25. Olympische Winterspiele sind offiziell eröffnet
Die 25. Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo sind offiziell eröffnet. Die Schweiz präsentiert sich angeführt von Nino Niederreiter in Mailand und Fanny Smith in Cortina.
Der Mailänder Fussballtempel San Siro verwandelte sich in eine Bühne für "Harmonie" und "Magie" – so das Motto der von Marco Balich inszenierten Show. Es war eine Zeremonie der Neuerungen: Erstmals in der Geschichte der Winterspiele fand die Eröffnung dezentral statt, zeitgleich verbunden mit einer Feier im Stadion von Cortina d'Ampezzo. Passend dazu lodern nun erstmals zwei olympische Flammen in den beiden Hauptaustragungsorten.
Für den Höhepunkt aus Schweizer Sicht sorgte der Einmarsch der Nationen an den beiden Austragungsorten. In Mailand führte NHL-Star Nino Niederreiter die Schweizer Delegation ins weite Rund.
Zeitgleich hatte Fanny Smith in den Dolomiten die grosse Ehre: Die 33-jährige Skicross-Veteranin trug die Schweizer Fahne bei der Zeremonie in Cortina d'Ampezzo. Trotz der räumlichen Trennung von rund 400 Kilometern bildeten sie das symbolische Führungsduo für die 175 Athletinnen und Athleten von Swiss Olympic. Von der Tribüne in Mailand klatschte ihnen Bundespräsident Guy Parmelin zu, der die Schweiz beim Staatsakt vertrat.
Kulturell setzte die Feier auf "Made in Italy". In einer Sequenz wurde dem im vergangenen September verstorbenen Modezaren Giorgio Armani gehuldigt, dessen Designs die italienische Ästhetik weltweit geprägt haben. Musikalisch bot der Abend einiges: Die US-Sängerin Mariah Carey sang ebenso wie die italienischen Ikonen Andrea Bocelli, Laura Pausini und Cecilia Bartoli, während Starpianist Lang Lang für die leisen Töne sorgte, als die Olympische Flagge gehisst wurde.
Die Show versuchte, die politischen Misstöne im Vorfeld mit einer Botschaft des Friedens zu überstrahlen. IOC-Präsidentin Kirsty Coventry fand in ihrer Rede emotionale Worte. Die ehemalige Schwimm-Olympiasiegerin aus Simbabwe sprach ihre "Mit-Olympioniken" direkt an und betonte, dass sie die Mischung aus Aufregung und Nervosität genau kenne.
Coventry schlug dabei eine Brücke zu ihrer afrikanischen Heimat und zitierte das Prinzip "Ubuntu" - "Ich bin, weil wir sind". Wahre Stärke liege nicht nur im Gewinnen, sondern in "Mut, Empathie und Herz." Sie rief dazu auf, die Spiele zu einer Feier dessen zu machen, was die Menschheit vereint.
Den formellen Schlusspunkt setzte um 22.51 Uhr Staatspräsident Sergio Mattarella. Mit der traditionellen Formel "Ich erkläre die XXV. Olympischen Winterspiele von Mailand und Cortina d'Ampezzo für eröffnet", gab er das Signal für das Entzünden des Feuers.
Nun liegt der Fokus auf dem Sport. Bis zum 22. Februar kämpfen rund 3000 Athletinnen und Athleten in Norditalien um Ruhm und Ehre. Durch die Aufnahme des Tourenskirennens ins Programm ist die Anzahl der Entscheidungen gewachsen: In den kommenden zwei Wochen werden insgesamt 116 Medaillensätze vergeben – so viele wie noch nie bei Winterspielen. Die Schweiz hofft, an die Erfolge von Peking 2022 anknüpfen zu können, als sie 15 Medaillen, darunter sieben goldene, mit nach Hause nahm.