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ZSC Lions gegen Lugano – brisantes Duell mit grosser Geschichte

Andy

Die Rapperswil-Jona Lakers und der SC Bern kämpfen aktuell noch um das letzte Ticket für die Playoff-Viertelfinals. Bereits jetzt steht fest, dass ab Samstag Titelverteidiger ZSC Lions und der HC Lugano in ihrer Best-of-7-Serie ums Weiterkommen kämpfen. Es ist das nächste Kapitel in einer speziellen Playoff-Geschichte.

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7. April 2001: Morgan Samuelsson drückt in der Finalissima gegen Lugano ab – und wird bei den ZSC Lions zum Meistermacher. © KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE

Seit der Einführung der Playoffs in der Saison 1985/86 trafen die Lions und Lugano bereits achtmal aufeinander. Fünfmal behielten die Zürcher die Oberhand, wobei es teilweise dramatisch war. Den Anfang machte der Viertelfinal 1992. Das «Grande Lugano« war als Zweiter der Qualifikation der grosse Favorit gegen den Siebten ZSC. Doch die Zürcher hielten tapfer dagegen, siegten zum Start nach Penalties in Lugano und doppelten daheim mit 4:2 nach, ehe die Luganesi in der Resega einen 10:0-Kantersieg landeten. Es schien, als sei den Zürchern der Sprit ausgegangen. Doch dann kam Spiel 4 dieses Viertelfinals, in dem das Hallenstadion zum Tollhaus wurde.

Es war der 17. März 1992, als die Tessiner in Zürich unter Trainer-Ikone John Slettvoll auf die Zürcher mit dem unerfahrenen Coach Arno Del Curto trafen. Es wurde ein dramatisches Spiel. Nach 22 Minuten führte Lugano 3:1, aber die Verteidiger Marcel Wick und Jiri Faic schossen den ZSC in die Overtime, die ohne Tor blieb. Das Penaltyschiessen musste entscheiden – und da schlug die grosse Stunde von Goalie Rolf Simmen, der die Versuche der Lugano-Stars Jörg Eberle, Gilles Thibaudeau und Alfie Turcotte parierte. Und von Wladimir «the Tank» Krutow, dessen Penalty in die Geschichte einging. Mit geringem Tempo und irgendwie tänzelnd fuhr der Russe auf Christophe Wahl zu und schob den Puck gelassen zwischen den Schonern des Lugano-Goalies hindurch mit etwas Glück ins Tor.

Erster ZSC-Titel nach 39 Jahren

Zwischen 2000 und 2004 wurden die Playoff-Serien zwischen den beiden Teams zum Standard. Im ersten Jahr war es das Aufeinandertreffen zwischen dem überlegenen Quali-Sieger Lugano und den zweitklassierten Zürchern, die mittlerweile ZSC Lions hiessen. Lugano war mit acht Siegen in Serie in den Final eingezogen und der grosse Favorit, und es lief alles nach Plan, als das Team von Jim Koleff Spiel 1 klar mit 5:2 gewann. Doch die Zürcher unter der Leitung von Kent Ruhnke und mit Goalie Ari «The Wall» Sulander als defensiver Lebensversicherung kamen immer wieder zurück und hatten am 1. April 2000 den ersten Matchpuck. Zehn Sekunden vor Schluss dieses Matches gelang dem Kanadier Adrien Plavsic jenes Tor, das die überfüllte Halle explodieren liess. Der erste Meistertitel nach 39 Jahren war endlich Tatsache!

Im Jahr darauf kam es erneut zum Duell zwischen dem ZSC und Lugano. Erneut hatten die Tessiner die Regular Season für sich entschieden, erneut stemmten am Ende aber die Zürcher die Trophäe in den Himmel. Und dies, obwohl Lugano in der Finalserie 3:1 in Führung ging und drei Titelchancen hatte, diese aber alle vergab. In der Finalissima liess dann schliesslich der 2023 leider verstorbene Schwede Morgan Samuelsson in  der Resega die Zürcher jubeln, bezwang in der Overtime Goalie Cristobal Huet mit einem satten Schuss. Es war zu viel für die aufgeheizten Lugano-Fans, die eine angemessene Pokalübergabe verhinderten und dafür sorgten, dass Lions in die Katakomben flüchten mussten.

In den folgenden drei Jahren schrieben die beiden Teams diese spezielle Playoff-Geschichte weiter und trafen jeweils im Halbfinal aufeinander. 2002 siegte nochmals der ZSC, erneut mit vier Siegen in dieser Best-of-Seven-Serie, ehe ein Jahr später Lugano in fünf Spielen erstmals weiterkam und danach auch Meister wurde. Wiederum ein Jahr später, 2004, stand der Klassiker erneut auf dem Programm. Der HC Lugano entschied die Serie nach einem 1:3-Rückstand mit drei Siegen in Folge für sich und zog in den Final ein, der dann aber gegen den SC Bern verloren ging.

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Auch im bis heute letzten Playoff-Duell zwischen Lugano und dem ZSC jubelten am Ende die Zürcher und wurden Meister. Für Mathias Seger war es das letzte Spiel in seiner langen und erfolgreichen Karriere.

Danach vergingen ein Dutzend Jahre, ehe die Lions und die Luganesi in den Playoffs wieder aufeinandertrafen. 2017 war es im Viertelfinal so weit, als sich Lugano mit 4:2 Siegen durchsetzte, danach aber am späteren Meister Bern scheiterte. Ein Jahr später kam es wieder zum grossen Final und zu einer Finalissima. Nachdem Lugano die Spiele Nummer 5 und 6 gewonnen hatte und eine vorzeitige Titelparty der Lions verhindert hatte, waren die Tessiner im Spiel 7 im heimischen Stadion die Favoriten – und scheiterten. ZSC-Goalie Lukas Flüeler hexte und parierte die unmöglichsten Schüsse, und als in der 7. Minute Patrick Geering den Zett in Führung schoss, hatte man bereits eine Hand am Pokal. Denn die Defensive der Löwen hielt sämtlichen Angriffen der Luganesi stand, so dass Ronalds Kenins 20 Sekunden vor Schluss der regulären Spielzeit mit einem Empty-Netter alles klarmachen konnte.

Und nun kommt es im Viertelfinal zum Wiedersehen der beiden Klubs, die die Regular Season auf den Rängen 4 (ZSC Lions) und 5 (Lugano) beendet haben. Zu erwarten ist eine enge Serie, auch wenn Titelverteidiger ZSC in der Regular Season drei von vier Direktbegegnungen für sich entscheiden konnte. Die letzte am 5. März in Lugano mit einem 4:1-Sieg.

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