Zusammengerechnet hatte der deutsche Rekordmeister einst rund 100 Millionen Euro für das Trio ausgegeben. Nun werden Lösungen für das Rätsel gesucht.
Von Luca Sixtus und Torben Hoffmann
Die Schweisstropfen perlen von den Köpfen. Die Vorbereitung auf die neue Saison hat begonnen. Doch wiedergekommen, um zu bleiben, dürfte keiner der drei Protagonisten.
Denn in den langfristigen Planungen beim FC Bayern München spielen weder Joao Palhinha noch Sacha Boey oder Bryan Zaragoza eine grosse Rolle. Längst ist das Team um Sport-Vorstand Max Eberl damit beauftragt worden, das 100-Millionen-Rätsel zu lösen.
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In 2024 hatte der deutsche Rekordmeister für Palhinha 51 Millionen Euro, für Boey 30 Millionen Euro und für Zaragoza im Gesamtpaket rund 20 Millionen Euro in die Hand genommen. Aus vorübergehenden Abgaben sollen nun im Idealfall feste Verkäufe werden.
Die obligatorische Leistungsdiagnostik in der Sommer-Vorbereitung samt Medizincheck ist absolviert. Bis zur Entscheidung um die Zukunft des jeweils Einzelnen läuft das Trio in der Mannschaft von Trainer Vincent Kompany mit - ohne echte Perspektive.
Zu grosse Konkurrenz für Zaragoza & Boey
So ist etwa Zaragoza (Vertrag bis 2029, war an AS Rom ausgeliehen) am Dienstagmorgen als einer der Ersten an der Säbener Strasse vorgefahren, doch den FCB-Durchbruch trauen nur die wenigsten dem 1,64 Meter grossen Spanier zu. "In der Offensive hat Zaragoza die Konkurrenz, gegen die er sich auf Strecke nicht durchsetzen kann. Lennart Karl wird wieder zurückkommen. Michael Olise, Luis Diaz, Ismael Saibari - alles Spieler, die auf den offensiven Aussenbahnen spielen können", meint Sky Sport Reporter Torben Hoffmann.
Ähnlich schwierig bis unmöglich wird es Stand jetzt für Boey (Vertrag bis 2028, war an Galatasaray ausgeliehen) sein, in der anstehenden Saison bei den Bayern auf zufriedenstellende Spielzeit zu kommen. Denn die Aussenverteidigerpositionen sind auf beiden Seiten doppelt gut besetzt. Auf rechts finden sich Konrad Laimer, der am Montag erst seinen Vertrag offiziell bis 2029 verlängert hat, und Josip Stanisic. Links dribbeln Alphonso Davies und Neuzugang Nathaniel Brown auf.
Bayern hätte gern 30 Millionen für Palhinha
Palhinha (Vertrag bis 2028, war an Tottenham Hotspur ausgeliehen) hat im zentralen Mittelfeld ebenfalls einen schweren Stand. Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic sind gesetzt. Mit Bara Sapoko Ndiaye soll noch das eigens von Kompany als Projekt auserkorene Top-Talent zurückkommen, das bereits im vergangenen Halbjahr von den Gambinos Stars aus Afrika an die Münchner ausgeliehen war.
Hoffmann schätzt die Lage von Palhinha wie folgt ein: "Da geht es darum: Die Bayern wollen nach Möglichkeit verkaufen, bis zu 30 Millionen noch generieren. Die Frage ist, ob es da einen Verein gibt, der in der Lage ist, so viel Geld auszugeben."
An Optionen mangelt es grundsätzlich nicht. Sowohl Sporting als auch Benfica aus Portugal sowie Aston Villa aus der Premier League zählen nach Sky Sport Informationen zum Interessentenkreis.
Noch weilt Palhinha aber nach seiner WM-Teilnahme mit Portugal wieder in München, genauso wie die anderen zwei Abgangskandidaten Boey und Zaragoza. Fakt ist: "Diese drei Personalien werden uns in der Transfer-Phase noch etwas beschäftigen", ist sich Hoffmann sicher.