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Das Warten auf den Klick

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Kristallkugeln für den Sieg in der Abfahrts- und Super-G-Wertung, Olympia- und WM-Gold in der Abfahrt, dazu vier weitere Medaillen an Weltmeisterschaften - Corinne Suter hat ein Palmarès, welches viele andere Fahrerinnen gerne ihr Eigen nennen würden.

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Corinne Suter © Keystone

In den vergangenen zwölf Monaten allerdings blieb die 31-Jährige ohne Podestplatz. Die letzten zwei feierte Suter, die im vergangenen Winter nach einem Kreuzbandriss ihr Comeback gab, Mitte Januar 2025 in Cortina (Super-G) und Garmisch (Abfahrt) mit je einem 3. Platz.

Heuer bestritt Suter gar erst drei Rennen, weil sie Anfang Dezember - und damit vor dem Speed-Saisonstart - im Training in St. Moritz stürzte und sich verletzte. Muskelfaserriss im linken Unterschenkel, Prellung des linken Kniegelenks und eine Fraktur im rechten Rückfussbereich, so die Diagnose, die eine Pause von rund einem Monat zur Folge hatte.

"Ich hätte mir die Saison definitiv anders vorgestellt, zumal nach der super Vorbereitung, die wir hatten", so Suter. Dass sie nicht zurückblickt, nach Ausreden sucht oder Trübsal bläst, ist nicht selbstverständlich. Rang 15 als Top-Resultat Ende Januar ist schliesslich nicht das, was sich Suter gewohnt ist. Trotz der bislang wenig erfreulichen Saison ist beim Interview-Termin am Mittwochabend im Teamhotel immer mal wieder ein lautes Lachen von ihr zu hören.

Dass sie im Januar bei ihrem Comeback in Zauchensee, als sie in der verkürzten Abfahrt 22. wurde, und in der Woche danach in Tarvisio bei ebenfalls durchzogenen Wetterbedingungen den Erfolg nicht mit der Brechstange und zu hohem Risiko erzwingen wollte, ist ebenso verständlich. Denn Olympia steht über jedem Weltcup-Rennen und ihr Fokus gilt ganz den zwei Speed-Rennen auf der Piste Olimpia delle Tofane. Auf dieser krönte sie sich 2021 zur Abfahrts-Weltmeisterin, zudem gab es auch im Super-G WM-Silber.

Die fünffache Weltcup-Siegerin ist überzeugt, dass es nur "ganz wenig braucht, bis es bei mir Klick macht". Es gebe Schwünge, die fahre sie voller Überzeugung, so Suter, dann aber folgten auch wieder Kurven, "in denen ich es mir noch nicht zutraue, weil ich manchmal noch Schmerzen spüre". Nichtsdestotrotz sei es für sie wichtig, Rennkilometer zu sammeln und das Gefühl wiederzufinden. "Manche Dinge kann man nicht nur trainieren."

Gut also, folgen vor Olympia noch die zwei Heimrennen in Crans-Montana mit je einer Abfahrt (Freitag) und einem Super-G (Samstag). Mit der Piste Mont Lachaux verbindet Suter mehrheitlich positive Erinnerungen, in erster Linie in der Abfahrt. 2020 wurde sie zweimal hinter Lara Gut-Behrami Zweite, 2019 resultierte Rang 3. Allerdings im Super-G war sie in Crans-Montana in drei Anläufen nie besser als Neunte.

Zwei gute Leistungen im Walliser Skiort, wo im Februar 2027 auch die Weltmeisterschaften ausgetragen werden, wären für Suter zwar genau der richtige Boost für ihre dritten Olympischen Spiele nach Pyeongchang und Peking. Doch selbst ohne Spitzenplatzierung in Crans-Montana würde sie mit einem Lächeln nach Cortina, wo es am kommenden Donnerstag mit dem ersten Training zur Olympia-Abfahrt (8. Februar) losgeht, anreisen.

"Wenn ich an Cortina denke, dann kommen mir gleich als erstes die extrem schönen Momente von 2021 in den Sinn. Ich freue mich extrem, dahin zurückzukehren." Hilfreich mag bei dieser Rückkehr auch sein, dass es ihr in den letzten Jahren jeweils gut gelungen ist, bei Grossanlässen auf den Punkt bereit zu sein. Trotz allen Widrigkeiten in diesem Winter traut sie sich auch in gut einer Woche wieder einiges zu, vielleicht sogar eine Medaille.

Aber, so schränkt die Athletin zugleich wieder ein: "Eine Garantie, dass es dieses Mal auch wieder so sein wird, gibt es nicht." Denn noch hat es bei Corinne Suter nicht Klick gemacht.

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