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Bayern ist fast schon zum Siegen verdammt

Matthäus sieht den deutschen Rekordmeister in Bezug auf das Champions-League-Spiel bei Atletico Madrid in Zugzwang. Der Rekordnationalspieler äussert sich auch zur anstehenden Kadernominierung der Nationalmannschaft.

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Die Kolumne von Sky Experte Lothar Matthäus. © Sky

Matthäus sieht den deutschen Rekordmeister in Bezug auf das Champions-League-Spiel bei Atletico Madrid in Zugzwang. Der Rekordnationalspieler äussert sich auch zur anstehenden Kadernominierung der Nationalmannschaft.

Im Klassiker zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund hat am Ende alles so zusammengepasst, dass der BVB mit ein bisschen Glück einen Punkt mit nach Hause genommen hat.

Ich habe die Worte von Nico Schlotterbeck im Kopf ("Wir wollen möglichst lange dranbleiben an den Bayern"). Möglichst lange heisst für mich bis zum Ende der Saison. Die Dortmunder haben gezeigt, dass sie, wenn sie so mutig auftreten wie am Samstag, ganz oben mitspielen können.

Musiala: Ich vermute, dass…

Der FC Bayern hat zurzeit Probleme, sie haben viele Verletzte. Nicht nur diejenigen, die sich am Wochenende verletzt haben. Bei Luis Diaz weiss man, wie lange er ausfällt, aber bei Jamal Musiala zieht es sich schon länger hin.

Im September in Amsterdam war von einem Muskelfaserriss die Rede. Ich vermute, dass in der Zwischenzeit noch etwas passiert ist, ein Muskelfaserriss braucht keine sechs Wochen, um auszuheilen.

Winter-Transfers? Ich sehe aktuell keinen Handlungsbedarf

In den Medien wird darüber diskutiert, ob Bayern personell nachbessern müsse. Bis zur Öffnung des Winter-Transferfensters sind die Verletzten aber wahrscheinlich wieder gesund. Die Frage wäre auch, wer überhaupt helfen könnte. Das müsste schon ein Hochkaräter sein. Wenn sich nicht noch weitere Spieler verletzen, sehe ich aktuell keinen Handlungsbedarf.

Trotz aller Rückschläge wird der FC Bayern in jedem Spiel eine konkurrenzfähige Mannschaft auf den Platz bringen. Dayot Upamecano und Konrad Laimer gehen in der Abwehr voran. Das Mittelfeld besteht aus den deutschen Nationalspielern Joshua Kimmich, Aleksandar Pavlovic und Tom Bischof, und vorne können neben Harry Kane auch Alphonso Davies Lennart Karl spielen.

Um Karl wird zu viel Wirbel gemacht

Was die jüngsten Diskussionen um Karl angeht, bin ich der Meinung, dass zu viel Wirbel gemacht wird. Ich verstehe die Kritik von Uli Hoeness, aber ich verstehe auch Karl, wenn er sagt, dass er gerne Pink anzieht. Von mir aus könnte er jeden Tag in Pink und Grün und Gelb zum Training kommen. Das ist sein Stil und seine Persönlichkeit. Am Samstag hat Michael Ballack auch noch mal etwas gesagt, aus nichts wurde sehr viel gemacht. Ich weiss nicht, warum man das Fass jetzt noch einmal aufgemacht hat.

Atletico wäre auch für Bayerns Top-Elf nicht einfach

Bayern wird immer elf hervorragende Spieler auf dem Platz haben, aber das Champions-League-Spiel bei Atletico Madrid (Di., 21:00 Uhr im Liveticker) wäre auch mit der Topbesetzung keine einfache Aufgabe für die Münchner. Die Partie findet in dem Stadion statt, das nächstes Jahr der Austragungsort des Finales ist. Für Atletico ist das sicherlich eine zusätzliche Motivation. Die Mannschaft von Trainer Diego Simeone wird vor den eigenen Fans alles geben, um die drei Punkte in Madrid zu behalten.

Bayern steht genauso wie Atletico unter Druck (hier geht es zur Tabelle der Champions League). Sollten sie noch einmal Punkte liegenlassen, wäre es sehr schwer, am Ende unter den Top acht zu stehen und die Playoffs zu vermeiden. Sie sind fast schon zum Siegen verdammt, denn sie haben auch noch in Manchester ein schweres Auswärtsspiel. Die zwei verlorenen Zähler in Norwegen könnten am Ende sehr wehtun.

Ich würde Tah niemals abschreiben

Was die Bayern-Abwehr betrifft, hat Jonathan Tah gegenüber Min-jae Kim aktuell das Nachsehen. Zurzeit ist er knapp hinten dran, aber das wird sich auch schnell wieder ändern. Jonathan ist keiner, der aufgibt und er verfügt über viel Qualität. Ich würde ihn niemals abschreiben, sondern ich glaube, dass er in dieser Saison noch ein ganz wichtiger Spieler sein wird - auch in der deutschen Nationalmannschaft.

An Füllkrug führt kein Weg vorbei

Jürgen Klopp nominiert am Donnerstag seinen DFB-Kader für die beiden Länderspiele in Serbien (LIVE UND EXKLUSIV BEI RTL) und gegen die Niederlande.

Für die Nations-League-Spiele im September und Oktober hatte der Bundestrainer insgesamt 44 Spieler berufen, darunter viele Neulinge.

Ich bin nicht der Meinung, dass wir nur noch auf junge Spieler setzen müssen. Wir sollten auf Spieler setzen, die sich mit starken Leistungen auf dem Platz empfehlen, egal, welches Alter sie haben. Wir kommen nicht vorbei an einem Niclas Füllkrug, der mit neun Treffern die Torschützenliste der Bundesliga anführt. In anderen Ländern gibt es auch Spieler, die mit 33 Jahren noch für ihre Nationalmannschaft auflaufen und bei Welt- und Europameisterschaften eingesetzt werden.

Offenes Rennen zwischen Urbig und ter Stegen

Wenn kein anderer da ist, würde ich auch einen 33-Jährigen mitnehmen. Für mich zählt nicht die Zahl des Alters, sondern die der Tore und die Leistungen des Spielers. Klopp hat gesagt, er kann nichts dafür, dass Füllkrug schon 33 ist. Harry Kane ist auch 33 und Thomas Tuchel lädt ihn trotzdem ein.

Marc-Andre ter Stegen ist zwar schon 34, aber das spielt bei Torhütern keine grosse Rolle. Er und Jonas Urbig hatten zuletzt beide jeweils zwei Einsätze, deswegen würde ich sagen, der Kampf um die Nummer eins im DFB-Tor ist ein offenes Rennen.

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