Die wichtigsten Fragen und Antwort zum Olympia-Winter im Biathlon
Am Samstag beginnt in Östersund die Biathlon-Saison mit einer Frauen- und einer Männerstaffel. Anbei die wichtigsten Fragen und Antworten zum Olympiawinter.
Wie sieht das Wettkampfpensum aus?
In dieser Saison sind an neun Weltcupstationen insgesamt 58 Wettkämpfe angesetzt. Zusätzlich stehen elf Rennen an den Olympischen Winterspielen auf dem Programm - ausgetragen im hochmodernen Stadion von Antholz. Diese Resultate fliessen jedoch nicht in die Weltcupwertung ein.
Steht Lenzerheide auch im Programm?
Nein, diesen Winter nicht. Anfang Januar 2028 kehrt der Weltcup dorthin zurück. Der Biathlonsport wächst weltweit und zieht deshalb viele Ausrichter an, obwohl der Weltverband IBU von den Organisatoren immer höhere Anforderungen verlangt.
Wer sind die Favoriten?
Franziska Preuss aus Deutschland und der Norweger Sturla Holm Laegreid rücken zum Auftakt in den Mittelpunkt. Beide holten im vergangenen Winter den Gesamtweltcup. Nicht mehr dabei sind die dominierenden Bö-Brüder - ein Einschnitt für den Biathlon-Sport. Dennoch verfügt Norwegen weiterhin über ein stark besetztes Kader, mehrere junge Athleten drängen auf einen Platz im Weltcupteam.
Bei den Frauen tritt Frankreich mit einem bemerkenswert ausgeglichenen Team an. Lou Jeanmonnot nimmt erneut den Gesamtsieg ins Visier, nachdem sie zweimal knapp gescheitert ist. Hinter ihr drängen sich auch Athletinnen aus der starken jungen Garde in Richtung Podest. Aus Norwegen kommt die Meldung, dass Ingrid Landmark Tandrevold zum Saisonstart wieder in überzeugender Form sein soll. Die Schwedin Elvira Öberg, in den Vorbereitungsläufen bereits in Topverfassung, greift gleich nach mehreren Kristallkugeln - womöglich auch nach der grossen.
Im Männerfeld gilt Eric Perrot als erster Anwärter auf den Gesamtweltcup. Der Einzel-Weltmeister in Lenzerheide wurde im Vorjahr als bester Franzose Dritter hinter Laegreid und Johannes Thingnes Bö. Bei den jüngsten norwegischen Testrennen entschied er den Massenstart für sich. Das norwegische Team schickt ein breites, hochkarätiges Aufgebot ins Rennen, und auch Schweden ist stark vertreten: Sebastian Samuelsson, Gesamtweltcup-Vierter des Vorjahres, zählt erneut zu den gefährlichen Herausforderern.
Was ist von den Schweizer Assen zu erwarten?
Niklas Hartweg gehört weiterhin zu den Schweizer Podestanwärtern. Wenn beim 24-Jährigen alles zusammenläuft, mischt er vorne mit. Zwar hinkt er wegen Verzögerungen im Aufbautraining der Form etwas hinterher, doch im Hinblick auf die Olympischen Spiele im Februar erwartet er keine Nachteile. Schon im vergangenen Winter hatte sein Formaufbau rechtzeitig zur WM funktioniert.
Bei den Frauen bleibt der Blick auf Lena Häcki-Gross gerichtet. Die Schweizer Nummer 1 laborierte zuletzt an einer Schnittverletzung an der Hand und musste das Training unterbrechen. Auch ihr Sommer verlief nicht wunschgemäss. Wie Hartweg verpasste Häcki-Gross bei der WM in Lenzerheide nur knapp eine Medaille. Das Potenzial für einen Überraschungscoup ist dennoch unbestritten, zumal sie in den vergangenen Jahren mehrfach zu den zuverlässigsten Schweizer Punktesammlerinnen gezählt hat.
Zuversichtlicher präsentiert sich Amy Baserga. Sie betont, erstmals problemlos durch den Sommer gekommen zu sein und entsprechend optimistisch in den Winter zu gehen. Die 25-Jährige schaffte im vergangenen Jahr ihren ersten Einzel-Podestplatz im Weltcup, nachdem sie zuvor bereits in der Single-Mixed-Staffel mit Hartweg auf Rang zwei und drei gelaufen war.
Sebastian Stalder arbeitet daran, nach einer schwierigen Vorsaison wieder an die frühere Form anzuknüpfen. Beim Schiessen sieht er sich stabil, im Laufen verspürt er nach eigener Aussage eine klare Verbesserung.
Im Schweizer Weltcupteam steht mit der 31-jährigen Aita Gasparin erstmals nur noch die jüngste der drei Gasparin-Schwestern im Aufgebot. Die Bündnerin lief im vergangenen Winter zweimal in die Top Ten. An einem perfekten Tag traut sie sich den Sprung aufs Podest zu - mit der Staffel ohnehin.
Gab es wichtige Regeländerungen?
Einschneidende Reformen wie das Fluor-Wachsverbot oder Anpassungen bei den Startgruppen bleiben in dieser Saison aus. Künftig könnten zwei Athletinnen oder Athleten eine grosse oder kleine Kristallkugel erhalten. Bei Punktgleichheit entscheidet nämlich nicht mehr die Anzahl der Siege.
Wie hoch sind die Schweizer Startquoten?
Die Schweizer Frauen rücken auf Kosten der Italienerinnen in die Gruppe mit Frankreich, Schweden, Norwegen und Deutschland vor. Sie dürfen nun sechs Athletinnen aufstellen. Bei den Männern sind fünf Startplätze vorgesehen.
Wie hoch sind die Preisgelder?
Im Weltcup werden 9'435'800 Euro ausgeschüttet. Bei den Olympischen Spielen vergibt das IOC die Medaillen, der Weltverband IBU verteilt keine Prämien. Schweizer Athletinnen und Athleten erhalten im Erfolgsfall Boni von Swiss Olympic. 2022 lagen diese bei 40'000, 30'000 und 20'000 Franken - je nach Farbe der Medaille.