Ammann erfüllt in der Theorie die Olympia-Norm
Biathlon, Bob, Ski Freestyle - am Samstag geht die Wintersaison im Sport so richtig los. Das sind die Fakten des Tages.
Skispringen. - Simon Ammann (44) schafft es auf der Grossschanze in Ruka (Finnland) als 28. erstmals in die Punkteränge. Gewertet wurde nur der erste Durchgang. Gregor Deschwanden wurde zum zweiten Mal diese Saison Zehnter.
Ammann durfte sich über die erstmalige Qualifikation für den zweiten Durchgang in dieser Saison freuen. Später ärgerte sich der Jungsenior im Schweizer Team aber auch. Ammann gehörte zu den acht Springern, die auch den zweiten Durchgang bewältigten. Ammann erzielte von diesen Acht die drittbeste Weite und hätte sich mindestens den 25. Platz gesichert. Damit hätte er alle Selektionsvorgaben für die Winterspiele im Februar in Italien erfüllt gehabt.
Gesichert hätte das die achte Teilnahme Ammanns an Olympischen Winterspielen noch nicht. Neben Deschwanden und Ammann können weitere Schweizer den zweiten Teil der Selektionsnorm (eine Top-25-Klassierung) noch erfüllen. Die Schweiz verfügt derzeit über drei Startplätze bei den Männern im Skispringen.
Gregor Deschwanden war als Zehnter auch im fünften Springen der Saison der beste Schweizer. Der Slowene Anze Lanisek siegte vor Ren Nikaido aus Japan und Landsmann Domen Prevc. Regen, Wind und Schneefall beeinträchtigten das Springen.
Biathlon. - Die Schweizer Frauenstaffel zeigt zum Auftakt des Biathlon-Weltcups in Östersund mit dem 7. Platz einen guten Auftritt. In der Besetzung Amy Baserga, Aita Gasparin, Lydia Mettler und der zuletzt an der Hand verletzten Lena Häcki-Gross war man im Schiessstand mit acht Nachladern, aber keiner Strafrunde solide und liess zum Beispiel die Deutschen und die Norwegerinnen hinter sich. Den Sieg holten sich trotz interner Wirren überlegen die favorisierten Französinnen, vor Italien und Tschechien.
Bob. - Die Schweizer Bobfahrer konnten sich im Vergleich zum ersten Weltcup vor einer Woche in Cortina d'Ampezzo nicht steigern - im Gegenteil. Mit schlechten Startzeiten blieben sie im Zweier auf der umgebauten, aber fahrerisch immer noch nicht allzu anspruchsvollen Bahn in Innsbruck ohne Chance auf ein Topresultat. Michael Vogt leidet zudem wieder unter Rückenproblemen, verbesserte sich mit Amadou Diaye aber im zweiten Durchgang immerhin vom 18. Platz noch in den 12. Rang. Cédric Follador/Dominik Schläpfer klassierten sich noch hinter dem Liechtensteiner Martin Kranz als Neunzehnte, Timo Rohner/Enrico Güntert verpassten beim bereits gewohnten deutschen Dreifachsieg mit Platz 26 sogar den Finallauf.
Bob. - Etwas besser als den Männern lief es den Schweizer Frauen im Monobob. Melanie Hasler belegte in Innsbruck als beste Schweizerin den 7. Platz, während Debora Annen (16.) und Inola Blatty (18.) die Top 10 klar verpassten. Den Sieg sicherte sich US-Amerikanerin Kaysha Love, Laura Nolte und Lisa Buckwitz belegten für Deutschland die Plätze 2 und 3.
Ski Freestyle. - Die Schweizer Flugkünstler schafften beim Weltcup im chinesischen Zhangjiakou keinen Exploit. Bei den Frauen sprang die Bündnerin Giulia Tanno im Big Air auf den 5. Platz, die Genferin Sarah Hoefflin klassierte sich als Achte. Mathilde Gremaud, vor knapp vier Jahren in Peking Olympia-Dritte im Big Air, hatte die Qualifikation verpasst. Bei den Männern sowie den Snowboarderinnen und Snowboardern war die Schweiz in den Finals nicht vertreten.
Curling. - Am Finalspiel der EM im finnischen Lohja setzten sich die Schwedinnen um Skip Anna Hasselborg mit 7:5 gegen Schottland durch und kürten sich damit zu den neuen Europameisterinnen. Die Vorentscheidung fiel im neunten End, als Schweden sich mit 7:4 absetzen konnte. Es ist die 22. Goldmedaille, die sich die Skandinavierinnen sichern, zuletzt triumphierten sie im Jahr 2019. Die Schweizerinnen, die sich am Freitag die Bronzemedaille sicherten, hatten sowohl Schottland wie auch Schweden in der Round Robin souverän besiegt, im Halbfinal scheiterten sie dann jedoch mit 5:8 an den Schottinnen.