaft auf dem Platz stehen» sagt Coach Seoane nun klipp und klar. Und: «Die Vorrunde hat die Mannschaft im Stolz getroffen, wir schauen nun voller Tatendrang nach vorne. Es wird eine Herausforderung sein, aber an ihr wollen wir wachsen.»

Bei dieser Ausgangslage ist es klar, dass die finanziell potenten Berner Augen und Ohren auf dem Transfermarkt offen halten. Möglich ist, dass ein Ersatz für den verletzten Linksverteidiger Hadjam verpflichtet wird. Ein Kandidat ist Ulisses Garcia, der im Januar 2024 von den Bernern nach Marseille in die Ligue 1 weitergezogen ist, dort nun aber unter Trainer Roberto De Zerbi keine grosse Rolle spielt. Spycher schliesst eine Rückkehr Garcias nicht aus, auch wenn viele Parameter zusammenpassen müssten. Aber Garcia habe YB so verlassen, dass die Türe in Bern immer offen sei.

Andere Optionen sind der Thuner Michael Heule oder die jungen Eigengewächse Rhodri Smith (19) und Olivier Mambwa (17). «Aber wir müssen uns fragen, ob wir sie dem Druck aussetzen wollen. Oder ob wir noch einen erfahrenen Spieler dazu holen wollen», so der Sportverantwortliche Spycher. Was dann wieder eher für Garcia sprechen würde.

Generell ist es so, dass die Berner nicht bereit sind, noch einmal einen totalen Umbruch zu vollziehen. So, wie im Sommer, als es zehn Zuzüge gab. «Wir wollen diesem Team Zeit geben, um zusammenzuwachsen. Aber wir schauen, was der Markt bietet. Wenn wir ein Element finden, bei dem wir den Eindruck haben, dass es uns weiterhelfen kann, werden wir tätig werden.»

«Wir sind überzeugt von Seoanes Qualitäten und werden auch sicher lange mit ihm zusammenarbeiten»

Sicher ist, dass die Berner an Trainer Gerardo Seoane festhalten, auch wenn dessen Bilanz nach seiner Rückkehr aus der Bundesliga gelinde gesagt bescheiden ist. In den acht Super League-Spielen, die er mit YB in dieser Saison bestritten hat, kommt er auf einen Durchschnitt von 1,38 Punkten – und steht damit schlechter da als sein gefeuerter Vorgänger Giorgio Contini, der es in elf Meisterschaftsspielen auf 1,64 Punkte brachte. Seoanes Stuhl wackelt deswegen aber nicht, wie Spycher klarstellt: «Wir sind überzeugt von Seoanes Qualitäten und werden auch sicher lange mit ihm zusammenarbeiten.»

Wie fast immer und überall im Fussball liegt aber auch bei YB die Wahrheit auf dem Platz und entscheidet am Ende der Totomat über Sein und Nichtsein. Trainer Seoane spürt bei seinem Team die Lust auf die Rückrunde, damit diese aber auch ein Erfolg wird, ist ein gelungener Start schon fast zwingend. Da treffen die Berner am Samstagabend auf Lausanne – und mit den Waadtländern haben sie noch eine Rechnung offen. Im ersten Saisonduell kassierte YB Anfang Oktober auswärts eine 0:5-Packung ab – es war das viertletzte Spiel mit Giorgio Contini als Chef an der Linie.

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