skysport.ch
Sky Sport

Live-Sport ansehen auf

Sky Sport
Analysen Eishockey

Zug zieht die Notbremse – Headcoach Liniger weg

Andy

Zehn Niederlagen in Serie überlebt ein Headcoach im Profisport in den seltensten Fällen. Bei Michael Liniger ist das nicht der Fall. Der EVZ trennt sich per sofort von seinem Headcoach und ersetzt ihn durch den Kanadier Benoît Groulx.

694836120_highres
Die Zeit von Michael Liniger als Headcoach des EV Zug ist abgelaufen. © KEYSTONE/Urs Flüeler

Der EVZ ist einmal mehr mit grossen Ambitionen in die Meisterschaft gestartet. Wollte im Jahr eins nach Erfolgscoach Dan Tangnes die ZSC Lions an der Spitze ablösen und wieder Meister werden. Dies mit dem bisherigen Assistenztrainer Michael Liniger an der Bande. Für den 46-Jährigen war es der erste Job als Headcoach in der National League. Das Experiment ist gescheitert. Die Zentralschweizer kamen nie richtig auf Touren. In der Meisterschaft belegen sie aktuell nur gerade Rang 9.

Und auch die Formkurve ist unterirdisch. Acht Meisterschaftsniederlagen in Folge sind ein alarmierendes Zeichen. In diesen acht Matches in diesem Jahr reichte es nicht einmal für mehr als zwei Tore. Es ist eine erbärmliche, ja beschämende Ausbeute für eine eigentlich hochkarätig besetzte Offensive. Dazu kamen zwei Niederlagen gegen Lulea und das Ausscheiden in der Champions League, so dass die Zuger nach wettbewerbsübergreifend zehn verlorenen Spielen in Serie die Notbremse zogen.

Niederlagen und schlechtes Auftreten

Das Team des EVZ habe in den letzten Wochen kein gutes Bild von sich abgegeben, teilten nun die Zentralschweizer mit. Nebst den vielen Niederlagen habe auch das Auftreten der Mannschaft vermehrt nicht den Erwartungen des Klubs entsprochen. «Wir haben Michael Liniger unterstützt und gestützt, wie wir es konnten. Letztlich stand er als Headcoach jedoch in der Verantwortung für das Team und dessen Leistung. Es ist ihm leider nicht genügend gelungen, das Team voranzubringen und ihm Stabilität zu geben», wird EVZ-CEO Patrick Lengwiler in der offiziellen Mitteilung zitiert. Und Sportchef Reto Kläy hatte nach dem Ausscheiden gegen Lulea erklärt: «Die Abwärtsspirale schlägt aufs Gemüt. Jetzt müssen wir schauen, dass die Frustration nicht Überhand nimmt.»

Dies ist nun die Aufgabe von Benoît Groulx, der sich bereit erklärt hat, bis Ende Saison als Headcoach zu wirken und auf Michael Liniger folgt. Der 57-jährige Kanadier war viele Jahre als Cheftrainer in der American Hockey League tätig, mitunter für die Teams von Syracuse und Rochester. In der Saison 2014/15 war er Headcoach der U20 Nationalmannschaft von Kanada und führte diese zu WM-Gold. Zuletzt war er bis November Cheftrainer in der KHL und führte Traktor Chelyabinsk in der Saison 2024/25 bis in den Final des Gagarin-Cup, der dann aber gegen Lokomotiv Yaroslavl verloren ging.

Sofort unter Druck

Benoît Groulx wird am Donnerstag in Zug erwartet und dann als Headcoach übernehmen. Und da steht er sofort unter Zugzwang und Druck. Am Freitag treffen die Zuger in der Meisterschaft auf Kloten, danach bis zur Olympiapause auf die SCL Tigers, den HC Davos, Lausanne und die ZSC Lions. In diesen fünf Spielen geht es für den EV Zug darum, die Weichen zu stellen zur Schadensbegrenzung zu stellen, damit es am Ende der Regular Season zumindest für einen Platz in den Top Ten und damit verbunden im Play-In reicht. Momentan liegt der EHC Biel-Bienne auf dem unerwünschten Rang 11, lediglich sieben Punkte hinter Zug. Und auch die Seeländer haben noch nicht aufgegeben und am Montag Trainer Martin Filander entlassen.

Wer in Biel nun als Feuerwehrmann für die letzten elf Spiele bis zum Ende der Qualifikation übernimmt, ist aber noch offen. Klar ist aber, dass im Überlebenskampf im hinteren Bereich der National League-Tabelle das Nervenflattern eingesetzt hat.

Bewerte den Artikel
0 Bewertungen
Ihre Stimme wird gezählt.

News-Feed

Lesen Sie auch

Mehr anzeigen

Live-Sport ansehen auf

Sky Sport
Copyright Sky Schweiz SA © 2001-2026. Erstellt von EWM.swiss