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«Es wird bis zum Saisonende eng bleiben»

Younes

Stürmer Marc Wieser (35) ist ein Routinier beim HC Davos – und läuft in dieser Saison auf Hochtouren. Im Interview spricht er über die Saison mit dem HCD, die Gründe für seine aktuelle Stärke, den Spengler Cup und seine Zukunft.

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Marc Wieser präsentiert sich in dieser Saison in Topform. © IMAGO / Pius Koller

27 Spiele, 18 Skorerpunkte: Sehen wir den besten Marc Wieser seit ein paar Jahren?

Das kann man schon so sagen, ja. Ich habe immer ein paar Tore erzielt, aber im Vergleich zur letzten Saison war es eine extreme Steigerung.

 

Letzte Saison haben Sie in insgesamt 57 Spielen nur 13 Skorerpunkte erzielt. Was ist nun anders?

Es spielten verschiedene Dinge mit. Da war die schwierige Situation meines Bruders Dino, der nach seiner Gehirnerschütterung den Weg zurück ins Spitzenhockey nicht mehr schaffte. Dazu kam bei unserer jüngeren Tochter zuerst eine schwierige Geburt. Es ging ihr und meiner Frau nicht gut, später hatte die Kleine eine schwere Entzündung und musste nochmals ins Spital. Ich wollte nur, dass meine Frau und meine Tochter wieder gesund werden und hatte den Kopf nie richtig frei fürs Eishockey. Nun sind alle gesund, Dino geht es gut – und ich kann mich so voll aufs Eishockey konzentrieren.

 

Der HCD befindet sich in der National League im breiten Mittelfeld. Wie zufrieden sind Sie mit der bisherigen Saison?

Es ist durchzogen. Wir haben gute Matches und die Spiele, die wir gewinnen müssen, gewinnen wir auch meistens. Aber gegen die richtig guten Gegner wie den EV Zug oder die ZSC Lions haben wir extrem Mühe. Positiv ist, dass wir schon etwa zwölfmal aus einem Rückstand zurückgekommen sind. Es ist bemerkenswert, dass wir auch dann zurückkommen, wenn wir mal 0:3 hinten liegen.

 

Das zeigt, dass die Mannschaft intakt ist und Charakter hat.

Ja, aber man kann auch hinterfragen, weshalb es zuerst soweit kommen muss. Vielleicht warten wir zu stark darauf, was der Gegner macht und reagieren erst dann, wenn wir müssen.

 

Am Samstag spielt der HCD auswärts gegen Zug, am Sonntag daheim gegen Fribourg. Zwei happige Aufgaben.

Ich habe das Gefühl, dass wir Mühe haben, den guten Gegnern unser Spiel aufzuzwingen. Wir passen uns zu sehr an. Der Gegner spielt und wir probieren dagegen zu halten. Und nicht dass wir unser Spiel machen und sich der Gegner anpassen muss.

«Zwei Siege sorgen für einen guten Schritt vorwärts und mit zwei Niederlagen fällt man aus den Top 6 heraus»

Es sind auch irgendwie wegweisende Partien…

Ja, in der Tabelle ist alles nahe zusammen. Wenn man eines von den zwei Spielen gewinnt, bleibt man ungefähr, wo man ist. Zwei Siege sorgen für einen guten Schritt vorwärts und mit zwei Niederlagen fällt man aus den Top 6 heraus. Aber ich denke, es wird bis zum Saisonende eng bleiben.

 

Nach diesem Wochenende folgt die Nati-Pause. Weshalb stehen in Ihrer Statistik nicht mehr als 14 Länderspiele und die WM-Teilnahme 2016?

Ich war als Junior nie in der Nati. Früher war es enorm wichtig, eine U20-WM zu bestreiten, denn man versuchte, diese Spieler danach ins A-Nationalteam weiterzuziehen. Das war bei mir nie der Fall. In die Nationalmannschaft kam ich erst nach meiner Rückkehr von Biel nach Davos und meiner persönlich besten Saison. Aber die WM war dann ganz schlecht, persönlich und von der ganzen Mannschaft. Wahrscheinlich hat mir diese Erfahrung mit dem internationalen Eishockey gefehlt. Und man braucht auch die körperlichen Voraussetzungen, so wie es beispielsweise immer bei Simon Moser der Fall war.

 

Bald steht auch wieder der Spengler Cup an. Wie gross ist die Vorfreude?

Es ist eine schöne Zeit mit der Familie, mit Freunden, es läuft etwas in Davos, auf der Strasse wird man angesprochen. Und auch sportlich ist es schön, die Ergänzungsspieler beispielsweise sorgen jeweils für einen neuen Wind, das ist lässig. 

 

Sie wurden mit dem HCD viermal Meister, haben den Spengler Cup aber nie gewonnen. Es wäre Zeit, das zu ändern…

Das ist so, auch für unsere Fans. Wir haben das Rüstzeug, um das Turnier zu gewinnen. Ich glaube, es wird nun mein zehnter Spengler Cup. Ich war einmal im Final, doch gereicht hat es nicht. Dieser Titel fehlt mir schon noch, ja.

 

Sie sind 35 Jahre alt, Ihr Vertrag läuft Ende Saison aus. Wie geht es weiter?

Wir führen aktuell Gespräche. Klar ist, dass ich gern noch mindestens ein Jahr weitermachen möchte.

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