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Deschwanden will in Predazzo erneut nach Edelmetall greifen

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Gregor Deschwanden startet am Samstag in Predazzo mit Aufwind. Nach Bronze und zweimal Schanzenrekord auf der Normalschanze hofft der Luzerner auf der Grossschanze auf den nächsten Coup.

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Mit Gregor Deschwanden rechnete niemand - wie einst auch bei Simon Ammann © KEYSTONE/EPA/HANNIBAL HANSCHKE

Skispringen bleibt eine Disziplin voller Unwägbarkeiten. Es gibt kaum eine Sportart, in der es so schwierig ist, konstant in der Weltspitze zu bleiben. Wer heute auf dem Podest steht, kann morgen im hinteren Teil des Feldes landen. Oder umgekehrt. Das fragile Gefüge aus physikalischen, technischen und psychischen Faktoren bringt selbst die Weltbesten regelmässig ins Wanken.

Auch Deschwanden erlebte in dieser Saison solche Schwankungen. Nach einem soliden Auftakt mit zwei Top-Ten-Resultaten Ende November schien der 34-Jährige an seinen Paradewinter 2024/25 anzuknüpfen. Damals hatte er 23 Wettkämpfe in den ersten zehn beendet und vier Podestplätze erreicht. Doch vor Weihnachten verlor er den Rhythmus. Bei der Weltcup-Veranstaltung in Engelberg verpasste er zweimal den Finaldurchgang der besten 30, bei der Olympia-Hauptprobe vor zwei Wochen in Willingen blieb ihm der zweite Sprung ebenfalls zweimal verwehrt.

Und nun Olympia-Bronze. Von Trainingssprung zu Trainingssprung steigerte er sich in Predazzo, als würde jemand im Hintergrund langsam den Dimmer hochdrehen. Sein Stern leuchtete so hell wie noch nie. Davon will er profitieren.

Der Horwer weckt Erinnerungen an Simon Ammann. Der Toggenburger war vor 24 Jahren im Januar 2002 in Willingen schwer gestürzt, hatte sich eine Gehirnerschütterung und Prellungen zugezogen und mehrere Wochen pausieren müssen. Ohne Weltcupsieg und ohne grosse Erwartungen reiste er zu den Winterspielen nach Salt Lake City - und gewann sensationell zweimal Gold. Er triumphierte vor Grössen wie dem Polen Adam Malysz oder dem Deutschen Sven Hannawald.

Deschwanden steht nun vor einer ähnlichen Ausgangslage - zumindest, was das Momentum betrifft. Am Samstagabend (18.45 Uhr) zählt nicht nur die Technik, sondern auch der Flow. Gerade im Skispringen kann eine Welle der Euphorie Athleten tragen, die zuvor kaum jemand auf der Rechnung gehabt hat. Es gibt unzählige Beispiele - und eine der grössten Sensationen ereignete sich sogar während Deschwandens Aktivkarriere. Als völliger Newcomer gewann der Österreicher Thomas Diethart 2014 die Vierschanzentournee und verschwand danach wieder in der Versenkung.

Für Deschwanden ist das Träumen erlaubt. Bereits bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi hatte er als Jungspund im Training überraschend mit den Besten mitgehalten, im Wettkampf jedoch nicht liefern können. Am vergangenen Montag gelang ihm mit dieser Ausgangslage der Befreiungsschlag, nun will er nachlegen. Bronze muss kein Ende sein, es kann auch am Anfang erfolgreicher Winterspiele stehen.

Die Buchmacher bleiben allerdings vorsichtig. Sie führen 13 Springer mit höheren Podestchancen auf. An erster Stelle steht der Slowene Domen Prevc. Der Saisondominator verpasste auf der Normalschanze die Medaillenränge. Und auch im Mixed-Wettkampf, bei dem er mit dem slowenischen Team Gold gewonnen hat, hat er nicht die meisten Punkte geholt.

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