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Die Schweizer Curler fliegen auf einer Welle in den Halbfinal

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Sieben Spiele, sieben Siege - die Schweizer Curler erreichen auf schnellstmöglichem Weg die Olympia-Halbfinals. Der Schlüssel zum Erfolg: akribische Vorbereitung und viel Spass.

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Yannick Schwaller und sein Team sind im olympischen Curling-Turnier mit grossem Erfolg unterwegs © KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

In den ersten 20 Sekunden eines Gesprächs mit Keystone-SDA kommt das Wort gleich dreimal über die Lippen von Skip Yannick Schwaller. "Es macht einfach viel Spass", sagt der Solothurner. "Wir sind in der ganzen Olympia-Umgebung, und es macht so viel Spass. Das zeigt sich auf dem Eis. Es ist einfach wirklich cool mit diesen Jungs zu spielen im Moment. Es macht wirklich Spass!" Richtig überraschen kann diese Feststellung nach dem perfekten Start ins Turnier nicht.

Mit Spass alleine ist es aber natürlich nicht getan. "Wir haben in den letzten zwei Jahren extrem hart auf das hingearbeitet", betont der 30-jährige Olympia-Debütant. "Und in den letzten vier Monaten noch einmal angezogen mit den Diskussionen, wie wir uns einstellen auf die Olympischen Spiele. Und die Sachen, die wir identifiziert haben, setzen wir fantastisch um." Ausgerechnet die Heim-WM vor zwei Jahren in Schaffhausen missriet dem Team von Schwaller komplett. Mit Platz 7 verpasste es sogar die Medaillenrunde der besten sechs. Danach ging man sehr selbstkritisch über die Bücher und stellte die richtigen Weichen.

Nun standen die Schweizer bereits vor den letzten zwei Gruppenspielen am Mittwoch gegen Norwegen und am Donnerstagmorgen gegen den Gastgeber Italien als Halbfinalisten (am Donnerstagabend um 19.05 Uhr) fest. Kaufen können sie sich dafür noch nichts. Das mussten vor vier Jahren die Schweizer Frauen um Silvana Tirinzoni erfahren. Sie brillierten in der Vorrunde mit 8:1 Siegen, standen am Ende aber nach Niederlagen im Halbfinal und im Spiel um Platz 3 mit leeren Händen da.

Ein Nachlassen wollen sich Schwaller und seine Mitstreiter auf keinen Fall erlauben. "Das wäre ziemlich amateurhaft", weist Benoît Schwarz-van Berkel, als Nummer 4 der Mann für die kniffligsten und entscheidenden Steine, die Vorstellung, man könnte die letzten zwei Gruppenspiele auf die leichte Schulter nehmen, weit von sich. Dagegen sprechen mehrere Gründe.

Zum einen hätte man als Sieger der Qualifikation in Halbfinal und Final oder in der Partie um Rang 3 das Recht des letzten Steins. "Wir wollen aber auch das gute Momentum behalten", macht Schwaller klar. "Wir kennen es alle im Sport. Wenn du ein schlechtes Spiel machst, kann das ganze Kartenhäuschen zusammenfallen." Einen Abfall der Konzentration wollen die Schweizer also um jeden Preis vermeiden.

Einen vielleicht noch entscheidenden Vorteil hat der glänzende Einstieg ins Turnier auf jeden Fall. Bereits fünf Mal warfen die Gegner bereits nach acht oder neun Ends das Handtuch. "Für die Wischer ist das sicher gut, ein paar Ends einzusparen", findet Schwaller. "Für sie wird es langsam auch anstrengend."

Ähnliches gilt für den Skip selber, der mit Ehefrau Briar Schwaller-Hürlimann bereits das Mixed-Turnier bestritten hat. Am Montag hatten die Schweizer einen freien Tag. "Da konnte auch ich die Batterien wieder aufladen", zeigt sich der WM-Silber- (2025) und -Bronze-Gewinner (2023) dankbar. "Und wir konnten auch emotional etwas Energie sparen", stellt Schwarz-van Berkel fest.

Kann man auch zu viel Selbstvertrauen haben? "Ja, sicher", sagt der Genfer. "Es ist ein schmaler Grat. Zu viel Selbstvertrauen heisst, dass du einfache Siege erwartest, und das ist die falsche Einstellung." Es ist aber auch ein angenehmes Problem.

Die Vorzeichen für eine fünfte Olympia-Medaille der Männer bei der achten Austragung seit der Wiederaufnahme des Curlings ins Programm 1998 stehen jedenfalls gut. Den Final erreichten die Schweizer seit dem Sieg der Crew um Patrick Hürlimann vor 28 Jahren in Nagano allerdings nicht mehr - 2002, 2010, und 2018 gab es Bronze.

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