Der Sportvorstand des VfB Stuttgart spricht exklusiv bei Sky Sport über den jüngsten Erfolg der Schwaben, die Vertragsverlängerung von Deniz Undav und die Position des VfB im kommenden Transfersommer.
Der VfB Stuttgart hat sich in den vergangenen drei Jahren vom Abstiegskandidaten zum Spitzenteam in der Bundesliga entwickelt. Nach dem DFB-Pokalsieg in der vergangenen Saison fahren die Schwaben auch in diesem Jahr nach Berlin und stehen damit zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in zwei aufeinanderfolgenden Endspielen im DFB-Pokal.
Mit Führungsstärke zum Erfolg
Dazu kämpft der VfB im direkten Duell mit der TSG Hoffenheim auch um die zweite Champions League Teilnahme in den vergangenen drei Jahren. Massgeblich dafür verantwortlich ist die Führungscrew um Alexander Wehrle und Fabian Wohlgemuth. In die Amtszeit der beiden fallen unter anderem die Verpflichtungen von Deniz Undav, Angelo Stiller, Ramon Hendriks und weiteren Leistungsträgern.
Erfolgsentscheidend war die Verpflichtung von Sebastian Hoeness als Cheftrainer: „Zu dem Zeitpunkt war er der vierte Trainer in der laufenden Saison. Wir waren auf Platz 18, also hatten wir eigentlich auch nicht allzu viel Zeit, den Richtigen auszuwählen. Wir haben uns zu Gesprächen in verschiedenen Konstellationen zusammengesetzt und haben uns dann dazu gemeinsam entschieden, einen Vertrag abzuschliessen", erinnert sich Wohlgemuth im exklusiven Interview mit Sky Sport. „Sich jetzt hinzustellen und zu sagen: ‚Das haben wir genau so geplant, das war zu dem Zeitpunkt schon abzusehen', das wäre absurd. Aber dass es sich so gut in dem Team entwickelt hat, ist natürlich ganz besonders."
VfB ohne Verkaufsdruck
Klar ist: Die Entwicklung des VfB weckt auch Begehrlichkeiten. Spieler wie Angelo Stiller oder Jamie Leweling haben schon länger das Interesse verschiedener Klubs aus Europa geweckt. In beiden Fällen wären die Stuttgarter nach Sky Sport Informationen aber erst bei hohen Angeboten um die 50 Millionen Euro gesprächsbereit.
„Der Moment, um Spieler zu verkaufen, ist im Grunde nie der richtige. Es ist immer auch ein Kompromiss zwischen allen Beteiligten. Deshalb müssen wir immer abwägen zwischen den Interessen des Spielers, zwischen wirtschaftlichen Zwängen und sportlichen Potenzialen", so Wohlgemuth. „Aber anders als in den letzten Jahren sind wir nicht mehr die Getriebenen, sondern können abwarten, was im Sommer auf uns zukommt. Grundsätzlich bleibt es dabei: Wir wollen die Mannschaft weiter stärken und nach Möglichkeit zusammenhalten, um auch im nächsten Jahr wieder eine erfolgreiche Saison zu spielen."
Publikumsliebling Undav im Mittelpunkt
Eine wichtige Personalie der VfB-Bosse in diesem Sommer ist die Vertragsverlängerung mit Publikumsliebling und Top-Scorer Deniz Undav. „Deniz ist aktuell in der Form seines Lebens, ist A-Nationalspieler, freut sich auf eine sehr wahrscheinliche WM-Teilnahme, ist Dreh- und Angelpunkt unseres Offensivspiels. Er ist ein unkonventioneller Mensch, der auch über die Platzgrenzen hinaus geliebt und gemocht wird", lobt der Sportvorstand.
Ein Selbstläufer wird die Verlängerung allerdings nicht. Nach Sky Sport Informationen fordert der Stürmer rund sechs Millionen Euro Gehalt - nie hat ein VfB-Spieler mehr verdient. Zur genauen Zahl will sich Wohlgemuth nicht äussern, bestätigt aber: „Deniz hat Selbstbewusstsein, was er auch auf die Mannschaft übertragen kann. Der nächste Vertrag wird für Deniz besonders wichtig sein, dementsprechend werden die Verhandlungen laufen. Wir sprechen mit den Beratern und sind regelmässig im Austausch."
Spannender Transfersommer
Wie bei Deniz Undav läuft auch Wohlgemuths Vertrag im kommenden Sommer aus. Lose Gespräche mit dem Aufsichtsrat finden bereits statt. „Ich habe vor über drei Jahren hier angefangen und durfte die Entwicklung des Vereins mitbegleiten. Wir haben ein fantastisches Team, auch ausserhalb des Platzes, in dem ich mich sehr wohlfühle.", sagt Wohlgemuth über seine eigene Zukunft.
Zeitdruck sieht der 47-Jährige in dieser Frage aber nicht: „Jetzt haben wir erstmal auf den Platz Ziele. Es ist Crunchtime. Wir haben noch drei Spiele gegen Tabellennachbarn, wir haben noch das Pokalfinale. Ich gehe davon aus, dass dieses Thema dann auch im Anschluss an diese Spiele die nötige Aufmerksamkeit findet. Aber völlig unabhängig davon bin ich mit dem Aufsichtsrat im ständigen Austausch."
Egal ob am Ende die Champions oder doch die Europa League wartet: Der VfB Stuttgart steht auch in diesem Jahr wieder vor einem spannenden Transfersommer.