Englische Teams in Rücklage
Liverpool (0:1 gegen Galatasaray in Istanbul), Tottenham Hotspur (2:5 bei Atlético in Madrid) und Newcastle United (1:1 zuhause gegen Barcelona) konnten nach den Achtelfinal-Hinspielen vor einer Woche kaum zufrieden sein.
Die beste Chance auf das Erreichen der Viertelfinals hat Liverpool, doch bei den "Reds" ist auch der Druck am grössten. Die Titelverteidigung in der Premier League ist längst in weite Ferne gerückt, und selbst die erneute Qualifikation für die Champions League ist akut gefährdet. Nach der peinlichen 1:2-Niederlage beim Schlusslicht Wolverhampton und einem enttäuschenden 1:1 gegen das abstiegsgefährdete Tottenham belegt das Team von Arne Slot acht Runden vor Schluss nur den 5. Platz.
Der späte Ausgleich Tottenhams wurde von den Fans an der Anfield Road mit deutlichen Zeichen der Unzufriedenheit quittiert. Die Stimmung in Liverpool ist gereizt - und auch ein wenig ratlos. "Wir müssen aufwachen", sprach Offensivstar Dominik Szoboszlai Klartext. "Wenn wir so weitermachen, können wir uns über die Conference League glücklich schätzen."
Liegt es am niederländischen Trainer Slot, vor knapp einem Jahr als Meistermacher in den Himmel gelobt, oder an der Qualität der Spieler? "Ich bin mir nicht sicher", sagt der ehemalige Liverpool-Verteidiger und heutige TV-Analyst Jamie Carragher. Sicher ist aber, dass der Sitz von Slot bei einem Ausscheiden gegen Galatasaray sehr heiss würde.
Newcastle United braucht auswärts einen Exploit, nachdem Barcelonas Lamine Yamal im Hinspiel im Nordosten Englands in der Nachspielzeit ausgleichen konnte. In der Meisterschaft ist das Team des derzeit verletzten Schweizer Innenverteidigers Fabian Schär zuletzt mit Prestigesiegen gegen Manchester United und Chelsea in Form gekommen. Bei den Katalanen, die auch in der Liga auf Meisterkurs sind, läuft es derzeit so gut, dass Präsident Joan Laporta angekündigt hat, den bis 2027 laufenden Vertrag mit dem deutschen Chefcoach Hansi Flick schon "in Kürze" verlängern zu wollen.
Kaum noch Chancen auf das Weiterkommen hat Tottenham nach dem desaströsen Auftritt in Madrid, wo Atlético bereits nach 22 Minuten 4:0 in Führung lag. Bereits in der letzten Saison belegten die Londoner in der Premier League nur den 17. Platz, gewannen aber die Europa League und lösten so das Ticket für die Champions League. Nun liegen sie gerade mal einen Punkt vor den Abstiegsrängen und tun wohl gut daran, den Fokus auf den Kampf gegen die Relegation zu legen.
In den Viertelfinals gar nicht mehr vertreten sein wird Italien. Atalanta Bergamo verlor als letzter Vertreter der Serie A zuhause gegen Bayern München 1:6. Vor dem Rückspiel interessiert eigentlich nur noch, ob der erst 16-jährige Goalie Leonard Prescott zu seinem Profidebüt kommen könnte. Mit Manuel Neuer, Jonas Urbig, Sven Ulreich und Leon Klanac waren zuletzt gleich vier Keeper des deutschen Serienmeisters verletzt.